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Kath. Pfarrkirche St. Laurentius im Wandel der Zeit

Foto: Lembecker.de - Frank Langenhorst
Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

1017 taucht Lembeck erstmals als Schenkung des Kaisers Heinrich II. an der Paderborner Kirche auf. Die kath. Pfarrkirche St. Laurentius ziert die Mitte des Lembecker Dorfkernes und entstand vor Mitte des 12. Jahrhundert. Erhalten blieben Figuren aus dem 14. und 15. Jahrhundert und Skulpturen aus dem 18. Jahrhundert. 1177 und 1184 tritt Adolf von Lembeck in bischöflichen Urkunden als Zeuge auf. Bischof Otto I. überträgt 1217 Lembeck dem Domherrn. Im 13. Jahrhundert erscheint die Pfarrei erstmals urkundlich in einer Auflistung der Pfarreien der Hausgrafschaft der Stadt Borken. Im Jahre 1331 gibt Wessel von Lembeck die Kirche und Patronatsrecht mit Höfer an den Bischof zurüc
1843 beschloss der Pfarrer von Droste Senden mit dem Kirchenvorstand eine Erweiterung der Kirche, weil diese für die damalige Einwohnerzahl zu klein wurde. Es waren 265 Sitzplätze und 196 Stehplätze vorhanden. Die Gemeinde zählte zu dieser Zeit 2082 Seelen. Es wurde lange über den Erweiterungsbau gestritten, der 1850 Taler kosten sollte.
Der Graf als Patron der Kirche war gegen diese Erweiterung, die Belastung für die Einwohner von Lembeck wäre seiner Meinung nach zu hoch und deswegen sprach er sich für eine Bühne aus, um mehr Leute in der Kirche unter zu bringen.
Der Erweiterungsbau wurde dann auch wegen der hohen Kosten und aufgrund etlicher Auswanderungen nach Amerika aufgegeben.

Ebenfalls 1843 sollte ein neuer Friedhof ausgewiesen werden. Pfarrer von Droste Senden wollte es jedoch nicht. Die Gemeinde musste einen Totengräber aufstellen, der die Toten übereinander beerdigte. Grabsteine gab es nicht. Die Priester wurden an der Kirchenmauer beerdigt. Beim Kichenanbau (1936-37) wunderte man sich über die vielen Knochen.
Nachdem die Pläne zur Erweiterung der Kirche im Jahre 1843 verworfen wurden, beschloss man im Jahre 1846 den Bau einer Bühne, um 134 weitere Plätze zu schaffen. Im Jahre 1847 wurde diese Bühne von der Firma Mast aus Lembeck für 268 Taler, 21 Groschen und 8 Pfennige gebaut. Der Graf spendete 159 Taler. Zeitgleich beschloss man, eine Taufkapelle als Verlängerung am Nordflügel zu bauen, die am Turm angeschlossen werden sollte. 1860 wurde die Taufkapelle unter dem Pfarrer Friedrich von Gahlen für 159 Taler, 6 Groschen und 9 Pfennige gebaut.
1848 fasste man den Beschluss, eine neue Sakristei an der Ostseite vom Chor zu bauen. Die alte Sakristei sollte der Sitz für die gräfliche Familie werden. Erst 1860 wurde die Sakristei für 268 Taler gebaut und die alte Sakristei zum Chor hin geöffnet. Der Graf spendete hierfür 50 Taler.
Auch nach diesen Baumaßnahmen wurde die Kirche wieder zu klein. In den dreißiger Jahren zählte Lembeck 2847 Katholiken – die Plätze in der Kirche waren aber noch unverändert (265 Sitzplätze, 196 Stehplätze und 134 Plätze auf der Bühne).

Am 10.04.1935 wurde Pfarrer Roth abgeholt.
Nachdem Kinder mit dem Aufnehmen der Steine auf dem Kirchplatz begannen, startete der Anbau der Kirche am 28.04.1936, im März 1937 konnte schon ausgeschachtet werden. Freiwillige wurden in Gruppen aufgeteilt und mussten Steine und Baumaterialien herankarren. Die Arbeitsgruppen begannen mit Hacke, Spaten und Schaufeln mit dem Ausschachten des Kellers. Die Erde wurde mit einer Feldbahn zur anderen Straßenseite in eine Senke gefahren, die heute zugebaut ist. Die Sandsteine aus der Hohen Mark wurden mit Pferdewagen bei schlechtester Wegestrecke angefahren. Auch da mussten Arbeitsgruppen helfen. Die Steine wurden von Fachleuten behauen. Ein Teil der Steine wurde vom abgebrannten Haus Ostendorf in Lippramsdorf angefahren, den Rest stellte der Graf zur Verfügung.

Umbaukosten:

  • Gesamt: 92.500,- RM
  • vorhanden: 43.000,- RM
  • versprochen: 18.000,- RM
  • vom Graf: 7.000,- RM
  • von der Bischhöflichen Behörde: 6.000,- RM
  • Aufnahme: 11.000,- RM
  • im Baujahr aufzubringen: 7.500,- RM

Die Firma Heiming aus Lembeck begann mit den Maurerarbeiten. Die Betondecken stellten die Firma Heiming und die Firma Busch aus Sterkrade mit 2 Betonmischmaschinen her.

Damalige Maurer und Arbeiter der Firma Heiming aus Lembeck:

  • Heinrich Heiming
  • Johann Heiming
  • Bernhard Heiming
  • Fritz Küpper
  • Bernhard Limberg
  • Hermann Winkelmann
  • Heinrich Evers
  • Franz Evers
  • Theodor Lensen
  • Johann Berger
  • Josef Uhrmann
  • Johann Bongard
  • Bernhard Becker
  • Bernhard Nottebohm

Pferd Ella mit Johann Wolthaus sorgten für Material mit einem Kastenwagen. Für Eisen waren Korte und Rosenbaum zuständig und für Klempnerei Edmund Bohmann.

Schreinerei:

  • Gerhard Wolthaus (Heide)
  • Wolthaus, Wessendorf
  • Bernhard Bahde (nachher Soppe)
  • Heinrich Bahde
  • Bernhard Bohle
  • Heinrich Heitmann

Anstreicher waren Bernhard Recker und Bernhard Wesselmecking (Endeln). Die Dachdeckerarbeiten führte die Fa. Lommen aus Bottrop aus.

Es folgte die Grundsteinlegung mit einer Messe auf der Betondecke mit Weihbischof Roleff.

Die Kircheneinweihung erfolgte am 19.05.1937, nachdem Clemens August, Bischof von Münster einen Tag zuvor empfangen wurde.

Das erste Bild zeigt die Kirchansicht in den 30er Jahren mit dem davor liegendem Ehrenmal, das am 21. Mai 1922 eingeweiht wurde. Bauherr war der Kriegerverein, der gleichzeitig sein 50jähriges Bestehen feierte. Heute befindet sich hier die Freitreppe. Im zweiten Bild ist die Kirche mit den Mauern des alten Kirchplatzes zu sehen – um 1950.
Im dritten Bild sieht man die Kirche in einer Luftaufnahme von 1953, im vierten von 1960.
Im fünften Bild sieht man den Anbau des Textilhauses Kipp in den 70er Jahren – jetzt Dorfbrunnen.
Im sechsten Bild sieht man die Freitreppe in den 70er Jahren mit dem Textilhaus Kipp auf der rechten Seite und den damaligen Supermarkt „Wittbecker“ auf der Linken.
Das siebte Bild zeigt die Kirchperspektive vom Parkplatz Bügers aus gesehen. Die dunkele Kirchturmuhr hatte zwar schon beleuchtete Zeiger, jedoch wurde sie wegen ihrer schlechten Erkennbarkeit später wieder in eine weiße (beleuchtete) Uhr ausgetauscht. Im Jahre 1984 erfolgte auch eine große Renovierung mit Komplettanstrich des Kircheninnenraumes. Die Messen wurden in dieser Zeit im Pfarrheim am Pastorat gefeiert.
Das achte und (fast) aktuelle Bild der St. Laurentius Pfarrkirche zeigt die Ansicht vom Parkplatz Bügers mit dem Dorfbrunnen und der Kolpingstatur.

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1936 begann man mit dem Erweiterungsanbau der Kirche, bei den Ausschachtungsarbeiten gesellt sich der damalige Pfarrer Roth unter den Arbeitern. Nachdem der Keller hochgemauert wurde, konnten die Eisen verlegt werden.
Die Firma Heiming aus Lembeck und die Firma Busch aus Sterkrade betonierten die Kellerdecke mit zwei Betonmischmaschinen.
Weihbischof Rolef legte im Sommer 1936 den Stein für die feierliche Grundsteinlegung.
Die Firma Mast mit dem Zimmermeister Bernhard Mast richtete den Kirchturm in schwindelnder Höhe.
Den Kirchenanstrich führten die Firmen Bernhard Wesselmecking und Bernhard Recker aus. Auf dem Foto stehen sie mit ihren Gesellen auf der Treppe am Kircheingang (Kirchplatz).
Die feierliche Einweihung der neuen Kirche erfolgte am 19. Mai 1937 durch den Kardinal Clemens-August Graf von Galen. Der Bischof wurde 4-spännig durchs Dorf gefahren. Auf dem Bock Bernhard Kerkmann und Josef Haane von Endeln mit Gespannen von Kerkmann und Haane.

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Das Kircheninnere bestach schon damals durch seine edelen Verzierungen. Im ersten Bild die Innenansicht von Nordosten mit dem alten Haupt- und Seitenaltar.
Im zweiten Bild der Blick nach Nordwesten mit Orgelboden und einer Tribüne für Kirchenbesucher.
Im Jahre 1949 bekam der Kirchturm neue Glocken (3. Bild). Reiter und Radfahrer holten die Glocken am Schloss ab. Der LKW des Fuhrunternehmers Theodor Spickermann wurde für den Transport eingesetzt. Im Bild von Links: Franz Maas, Hauptwachtmeister Walter Finking und Theodor Spickermann. Auf dem LKW Kaplan Heisterborg.
Im vierten Bild maschiert der Kirchenchor mit Dirigent Fischer bei einer Prozession.

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Kommunionkinder im Jahre 1910 (erstes Bild). Die Mädchen trugen damals noch schwarze Kleider.
Kinderkommunion nach dem 2. Weltkrieg (Bild 2) mit Kaplan Heisterborg auf der Kanzel.
Bild 3 zeigt ein feierliches Hochamt am alten Hochaltar im Januar 1936.
Bild 4 zeigt den alten Altar, gehauen aus einem Stein, der in der alten Taufkapelle stand. Er soll der erste Altar der Lembecker Pfarrei gewesen sein.
Bild 5 zeigt das alte Missionskreuz, das auf der Bahnhofstraße vor dem Friedhof (Kirchplatz) stand und 1936 dem Erweiterungsbau der Kirche weichen musste.
Bild 6 zeigt ein Kirchenfenster aus dem Chorraum mit der Kreuzigungsszene.

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Filme und Fotos zum Thema St. Laurentius Kirche:

Fotoalbum St. Laurentius Kirche

Videofilm von der Amtseinführung von Pfarrer Alfred Bonse im Jahre 1970

Homepage der St. Laurentius Gemeinde


An dieser Stelle möchten wir Hans Hatkämper ganz herzlich für seine ausführliche und wertvolle Unterstützung zur Veröffentlichung der Kirchengeschichte auf Lembecker.de danken.

Bilder-Quelle: Archiv Heimatverein, private Sammlungen und „Lembecker Bilder aus alter Zeit – Band 1“ (von Hans Hatkämper)


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