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Michaelisstift

Das Michaelisstift am 6. Januar 2016 - Foto: Lembecker.de - Frank Langenhorst
Das Michaelisstift am 6. Januar 2016 – Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst
Das Michaelisstift wurde nach dem Tod von Freiherr Dietrich Adolft Conrad von Westerholt Hackfurt zu Lembeck, als Witwensitz und soziale Stiftung für die Baronin von Westerholt in der Bauernschaft Endeln erbaut. Die von Conrad Schlaun erbaute Kapelle wurde im September 1727 eingeweiht.

Während der Zeit der “napoleonischen Wirren” wurde das Stift geschlossen und Gottesdienste wurden eingestellt.

 

Erst im Jahre 1830 konnten die ursprünglichen Pläne der Stiftung wieder verfolgt werden. Die Kapelle wurde renoviert und gleichzeitig wurde in der Krypta eine Begräbnisstätte für die gräfliche Familie angelegt. Durch Erweiterungsbauten 1833/34 konnte hier nun ein Kranken- und Waisenhaus eingerichtet werden. Bis 1969 übernahmen die Klemensschwestern die Pflege der Kranken. In diesem Jahre wurde das Krankenhaus in ein Altenpflegeheim umgewandelt. Das Waisenhaus wurde 1977 geschlossen. 1995 wurde das Altenheim geschlossen. Neues Leben brachten die Karmelitinnen in das Michaelisstift, die 1998 einzogen.

Die Geschichte der St. Michaelis-Kapelle

Ihre Geschichte geht zurück auf die Baronin Westerholt, die nach dem Tod ihres Mannes, des Freiherrn Dietrich Adolf Conrad von Westerholt Hackfurt zu Lembeck, hier in der Dorfschaft Endeln ein kleines herrschaftliches Haus als Witwensitz und soziale Stiftung errichtete. Johann Conrad Schlaun erbaute die Kapelle, die durch den Münsteraner Weihbischof Ferdinand Oesterhoff am 29. September 17Z7 eingeweiht wurde. Im Jahre 1803, als gewaltige politische Umwälzungen das Land verunsicherten, schien die fromme Stiftung verloren zu sein. Der Gottesdienst in der Kapelle mußte eingestellt werden. Erst unter Graf Ferdinand Anton von Merveldt und Grätin Sophie geb. Freiin von Ketteler wurden die ursprünglichen Pläne wieder aufgegriffen, 1830 die Instandsetzung der Kapelle vorgenommen und gleichzeitig eine Begräbnisstätte für die gräfliche Familie in der Krypta angelegt. Das neue Haupthaus und die Vikarie wurden 1833/34 fertiggestellt. Auch die caritativen Pläne der Stifterin verwirklichten sich wieder, das Haus diente als Krankenhaus verbunden mit einem Waisenhaus. Die Krankenpflege übernahmen Klemensschwestern aus Münster. 1969 wurde das Krankenhaus in ein Altenpflegeheim umgewandelt, das Kinderheim wurde 1977 aufgegeben. Aus ökonomischen Überlegungen gab Graf von Merveldt am 13. Oktober 1995 die Schließung des Stiftes bekannt.

Nach drei Jahren Vakanz zogen 11 Karmelitinnen aus Bonn-Pützchen in das renovierte Michaelisstift ein. Mit der feierlichen Einweihung des Karmel St. Michael am 29. September 1998 hat ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Michaelisstiftes begonnen. Die Tradition des geistlichen Lebens wurde an dieser Stelle fortgeführt, doch nicht mehr in Verbindung mit einem äußeren Apostolat, sondern mit dem Apostolat des Gebetes nach dem Charisma der hl. Teresa von Jesus.
Im Herbst 2013 verließen die Karmelittinen das Lembecker Michaelisstift und zogen nach Hannover. Der alte Bau in Lembeck sei für ihre Zwecke letztlich doch nicht so gut geeignet, erklärte Schwester Teresa Benedicta. Die Heizkosten für die hohen Räume seien in den letzten Jahren immer mehr ins Geld gegangen. Als die Priorin Anfang Dezember 2012 hörte, dass die polnischen Karmelitinnen ihren Karmel in Hannover verlassen möchten, fühlte sie bei Bischof Norbert Trelle vor, ob der sich einen Umzug der Lembecker Schwestern in sein Bistum vorstellen könne.

Seit Januar 2016 hat die Stadt Dorsten das Michaelisstift von der St. Michael GmbH für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietet.

Fotos vom Michaelisstift gibt es exklusiv in der Foto-Galerie hier auf Lembecker.de

 

Die Michaeliskapelle in Lembeck-Endeln

Michaelisstift 1930, Kutsche von Dr. Löpping
Michaelisstift 1930, Kutsche von Dr. Löpping

Die Michaeliskapelle ist auch heute noch der Mittelpunkt der Bauerschaft Endeln. Der bekannte Ausdruck „Up de Kapelle“ meint nicht nur die dem hl. Michael geweihte Kapelle, sondern gleichzeitig die seit Generationen bestehende wohltätige Stiftung. Ein enge Verbundenheit umschließt die Bewohner des Hauses und der Leute aus der Umgebung. Hier wird eine echte in Generationen gewachsene Nachbarschaft gepflegt.

Die Kapelle und die sozialen Einrichtungen gehören zusammen und sind eine Stiftung des Hauses Lembeck. Wie eine ländliche Siedlung liegt dieser Platz in der Bauerschaft EndeIn, im Schatten hoher Eichen und Kastanien.

Die Geschichte der St. Michaeliskapelle geht zurück auf die Familie des Freiherrn von Westerholt, der damaligen Besitzer von Schloß Lembeck.

Die Witwe des letzten Westerholt Anna Theodora Freiin von Walbot-Bassenheim zu Gudenau baute sich in ihren letzten Lebensjahren als Witwensitz hier ein kleines herrschaftliches Haus mit einer Kapelle. Sie wollte sich in geistigen Übungen und durch Wohltätigkeit auf den Tod vorbereiten. Ihr Plan war, außer Mitgliedern ihrer Familie, Witwen, ledige Töchter, alte Dienstboten, Arme und Waisen dort aufzunehmen. Die Aufgenommenen sollten durch Arbeit in Haus, Hof und Feld und durch Spinnen zum Lebensunterhalt beitragen. Eine Landwirtschaft versorgte das Haus mit Lebensmitteln, was darüber hinaus für die Bedürfnisse der Insassen notwendig war, sollte aus dem Vermögen der Stifterin finanziert werden.

Waisenkinder und Senioren um 1900
Waisenkinder und Senioren um 1900

Der damals berühmteste westfälische Baumeister Johann Conrad Schlaun baute die Kapelle. Sie wurde am 29. Sept.1727 eingeweiht, Schutzpatron ist der hl. Michael. Dieser gilt als der Schutzpatron der Deutschen. Unter seinem Banner hat Otto I. im Jahre 955 eine entscheidende Schlacht gegen heidnische Reiterheere gewonnen. Der heilige Michael ist der Fürst der Engel und hat den abtrünnigen Luzifer bezwungen.

An dem sonst äußerlich schlichten Kapellenbau ziert sein Abbild, den Drachen bezwingend, die vielfältig gestaltete Fassade der Kapelle. Über dem Türsturz sind die Wappen Lembeck-Westerholt und Walbott mit der Jahreszahl 1726 verzeichnet.

Im Innern der Kapelle fallen besonders das große Altarbild und die Deckengemälde auf. Das mittlere Deckenbild zeigt den Kampf des hl. Michael mit dem Drachen. Der Hochaltar aus Holz wurde im 19. Jahrhundert unter Verwendung von Teilen eines alten Barockaltares umgebaut, darüber das Gemälde “Maria Verkündigung”. Das Chorgestühl in Eichenholz wurde um 1850 aus Schrankfüllungen aus der 1.Hälfte des 16. Jahrh. errichtet.

Im Laufe der Zeit hat die Kapelle manchen Sturm erlebt. Besonders hat sie im Anfang des 19. Jahrh. zu leiden gehabt, als durch die Kriege Napoleons ständig fremde

Soldaten durchzogen und große Unsicherheit herrschte. Aus Vorsichtsgründen hat damals der Graf von Merveldt die Kapelle ausräumen lassen und das Inventar zum Schloß geholt. Erst unter Graf Ferdinand Anton v. Merveldt und Gräfin Sophie geb Freiin von Ketteler wurden die ursprünglichen Pläne wieder aufgegriffen. 1830 wurde die Instandsetzung der Kapelle vorgenommen und gleichzeitig eine Begräbnisstätte für die gräfliche Familie in der Krypta angelegt. 1832 war nach Abriss des alten Wohnhauses das neue Haupthaus fertig, 1834 das neue Vikarienhaus. 1842 wurde ein erstes Krankenhaus, verbunden mit einem Waisenhaus, eingerichtet.

Die Krankenpflege übernahmen KIemensschwestern aus Münster. Schon damals wurde Hauspflege geleistet.

1846-52 musste schon erweitert und aufgestockt werden. Die ärztliche Versorgung innerhalb des Hauses wurde von  Ärzten der Umgebung wahrgenommen. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts musste wieder erweitert werden.

Ein Volkswagen von den Gemeinden für den Pflegedienst um 1960.
Ein Volkswagen von den Gemeinden für den Pflegedienst um 1960.

In den schweren Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurden die durch Geldentwertung und veränderten politischen Grundlagen erschütterten Besitzverhältnisse neu geregelt.

1964 wurde die zur Versorgung des Hauses mit Grundnahrungsmitteln betriebene Landwirtschaft aufgegeben. Um auch dem Personal angenehme Aufenthalts- und Wohnräume zu geben, ist 1971 ein modernes Personalwohnheim fertiggestellt worden

Im Jahre 1960 umfasste die Anstalt ein Krankenhaus mit 48 Betten und ein Kinderheim mit 20 Plätzen für Heimkinder. Das Krankenhaus wurde 1969 in ein Altenpflegeheim umgewandelt, wo überwiegend Pflegefälle und auch Langzeitkranke versorgt wurden. Das Kinderheim wurde 1977 aufgegeben.

Am 31. August 1994 verließen die letzten Clemensschwestern aus Altersgründen nach 150 Jahren segensreicher Arbeit das Michaelisstift. Dem Orden fehlten junge Schwestern, und so musste, wie auch an anderen Stellen, das Haus aufgegeben werden.

Ein Jahr später, im November 1995, wurde auch das Altenheim geschlossen. Das Haus entsprach nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften, ein Umbau war mit erheblichen Kosten verbunden.

Nun stand das Haus 3 Jahre leer.

Allerdings konnten in der Kapelle noch besondere Gottesdienste, vor allem Trauungen stattfinden.

Erstkommunion bei den Waisenkinder, mit dem auf dem Bild Sr. Renowata und Theresia Trinjost
Erstkommunion bei den Waisenkinder, mit dem auf dem Bild Sr. Renowata und Theresia Trinjost

Aus dem Karmel St. Michael

Graf von Merveldt gab am 13. Oktober 1995 aus ökonomischen Gründen die Schließung des Stiftes bekannt, nachdem 1994 bereits die Klemensschwestern die Einrichtung verlassen hatten.

Seit September 1998 leben wir Karmelitinnen nun hier im “Michaelisstift”.

Personelle und finanzielle Gründe waren der Anlass, unser großes Klostergebäude in Bonn-Pützchen aufzugeben und eine neue Heimat zu suchen.

Ende November, Anfang Dezember 1997 öffneten sich für unsere Gemeinschaft konkrete neue Perspektiven für die Zukunft. Graf Merveldt, der Neffe unserer verstorbenen Schwester Johanna, die 1948 von Pützchen aus mit einigen Mitschwestern den Karmel in Hainburg bei Frankfurt gegründet hat, suchte für das Michaelisstift in Dorsten -Lembeck eine kleine geistliche Gemeinschaft. Nach vielen Verhandlungen mit dem Erzbistum Köln verkauften wir das Anwesen in Pützchen an eine Kölner Architektengemeinschaft, die in unserem ehemaligen Kloster und Garten ein Projekt “Gemeinschaftliches Wohnen von Jung und Alt” verwirklichte. Der Ertrag des Verkaufs bildet die Rücklage für unseren Konvent. Am 18. September 1998 zogen wir von Bonn nach Lembeck um. Am 29. V September feierten wir die Einweihung unseres Karmel St. Michael.

Viele haben dazu beigetragen, dass unser Konvent hier so schnell eine neue Heimat gefunden hat und wir uns in Endeln sehr wohl fühlen.

So gilt unser Dank:

der gräflichen Familie, durch die der gesamte Umbau des Stiftes finanziert wurde; den Priestern der Umgebung, die es uns ermöglichten, dass wir jeden Tag eine Eucharistiefeier haben; allen, von denen wir hier Hilfe und Rat erhielten; allen, die uns immer wieder mit materiellen Gaben unterstützen; allen, die uns Vertrauen und Freundschaft schenken.

Junge Frauen traten in unsere Gemeinschaft ein, so dass wir eine Kommunität von 14 Schwestern sind.

Das Gebet steht im Mittelpunkt unseres Lebens. Fünfmal am Tag versammeln wir uns zum Chorgebet, dem Breviergebet der Kirche. Morgens und abends halten wir je eine Stunde stilles Gebet (Betrachtung). Die hl. Teresa, Reformatorin und Gründerin des Ordens, wollte, dass ihre Schwestern vor allem für die Theologen und Priester beten, die an vorderster Front stehen, damit sie Kraft für ihren Dienst haben. Bei den Arbeiten im Haus, Garten, Klosterladen und Gästebereich bemühen wir uns um eine Atmosphäre der Stille. Abends ist eine Stunde Rekreation, des gemeinsamen Austausches. Sinn dieser Regel: alles zu tun, um das vertraute Zwiegespräch mit Gott zu ermöglichen.

Mit der feierlichen Einweihung des Karmel St. Michael am 29. September 1998 begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Michaelisstiftes. Die Tradition des geistlichen Lebens wird fortgeführt. Die Nachbarschaft Endeln begrüßte die Karmelitinen mit einem Kranz und hieß sie herzlich willkommen.