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Biologische Station Kreis Recklinghausen e.V.

Hof Punsmann ein Glücksfall als Standort für die Biologische Station

Foto: Lembecker.de - Frank Langenhorst
Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

Im Jahr 2016 feierte die Biologische Station Kreis Recklinghausen ihr 25-jähriges Bestehen. Seit fast 23 Jahren hat die Station ihren Sitz auf dem ehemaligen landwirtschaftlich genutzten „Hof Punsmann“ in Lembeck.

Dieser Standort mit einer Jahrhundert alten Geschichte (vgl.: Komberg, Siegfried: Der ehemalige Hof Punsmann, Lembeck, Beck 7, im Wandel der Zeit; in: Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten 1999, S. 150-156) war und ist ein Glücksfall für die Biologische Station Kreis Recklinghausen e.V.

Im November 1994 konnte die Biologische Station ihr neues Domizil, den Hof Punsmann beziehen. Der neue Standort mit seinen alten Hofstrukturen, wie z.B. Bauerngarten, Obstwiesen, Trockenmauern und Teichen bietet ideale Voraussetzungen, die Bevölkerung stärker für den Naturschutz zu sensibilisieren und ökologische Zusammenhänge zu vermitteln. Ergänzt werden diese historischen Strukturen durch einen Lehrgarten, Seminarräume und eine Naturkundeausstellung.

Statt eines selektiven Schutzes einzelner Gebiete zu erreichen, ist die Biologische Station vor 25 Jahren mit ihrer Naturschutzarbeit angetreten, um einen ganzheitlichen Schutzgedanken im gesamten Kreis Recklinghausen zu verwirklichen (vgl.: Tenger, Georg: Die Biologische Station Kreis Recklinghausen, in: Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten 1996, S. 193-195)

Bedingt durch den enormen Strukturwandel in der hiesigen Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten, ist der Erhalt der Biodiversität in unserer Kulturlandschaft die Hauptaufgabe der Station schlechthin.

 

Die Haupttätigkeiten der Biologischen Station Kreis Recklinghausen gliedern sich in die drei Schwerpunkte: Wissenschaftliche Erhebungen, Praktische Naturschutzmaßnahmen und Natur- und Umweltbildung.

 

Wissenschaftliche Erhebungen

Voraussetzung für den Schutz von Natur und Landschaft sind fundierte Kenntnisse über unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt. Deshalb erhebt die Biologische Station wissenschaftliche Grundlagendaten in Naturschutzgebieten und schutz-würdigen Flächen. Auch die praxisbezogene Forschungsarbeit und die Naturbeobachtung zählen zu ihren Tätigkeitsfeldern. Die Biologische Station berät die Behörden bei naturschutzbezogenen Planungen und Vorhaben, stellt ihre Fachdaten zur Verfügung und bringt ihre ökologische Kompetenz ein.

In Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden und dem ehrenamtlichen Naturschutz bemüht sich die Biologische Station, bestehende

Naturschutzgebiete zu erweitern und zu verbessern.

Praktische Naturschutzmaßnahmen

Mit mehr als 70 Naturschutzgebieten, darunter das NSG Lippeaue mit 2200 ha, stehen heute ca. 7,5% der Gesamtfläche des Kreises Recklinghausen für den Naturschutz zur Verfügung.

Zum Erhalt der Naturschutzgebiete ist ein gebietsbezogenes Management notwendig. Es werden Pflege- und Entwicklungspläne erstellt und fortgeschrieben, praktische Maßnahmen durchgeführt und auf ihre Effizienz überprüft.

Im Rahmen der Naturschutzprogramme des Landes NRW berät die Biologische Station Landwirte hinsichtlich einer ökologischen Bewirtschaftung von Grünland in den Naturschutzgebieten.

Naturschutz- und Umweltbildung

Über den Schutz einzelner Gebiete hinaus arbeitet die Biologische Station im Sinne eines ganzheitlichen Schutzgedankens für die langfristige und umfassende Wiederherstellung, Sicherung und Bewahrung geeigneter Lebensbedingungen

für Tiere und Pflanzen auf der gesamten Fläche des Kreises Recklinghausen.

Hierzu ist die Bewusstseinsbildung in der gesamten Bevölkerung, die die Biologische Station mit ihrer Bildungsarbeit erreichen möchte, von erheblicher Bedeutung:

Das Hofgelände und die umliegenden Waldflächen bieten ideale Voraussetzungen für eine umfassende ökologische Bildungsarbeit, bei der die Praxis, das konkrete Naturerlebnis stets im Vordergrund steht und die wir wie folgt definieren:  „Umweltbildung ist Vermittlung von Informationen, Methoden und Werten, um den handelnden und verantwortlichen Menschen zur Auseinandersetzung mit den Folgen seines Tuns in der natürlichen, der gebauten und der sozialen Umwelt zu befähigen und zu umweltgerechtem Handeln zu bewegen.“

Da das ‚Be‘-greifen von Natur und Umwelt nicht früh genug beginnen kann, liegt uns die enge Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen und Schulen seit Jahren sehr am Herzen.

In Verbindung mit unserer Waldausstellung mit einem Ameisenvolk der kleinen roten Waldameise und insbesondere unter Einbeziehung der verschiedenen Biotope auf und um den ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb herum, versuchen wir den Kindern über das Naturerlebnis Einblicke in unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt zu vermitteln.

Die Lebewesen in unseren Hofteichen wecken im Sommer insbesondere die Begeisterung unserer jüngsten Besucher. Neben den Teichtieren steht für die Gruppen aus den Kitas und Grundschulen der Lebensraum Wald bei uns im Vordergrund. Auf einem Weg rund um die Biologische Station werden verschiedene Waldgebiete durchstreift und mit allen Sinnen Tiere und Pflanzen erlebt. Wir möchten den Kindern nicht nur die Scheu vor dem oft unbekannten Lebensraum Wald nehmen, sondern ein nachhaltiges Naturerlebnis vermitteln. Die Kinder werden Entdecker und Forscher, erkunden Ameisen und andere Bodenlebewesen, ordnen Blätter und Früchte bei einem Memory verschiedenen Pflanzen zu oder versuchen Düfte zu erraten.

Im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung versuchen wir auch schon für Kinder im Vorschulalter globale Zusammenhänge und unser eigenes Verhalten in unsere Bildungsarbeit mit einfließen zu lassen. In der Bildungsoffensive „Wert der Vielfalt“ der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) NRW, in der insgesamt 24 Bausteine für Globales Lernen entwickelt wurden, entwarf die Biologische Station unter anderem die Bildungseinheit: „Die Brasilianische Bodenassel Bodo besucht die Bodentiere bei uns“. Diese Bildungseinheit lässt sich auch sehr gut mit Vorschulkindern durchführen. Bei dieser Naturerlebnisaktion dürfen die Kinder in Gruppen Bodentiere fangen und mit Bestimmungsmaterialien einzelnen

Tiergruppen zuordnen.

Finanzierung

Getragen wird die Biologische Station von dem 1990 gegründeten Verein Biologische Station Kreis Recklinghausen e.V., der aus 18 Mitgliedern

aus dem ehrenamtlichen Naturschutz, aus der Landwirtschaft, dem Kreis Recklinghausen, der Stadt Dorsten, dem Regionalverband Ruhr und dem Lippeverband besteht.

Vorsitzender des Vereins seit Gründung ist Dr. Bernd von Bülow. Der Verein hat acht Angestellte und verfügte ehemals über zwei Zivildienststellen und bietet heute für junge Menschen eine Mitarbeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes an.

In den vergangenen Jahren haben über ein Dutzend „Lembecker Jungs“ ihren Zivil- oder Bundesfreiwilligendienst in der Biologischen Station in Lembeck geleistet. Auch über Jahrzehnte besteht mit „unseren Zivis und Bufdis“ ein enger und freundschaftlicher Kontakt, der davon zeugt, dass unsere „Ehemaligen“ sehr positiv auf ihre Naturschutztätigkeit bei der Biologischen Station zurückblicken.

Finanziert wird die Biologische Station zu 80% vom Land NRW. Der Kreis Recklinghausen, die Stadt Dorsten, der Regionalverband Ruhr und der Lippeverband zahlen als Kooperationspartner die restlichen 20%.

Zur Realisierung unserer Naturschutzarbeit sind weitere Mittel für Projekte notwendig und Spenden willkommen.

Die Biologische Station Kreis Recklinghausen e.V. ist als gemeinnützig anerkannt!

http://www.biostation-re.de/

Georg Tenger