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Lembeck oder Wünsche nicht, etwas anderes zu sein als was du bist, aber vers…

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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Profilbild von Lembecker.de Lembecker.de vor 1 Jahr, 5 Monate.

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    Hier der berühmte Brandbrief eines Forenusers vom 17.07.2013:

    Lembeck oder Wünsche nicht, etwas anderes zu sein als was du bist, aber versuche, dies so gut wie möglich zu sein.

    Mittlerweile ist es nicht mehr zu übersehen: Irgendetwas läuft nicht mehr rund in Lembeck, diesem (nur noch flächenmäßig) größtem Stadtteil in Dorsten.
    Was ist eigentlich aus dem stolzen Dorf geworden, aus der stolzen Handwerkerschaft und den stolzen Unternehmen? Was ist aus dem Willen geworden, das Dorf heimelig und einladend zu gestalten? Und zwar für die Dörfler, wie auch für die Gäste?
    Heute erscheint das Dorf abgeschlagen und – für einige noch schlimmer – im Vergleich zu den direkten Nachbardörfern abgehängt. Die einhellige Meinung, es liege nicht an den Dörflern, sondern an der Stadt Dorsten, mag beim Zustand der Straßen im Vergleich z.B. zu Klein-Reken noch nachvollziehbar sein, ändert aber nichts.
    Zugegeben, die Straßen sind schlecht (trotz der neuen Heidener Straße), wo aber entsteht Protest dagegen? Und vor allem: Sind Straßen der alleinige Maßstab für einen einladenden Ort?

    Oder gehört dazu nicht auch die Möglichkeit, im Sommer in einer Kneipe im Biergarten zu sitzen? Nun ja, im Dorfkern gibt es tatsächlich noch bei einer Kneipe die Möglichkeit dazu (wohlgemerkt: Kneipe, nicht Restaurant oder Kaffeehaus), vor wenigen Jahren waren es noch einige Möglichkeiten mehr. Und wenn es später werden soll, bleibt man direkt sitzen, da alle anderen entweder nicht mehr existieren, oder eben schon als Restaurant oder Café geschlossen sind. Man kann natürlich die Meinung vertreten, dass das Kneipensterben alle Dörfer und auch Städte betrifft. Das stimmt übrigens, nirgends jedoch ist das Siechtum soweit fortgeschritten, nirgendwo sterben Kneipen so heimlich, still und leise. Und, um noch einmal auf die Nachbardörfer aufmerksam zu machen: es gibt dort auch andere Beispiele, in Dörfern, die kleiner sind und über die gerne mal an der verbliebenen Theke in unserem Dorf eher abschätzig gesprochen wird.

    Wobei sogar Rhade nun in der Einwohnerstatistik an Lembeck vorbeigezogen ist. Und das liegt nicht daran, dass man aufgrund der Lembecker Straße schneller aus dem Dorf raus ist, als in Lembeck. Vielleicht liegt es eher am sogar vergrößerten Einzelhandel? Oder an den Vereinsaktivitäten? Die Gegend wird es wohl nicht sein, sie ist ja doch mit Lembeck vergleichbar. Aber, und das scheint ein entscheidender Unterschied zu sein: Rhade hat einen Plan, wie man jetzt in der Zeitung nachlesen konnte. In Rhade gibt es einen abgestimmten und verabschiedeten Plan zur Weiterentwicklung des Dorfes. Für Lembeck ist so etwas unbekannt. Man muss die Inhalte des Rhader Planes nicht gut finden, man muss aber anerkennen, dass es eine offensichtlich gemeinsame Anstrengung gibt, das Leben in diesem Dorf zu verbessern.
    Und in Lembeck bekommt man es noch nicht einmal hin, sommerliche „Events“ so zu planen, dass sie nicht alle an einem Wochenende stattfinden. Wer redet eigentlich mit wem?

    Apropos Einzelhandel. Man muss ihn nicht mögen, aber er scheint in Rhade zu funktionieren. In Lembeck steht der ehemalige Discounter dafür seit Jahren leer (oder wird in einen Laden für Fußbodenheizungen umgebaut). Dadurch wird das Dorf auch nicht schöner. Daneben entfaltet sich in schöner Regelmäßigkeit ein Sandsturm auf einem Parkplatz, der früher mal bebaut war (Kornbrennerei) und heute nicht einmal mehr gepflastert oder geteert ist – und das mitten im Dorf! Natürlich wirkt sich eine optische Aufwertung dieses Platzes nicht sofort finanziell aus, aber auch hier kann man den Gesamteindruck des Dorfes verbessern. Und das wird sich langfristig auch finanziell positiv auf die Besitzer dieses Platzes auswirken.
    Übrigens haben in diesem Jahr junge Lembecker Abitur gemacht, die nicht mehr wissen, dass man im „Brauhaus“ tatsächlich mal Bier trinken konnte… Wahrscheinlich gehen sie davon aus, dass diese verfallene Ruine schon von Anbeginn der Zeiten als Alleinstellungsmerkmal zu Lembeck gehört wie das Schloss oder die Kirche.

    Wenigstens gibt es in unmittelbarer Nähe zur Kirche jetzt eine weitere Kneipen-, bzw. Restaurantimmobilie, die zwar auch leer steht, aber noch nicht verfallen ist. Mal schauen, wie lange das noch so ist.
    Keinesfalls erhebt diese kleine Liste der Leestände Anspruch auf Vollständigkeit, die erwähnten Geschäfte gehören aber zum Dorfkern und fallen jedem Gast sofort auf. Dazu gehören natürlich auch die beiden Ladenlokale an der Schulstraße oder die ehemalige Drogerie-Filiale. Alles in etwa so einladend wie eine Stadt im Wilden Westen nach dem Goldrausch.
    Ach ja, so etwas wie einen Goldrausch gibt es in Lembeck augenscheinlich auch. Leider jedoch besteht dieser Rausch aus unzähligen Mastbetrieben, die natürlich die Ausscheidungen von vielen hundert tausend Tieren irgendwo wegschütten müssen, dass es nur so rauscht und stinkt.

    Wer soll die Tiere eigentlich mal essen? Nix gegen Wirtschaftswachstum, aber mit etwas mehr Sinn und weniger Subventionen (also: Steuergeldern)! Es muss auch in Lembeck darüber diskutiert werden, wem dies alles nützt! Und vor allem müssen wir Lembecker sagen, ob wir in unserem Dorf noch mehr Ställe, noch mehr 50-Tonnen-Schlepper und noch mehr Gülle-Geruch wollen.
    Es bietet sich also für denjenigen, der mit dem Gedanken spielt, in Lembeck zu wohnen, oder dieses Dorf regelmäßig zu besuchen, folgendes Bild:
    Wenn man was einkaufen will, ist man sehr stark eingeschränkt oder man sucht den Weg in die nächste Stadt (wobei Dorsten auch nicht wirkt, als wäre es eine Einkaufsmetropole). Wenn man Essen gehen will, sind die Auswahlmöglichkeiten im Dorf eher eingeschränkt. Das gleiche gilt für einen Besuch in der Kneipe. Dafür kann man jederzeit dem Zahn der Zeit begegnen, sei es bei den Straßen (Rhader und Rekener Straße sind wohl der Grund für die Zunahme von Geländewagen: ohne sie kann man diese Pisten auch kaum noch befahren) oder bei leerstehenden Gebäuden, die schon nicht einmal mehr auf Wiederbelebung warten, sondern den Gnadenschuss herbeisehnen. Das innere Auge sieht noch Wildwest-Dornenbüsche, die durch die Straßen geweht werden.

    Na ja, wenigstens ist das Schloss eine Attraktion und durchaus empfehlenswert. Leider ist es weit weg. Dieser Abstand spiegelt sich unleugbar im Verhalten des Besitzers zu dem Dorf wieder, dessen Namen seine Familie lange trug. Oder wirkt er im Hintergrund für ein lebenswertes und liebenswertes Lembeck? Im Vordergrund fällt er auf jeden Fall nicht auf.
    Das ganze wird natürlich garniert von einem strengen Güllegeruch, der wochenlang durch das Dorf wabert.
    Warum ist das so? Warum kann man kleine, inhabergeführte Läden nicht im Dorf halten? Warum kann man für Filialschließungen, wie z.B. die Drogerie, keine Ersatzmieter bekommen? Ab wann wirken sich diese Leerstände und das damit einhergehende trostlose Bild des Dorfkerns auch auf die harten Fakten aus, wann also sinkt z.B. der Mietpreis oder der Preis für Bauland? Wie viel Einschränkung bedeuten die vielen neuen Ställe in den Außenbereichen für die Naherholungsqualität? Wie lange will das Dorf eigentlich noch darauf warten, dass „Die da auf´m Amt“ ihren Arsch hoch kriegen?

    Oder einfacher: Wann bekommen die Lembecker ihren Arsch hoch? Wann werden Ideologien überwunden, wann wird das eine große Ziel – fernab von sonstigen berechtigten oder auch nur scheinbar berechtigten Vorbehalten – in Angriff genommen? Wann wird also die direkte Nachbarschaft mit der größtmöglichen Lebensqualität versehen? Was kann jeder Einzelne tun? Was kann die Politik tun? Wer fragt die Lembecker Vertreterinnen und Vertreter im Rat der Stadt oder im Kreistag? Was tun sie für Lembeck, besser: für die Bürger von Lembeck?

    Lembeck hat den Anschluss verloren, die Frage ist nur noch, wann wir das einsehen und uns geschlossen dagegen wehren. Die Zeit des Aushaltens ist vorbei, es ist genau das Dorf, was wir daraus machen, jeder von uns!

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