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Stadtrat tagte im Schlaunschen Saal auf Schloss Lembeck

Lembeck – Für rund 4 Stunden durfte gestern Abend der Schlaunsche Saal im Schloss Lembeck für die Ratssitzung des Dorstener Stadtrates herhalten. Hitzige Diskussionen, viele Informationen und nicht zuletzt ein lupenrein vorgetragener Bericht des Stadtkämmerers Hubert Große-Ruiken gaben einen tiefen Einblick in die unermüdliche Arbeit aller Fraktionen im Stadtrat.
Fazit: Es war ein interessanter und netter Abend. Danke an alle aktiven Fraktionen im Stadtrat, die für das Wohl Dorstens unermüdlich kämpfen.

Ein seltenes Bild: Alle Fraktionen mit der Stadtverwaltung tagen im Schlaunschen Saal. Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

 Anlässlich des Lembecker Dreifachjubiläums fand auf Anregung von Bürgermeister Tobias Stockhoff eine wichtige Sitzung des Dorstener Stadtrats auf Schloss Lembeck statt.

Tobias Stockhoff, der eine Krawatte mit Lembecker Wappen trug, leitete die Sitzung ein mit einer Glosse von Michael Klein, in der vor dem Hintergrund der schottischen Unabhängigkeitsbewegung vom Vereinigten Königreich die angeblichem oder auch tatsächlichen Abtrennungsbestrebungen der Herrlichkeit Lembeck von der Stadt Dorsten aufs Korn genommen wurden.

Graf Merveldt. Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

Hausherr Ferdinand Graf Merveldt schlug in die gleiche Kerbe, indem er auf die Gegensätze zwischen Lembeck und Dorsten hinwies: Lembeck habe immer zu Münster gehört, Dorsten zu Köln. Lembeck sei immer von der Land- und Forstwirtschaft geprägt gewesen, während die Stadt Dorsten mehr für das Bürgertum stehe sowie für Industrie und Bergbau. Er vergaß nicht, die Lippe – im Volksmund auch Jordan genannt – als natürliche Grenze zwischen der Herrlichkeit Lembeck und Dorsten zu erwähnen.

Um zu illustrieren, wie einer seiner Vorfahren, ein gewisser Matthias von Westerholt, mit einem Dorstener Bürgermeister umgegangen ist, hatte er eigens eine Reproduktion eines Gemäldes mitgebracht, das noch immer in der St. Agatha Kirche in Dorsten hängt. Dieses Gemälde soll daran erinnern, dass dieser Dorstener Bürgermeister vor ca. 400 Jahren vom Schlossherrn im Kerker von Schloss Lembeck gefangen gehalten wurde und wenige Tage nach seiner Freilassung angeblich an den Folgen der Inhaftierung gestorben ist.

Graf Merveldt sprach die Zuversicht aus, dass es heutzutage friedlicher zugehe und dass die Dorstener Stadtteile immer mehr zusammenwachsen würden – unter Bewahrung ihrer Eigenständigkeit.

Ludger Große-Heidermann als Vorsitzender des Vereins 1000 Jahre Lembeck e.V. stellte kurz die wesentlichen Programmpunkte der 10 Tage dauernden Festwoche vor, die am 29. September beginnt und am 8. Oktober mit dem großen Festumzug  endet.

Thomas Hortmann zum stellv. Brandmeister ernannt

Thomas Hortmann erhält die Ernennungsurkunde von Bürgermeister Tobias Stockhoff. Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

Auch beim nächsten Tagesordnungspunkt stand ein Lembecker im Mittelpunkt: Thomas Hortmann wurde zum Stellvertretenden Stadtbrandmeister ernannt. Er erhielt seine Ernennungsurkunde zum Beamten auf Zeit und legte den Amtseid ab. Stadtbrandmeister Andreas Fischer heftete ihm die Dienstabzeichen an seine Uniformjacke und kleidete ihn ein mit einer Dienstweste in Signalfarbe, die ihn als Einsatzleiter ausweist.

Dann ging es an die eigentliche Tagesordnung mit der Debatte über den zukünftigen Standort der Agatha-Schule. Die schon lange bekannten Standpunkte der verschiedenen im Stadtrat vertretenen Parteien wurden noch einmal ausführlich vorgetragen und erläutert.

SPD, Grüne und Die Linke setzten sich vehement für den Erhalt der Schule am jetzigen Standort am Voßkamp ein. Das Gebäude solle durch einen Neubau ersetzt werden.

CDU und FDP befürworteten – unter anderem aus Kostengründen – eine Verlegung zum Nonnenkamp in das Gebäude der Geschwister-Scholl-Hauptschule, die dann in die Johannesschule an der Marler Straße umziehen muss.

Eines der Hauptargumente gegen den Neubau am jetzigen Standort in der Altstadt war, dass nach der gegenwärtigen Gesetzeslage Neubauten vom Land NRW nicht gefördert werden, wohl aber Umbauten und Renovierungen und eben auch ein Umzug an einen anderen Standort.

Nach fast zweistündiger teils hitziger Diskussion verlangte die SPD-Fraktion eine namentliche Abstimmung, die so ausging, dass 26 Ratsmitglieder für die Verlegung zum Nonnenkamp stimmten und 16 dagegen. Enthaltungen gab es keine. 

Es folgten die Haushaltsrede des Bürgermeisters und die Gegenreden und Kommentierun-gen der Fraktionsvorsitzenden. 

Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst
Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

 

13.09.2017 – Ludwig Drüing & Frank Langenhorst

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