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Winter-Linde am Ostausgang der Kirche wird saniert

Lembeck – Der Lembecker Arborist Heiner Löchteken und der Holsterhausener Gärtnermeister Michael Habsch haben sich der kränkelnden Winter-Linde am Ost-Ausgang der Kirche angenommen.

Foto: Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius Lembeck

Eine vielen bekannte Winter-Linde steht vor dem Osteingang der St. Laurentius Kir-che in Lembeck. Den wenigsten wird aufgefallen sein, dass dieser prägende Baum im Ortskern in den letzten Jahren stark kränkelt.

Foto: Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius Lembeck
Foto: Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius Lembeck

Dabei ist der Baum alles andere als „alt“ – jedenfalls, wenn man die Art betrachtet. Die Tilia cordata – so der lateinische Name – kann durchaus 1000 Jahre alt werden, sollte aber realistisch an vergleichbaren Standorten mindestens 200-500 Jahre ohne nennenswerte Probleme überdauern. Unsere Dorflinde wurde vermutlich kurz nach dem Kirchenumbau 1937 gepflanzt und ist demnach gerademal gut 70 Jahre alt.

Was ist passiert?

Vor zehn Jahren ist die Pflasterfläche im Eingangsbereich der Kirche erneuert wor-den. Das Pflaster war durch die Baumwurzeln teilweise angehoben, es entstanden gefährliche Stolperfallen. Im Zuge der neuen Pflasterung mit einem Granit-Naturstein, hatte man sich entschieden, die offene Baumscheibe zu vergrößern. Diese Maßnahmen waren auch aus baumfachlichen Gesichtspunkten sinnvoll, logisch und konsequent. Als der Belag 2005 entfernt wurde, entnahm man unbewusst auch einen großen Teil der Fein- und Feinstwurzeln des Baumes.
Nun hat die Linde eine deutlich größere Baumscheibe, die ihren Erhalt sichern sollte. Leider ist es für den Baum bislang nicht möglich gewesen, diesen hochverdichteten und wenig belüfteten Boden durch die Bildung neuer lebenswichtiger Feinstwurzeln zu erschließen.

Wie kann Fa. Habsch helfen?

Die ersten Sanierungsversuche im Frühjahr, den Boden mit Luftdrucklanzen aufzulockern schlugen fehl. Der Boden in der Baumscheibe besteht aus hochverdichtetem Dolomitsand – Bodengemisch und konnte nicht pneumatisch gelockert werden.

Foto: Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius Lembeck
Foto: Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius Lembeck

Die Erkenntnis, dass nur ein vollständiger Bodenaustausch Abhilfe schaffen würde, brachte die Fa. Habsch – Garten- und Landschaftsbau aus Dorsten-Holsterhausen ins Spiel. Michael Habsch zögerte keine Sekunde und bot seine kostenlose Hilfe sofort an. „… ich habe sowas noch nicht gemacht, aber gerade deshalb bin ich sehr gespannt, was mich da erwartet und wie die Linde reagiert!“
Nicht unberechtigt ist der erfahrene Gärtnermeister so neugierig, denn die Maßnah-me ist alles andere als alltäglich. Die Baumscheibe wird in fünf gleichgroße „Torten-stücke“ aufgeteilt, wobei in diesem Jahr nur zwei oder drei dieser Stücke bearbeitet werden. Dazu wird der vorhandene und hochverdichtete Boden äußerst vorsichtig gelöst und entfernt. Bagger und Co. sind dabei tabu, denn die Feinstwurzeln müssen akribisch geschützt werden, um dem Baum keinen Schaden zuzuführen. Zur Sicherheit werden STOKOSORB® und Mykorrhiza, Mittel die unmittelbar auf freigelegte Wurzeln aufgetragen werden genutzt, um z.B. Austrocknung zu vermeiden. Im Anschluss daran wird ein spezielles Substrat aufgefüllt und vorsichtig verdichtet.

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Die verbleibenden Bereiche der Baumscheibe werden in ein bis drei Jahren ebenso behandelt und die Kirchengemeinde hofft natürlich insgeheim, Herrn Habsch wieder ansprechen zu dürfen.

Muss diese aufwendige Sanierung sein?

Eine vorzeitige Baumerneuerung kommt nicht in Frage, weil ein neuer Baum Jahr-zehnte benötigt, um das vorhandene Ortsbild zu prägen.
Die Linde kann derart schlechte Standorte grundsätzlich überleben .Für die Lembe-cker Dorflinde gilt das genauso. Die Anzeichen der letzten Jahre in Verbindung mit der Baumaßnahme lassen allerdings den Schluss zu, dass ohne diese Maßnahmen ein Abgang auf Raten zu erwarten wäre. So stellt Heiner Löchteken fest: “Mit jährlichen Totholzentnahmen und ständigen Kontrollen könnte der Baum vielleicht noch fünf, möglicherweise Weise auch zehn oder fünfzehn Jahre gehalten werden. Die anfallenden regelmäßigen Kosten wachsen jedoch stetig und schließen nicht aus, dass irgendwann die Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann…“
Diese nachhaltige Bodenverbesserung bedeutet keine absolute Garantie. Die Linde kann trotz dieser Bemühungen eingehen. Vergleichbare Maßnahmen zeigen aber, dass besonders Linden das Potential haben, neue Bereiche mit Fein- und Feinstwurzeln zu erschließen.

 

Dann spricht nicht mehr dagegen, dass diese Linde ihr artgemäß sehr hohes Alter erreichen kann. Auch mit einer anhaltenden Totholzbildung in den ersten Jahren stellt diese Sanierung im Erfolgsfall die mit Abstand günstigste Variante dar.
Die Winter –Linde ist der Baum des Jahres 2016. Hoffen wir, dass nach 2016 die Jahre der Lembecker Dorf-Linde sein werden.
Heiner Löchteken begleitet die Sanierung und versucht jedem Interessierten mit Rede und Antwort zur Verfügung zu stehen.

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