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Das Wasser der Cold-Water-Challenges versickert langsam

Lembeck / NRW – Scheinbar wurde letzten Samstag das letzte Lembecker CWC-Video gedreht und die Oldtimerfreunde verzichteten mit Respekt auf den tödlichen CWC-Unfall von Isselburg auf weitere Nominierungen.

cwc_spendeWas in der heimischen Region mit den Feuerwehren begann und auch sofort wieder durch die Vorgesetzten mit mangelhafter Pressearbeit und fragwürdigen Erklärungen beendet wurde, ging in die zivile Vereinswelt über – und Vereine gibt’s scheinbar wie Sand am Meer.

Die Cold-Water-Challenge hat trotzdem Spaß gemacht und nie zuvor gab es so viel farbenfrohe Kreativität der Vereine. Wenn man aktuell auf dem Videoportal Youtube mit dem Suchbegriff „Lembeck“ stöbert, wird es ruhiger um den einstigen Hype, der aus den USA vor 2-3 Jahren nach Europa rüber kam. Lediglich ein CWC-Video füllt heute noch die Pinnwände des sozialen Netzwerks Facebook – ein Cold-Water-Challenge-Video der Schlossgarde Engelskirchen (Foto). Wer das Video abspielt findet allerdings keine Wasserschlacht oder ähnliches, sondern eine Schweigeminute von 5 Vereinsmitgliedern mit anschließendem Spendenaufruf zugunsten der hinterbliebenen Familie des tödlich verunglückten Opfers von Isselburg. „Wir nehmen an der Cold-Water-Challenge nicht teil…“ – heißt es in dem Video, indem die Mitglieder gleichzeitig das Grillen für die Nominierer versprachen.

Wie aus den Medien bekannt wurde, kam es letzte Woche Dienstag am Abend zu einem folgeschweren Unfall beim Videodreh zu einer Cold-Water-Challenge eines Kegelclubs aus Isselburg (Kreis Borken). Hier wurden leichtsinnigerweise ca. 2000 Liter Wasser in eine Schaufel eines Teleskoplader gefüllt, die ausgestreckt über eine voll besetzte Bierzeltgarnitur, die auf einem Acker aufgestellt wurde, entleert werden sollte. Durch die Überladung kippte der Teleskoplader nach vorne und die schwere Schaufel schlug auf die Mitglieder des Kegelvereins, bei dem fünf Leute zum Teil schwer verletzt und ein 34jähriger Kegelbruder und Familienvater tödlich getroffen wurden.

Eine andere Art von Leichtsinn: Videos mit Musikuntermalung können extrem teuer werden!

Mit scheinbar vollständig ausgeschaltetem Rechtsbewusstsein haben viele Vereine ihre CWC-Videos mit urheberrechtlich geschützten Musiktiteln aufgepäppelt. In manchen Videos erklang „The final countdown, An Tagen wie diesen oder 10 kleine Jägermeister…“ – und fast alle Nominierten lassen ihr Video solange auf Youtube, bis dem „Uploader“ früher oder später ein Brief eines Rechtsanwaltes ins Haus flattert. Da viele Rechtsanwälte und Rechteinhaber in Deutschland von Abmahnungen bestens leben und reich werden können, sitzen ganze Banden von morgens bis abends am PC und suchen nach abmahnfähigem Material im Internet. Wer von den vielen Cold-Water-Challenge-Teilnehmern diese unliebsame Post erhält, wird oft mit einer Kostennote von 500 bis 1500 € belastet, wenn es „günstig“ ausgeht.

Quelle: 06.08.2014 Lembecker.de – Frank Langenhorst

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