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17-jähriger Sextäter aus Lembeck gesteht Vergewaltigung

Lembeck / Essen – Er war der Mann mit dem schwarzen Helm auf dem Motorroller, der die Frauen in Lembeck über mehrere Monate verängstigte. 17 Jahre alt ist er, wirkt äußerlich unscheinbar. Seit Donnerstag muss sich der Lembecker wegen Vergewaltigung und tätlicher Beleidigung vor dem Landgericht Essen verantworten.

Am 2. Oktober vergangenen Jahres hatte die Polizei den Auszubildenden festgenommen, nachdem er einen Tag zuvor in einem abgelegenen Waldstück in Lembeck eine 30-Jährige überfiel. Aus rechtlichen Gründen ist Vergewaltigung angeklagt, doch die Frau konnte damals das Schlimmste abwehren. Vermutlich deshalb hatte die Polizei auch immer von einer versuchten Vergewaltigung gesprochen.

Frauen vom Roller aus begrapscht

Schnell war den Ermittlern im Oktober klar, dass der Festgenommene für die Serie von Grapscher-Überfällen verantwortlich war, die in Lembeck seit dem 12. Juni für Angst und Schrecken gesorgt hatten. Den schwarzen Helm und den dunkelblauen Motorroller hatten die Opfer immer wieder genannt. Der 17-Jährige leugnete die Taten erst gar nicht. Schon bei der Polizei gab er die Überfälle zu und übernahm am Donnerstag in einem Geständnis auch vor der III. Jugendstrafkammer die Verantwortung.

Die Tatorte lagen in den weiten Waldstücken zwischen Rhade und Lembeck. Am 12. und am 25. Juni nähert er sich Frauen auf Feldwegen von hinten mit seinem Roller, schlägt ihnen im Vorbeifahren aufs Gesäß. Am 6. Juli kommt ihm eine Frau entgegen, die ihre Hunde ausführt. Ihr fasst er an die Brust.

Die Intensität seiner Taten steigert er. Am 7. Juli springt er eine Frau von hinten an, versucht vergeblich, ihr die Hose herunterzuziehen. Im August gibt es drei weitere Fälle, wo er Frauen an Po oder Busen fasst. In der Auswahl seiner Opfer ist er wahllos, was ihr Alter angeht: Eine 20-Jährige ist darunter, eine 60-, eine 57-Jährige.

Mit Messer bedroht

Am 1. Oktober trifft er am Endelner Weg auf eine 30-Jährige. Mehrfach fährt er an ihr vorbei, stoppt, fährt weiter. Dann stellt er sich ihr in den Weg, bedroht sie mit einem Messer, versucht sie zu vergewaltigen. Zum Schluss droht er ihr mit dem Tod, falls sie zur Polizei geht. Einen Tag später sitzt er in Haft.

Hinter verschlossenen Türen sagt der aus bürgerlichen Verhältnissen stammende Angeklagte in Essen aus. Seine Eltern, die als gesetzliche Vertreter im Saal sitzen dürfen, sind herausgegangen, damit er ohne Hemmungen redet. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigt dem 17-Jährigen schwere psychische Störungen und Wiederholungsgefahr. So könnte für ihn zum Schluss die Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie stehen: Ende unbestimmt. Solange er gefährlich ist, bleibt er dort.

Quelle: WAZ / Der Westen (Stefan Wette)

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