Werbepartner

Hohe-Mark-Forensikgegner plakatierten ihren Unmut

Lembeck – Die Plakataktion „Frag doch mal die RAG“ wurde am letzten Samstag auch in Lembeck an der Lippramsdorfer Straße Ecke Speckinger Weg durchgeführt. Mit dieser Plakatoffensive wird die RAG AG in Lippramsdorf und Umgebung mit Fragestellungen zum geplanten Verkauf des Standorts AV9 konfrontiert. Dabei fokussiert sich der Verein auf das Versprechen der RAG zur Renaturierung und der Aussage, dass die RAG für die Menschen vor Ort Verantwortung zeige.

Archivfoto der Plakataktion vom Januar diesen Jahres

Das erste Motiv wurde bereits am 29. Dezember auf einer 3,50 m x 2,50 m großen Plane auf einem Ballenwagen an der Kreuzung B58 / Lembecker Straße in Lippramsdorf präsentiert. Am gestrigen Samstag folgten Dann Plakate um 11 Uhr in Haltern am See, Kreuzung Weseler Straße (B 58) / Lembecker Straße und gegen 14 Uhr dann in Lembeck an der Lippramsdorfer Straße / Einfahrt Speckinger Weg. Hier folgten ca. 60 Interessenten bei strahlendem Sonnenschein dem Aufruf der Bürgerinitiative „Hohe Mark ohne Forensik“.
Mit einem neuen Motiv wird weiter auf die Rolle der RAG bei der Auswahl des Standorts für die Maßregelvollzugsanstalt im Landgerichtsbezirk Essen aufmerksam gemacht. Außerdem weist die Bürgerinitiative darauf hin, dass bei einem solchen Bauvorhaben an diesem Standort mehrere Hektar Wald in einem Naturpark gerodet werden müssten.
Deswegen wurden am letzten Samstag in Lippramsdorf und Lembeck zwei weitere Ballenwagen mit neuem Motiv aufgestellt.

Ausgangssituation:

Es existiert ein Grundstück der Ruhrkohle AG (RAG) im Naturpark Hohe Mark von ca. 10.000 m² Größe, auf dem zurzeit ein Wetterschacht betrieben wird. Dieser Standort liegt mitten in einem riesigen Waldgebiet. Der Wetterschacht hat so gut wie gar keinen Einfluss auf die umliegende Umwelt, da dieser nur für die Belüftung der unterirdischen Stollen genutzt wird. Die bebaute und versiegelte Fläche hat eine Größe von ca. 20.000 m².
Das Gesundheitsministerium hat nun vor, ab 2016 auf diesem Grundstück eine Maßregelvollzugsanstalt zu bauen. Für diese Einrichtung werden mind. 50.000 m² Fläche benötigt. Das bedeutet, dass mindestens 30.000 m² Waldbestand gerodet und versiegelt werden müssten. Weitere Flächen würden für die Schaffung der Infrastruktur benötigt, da dort bisher keine Erschließung stattgefunden hat. Die Stromversorgung kommt nach unserem Wissen bisher von
unter Tage und fällt nach Schließung des Wetterschachtes weg. Die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind für eine Maßregelvollzugsanstalt in der geplanten Größe nicht ausreichend. Es müssten etliche Km Rohre durch Waldgebiet verlegt werden. Dieser Wetterschacht ist nicht mit einem Zechengelände zu vergleichen. Die Nutzung ist weitaus geringer.

Zu erreichen ist dieser Wetterschacht bisher lediglich über die schmale Granatstraße (eine geschützte Allee), die mitten durch die Hohe Mark führt. Aus rettungstechnischer Sicht müsste diese Straße erheblich verbreitert werden. Zudem müsste eine zweite Zufahrt durch eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete NRWs gebaut werden.
Eine solche Einrichtung würde in großem Maße Lärm- und Lichtemissionen in ein naturbelassenes Gebiet bringen, in der eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten vorkommen.
Die Ministerin behauptet, dass dies der einzig geeignete Standort für eine MRVA
im Landgerichtsbezirk Essen ist, gibt aber keinerlei Auskunft über das Auswahlverfahren.
Die Anforderungen an die Eignung (gem.http://www.mgepa.nrw.de/mediapool/ pdf/gesundheit/Allgemeiner_Kriterienkatalog_zur_MRV-Standortauswahl.pdf) werden für diesen Standort weitgehend nicht erfüllt. Bisher sind dem Ministerium von uns 6 Alternativstandorte vorgeschlagen worden, weitere von anderen Bürgern. Einerseits tritt die Rot-Grüne Landesregierung
für den Erhalt der Natur und den Schutz des Waldes ein. Der grüne Landesumweltminister Johannes Remmel sprach erst kürzlich davon, dass NRW mehr Wald brauche. Nun wirft die Partei an dieser Stelle jegliche Überzeugung über Bord und opfert die Bäume um Wählerstimmen und die eigenen Jobs zu sichern. Haltern als Kleinstadt und CDU-regierte Kommune scheint im Landgerichtsbezirk Essen die kleinste politische Auswirkung für die Regierungsparteien zu haben.

www.hohe-mark-ohne-forensik.de

13.01.2013 Verein Hohe Mark ohne Forensik für Lembecker.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen