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Bekannter Eventmanager legt Geständnis in Marihuana-Prozess ab

Essen/Dorsten. Hoch gelobt, tief gefallen: Seit Montag muss sich der in Dorsten und Schermbeck als Partymacher bekannte Eventmanager Hendrik H. (31) aus Lembeck vor dem Landgericht Essen verantworten. Gemeinsam mit dem Dorstener Koch Kai B. (37) soll er rund 38 Kilo Marihuana von dem mitangeklagten Holländer Sander B. (27) bezogen haben. Vor der VI. Strafkammer legen die beiden Dorstener ein Geständnis ab.

blaulichtlemDer Eventmanager Hendrik H. (31) aus Lembeck und der Dorstener Koch Kai B. (37) sollen um die 38 Kilo Marihuana von Sander B. (27) aus den Niederlanden gekauft haben. Die beiden Männer waren vor der VI. Straflkammer des Landgerichts Essen geständig.
Der Holländer hatte sich direkt nach seiner Festnahme am 15. Mai entschlossen, ein Geständnis abzulegen, und der Polizei den seit Sommer 2010 laufenden Drogenhandel offenbart. Als Schalkefan sei er oft zu Spielen seines Vereins nach Gelsenkirchen gefahren. Übernachtet habe er immer im Hotel der Eltern von Kai B. am Rande der Altstadt, in dem dieser Angeklagte damals als Koch arbeitete.

Kai B. habe ihn gefragt, ob er Marihuana aus Holland mitbringen könne. Sander B., der 2010 mit seiner Metallbaufirma Schiffbruch erlitten hatte, wechselte die Branche. Er baute in einem Waldstück neben seinem Wohnhaus eine Outdoor-Plantage auf, später in einem Schuppen eine Indoor-Plantage. Die Cannabispflanzen machten ihm zunächst nur wenig Freude, mit zunehmender gärtnerischer Erfahrung steigerte er die Qualität. Anfangs bekam er 2800 Euro für ein Kilogramm, zuletzt 4700 Euro.

Tipp aus der Szene

Ein Tipp aus der Szene brachte die Polizei auf die Spur des Trios. Weil die Angeklagten am Telefon nur wenig sagten, was mit Drogenhandel in Verbindung zu bringen war, mussten die Beamten mühsam observieren. Schnell stellte sich heraus, dass Sander W. den Stoff meist zum Hotel brachte, in dem Kai B. in einer Einliegerwohnung lebte. Kam das Rauschgift in die Lippestadt, erschien kurz danach auch Hendrik H. am Hotel oder an der Schermbecker Zweitwohnung von Kai B.

Hendrik H. war für ortskundige Polizisten kein Unbekannter. Er gilt als einer der Macher der „WDR für eine Stadt“-Kampagne, mit der die Dorstener im Sommer eine Open-Air-Veranstaltung in ihre Stadt holten. Auch als Partymacher soll sein Ruf in Dorsten und Schermbeck legendär sein.

Gewehr mit Munition

Am 15. Mai schlug die Polizei zu. Morgens war der Holländer mit 5,6 Kilo Marihuana am Hotel vorgefahren, schnell kam auch Hendrik H. Laut Anklage holte er wie immer die Hälfte der Lieferung ab. Er wird bei der Rückfahrt festgenommen. In seinem Auto liegen drei Kilo Rauschgift. Im Hotel werden Kai B. und Sander W. festgenommen. In der Wohnung des Kochs entdeckt die Polizei die restlichen 2,6 Kilo Drogen. Außerdem ein Gewehr mit Munition, was die Mindeststrafe für Kai B. auf fünf Jahre Haft wegen „bewaffneten Drogenhandels“ erhöhen dürfte. Vor Gericht gestehen sie zwar, verzichten aber anders als der Holländer auf den Kronzeugenrabatt: Denn ihre Kunden wollen sie nicht verraten.

Alle drei Angeklagte sitzen seit dem 15. Mai im Gefängnis. Daran wird sich wohl vorerst nichts ändern. Am Montag verurteilte die Kammer den Holländer zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Urteile gegen die beiden Dorstener sollen am Mittwoch folgen.

Quelle: WAZ / Der Westen (Stefan Wette)

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