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Bittere Wahrheiten und eine Zusage

Lembeck. Wer die Wahrheit sagt, der braucht ein schnelles Pferd. Diese Indianerweisheit füllte sich mit Leben im Forum der Laurentius-Schule, wo rund 100 Lembecker Bürger auf Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und den ersten Beigeordnetem Gerd Baumeister trafen, um die Zukunft der Hauptschule zu diskutieren.

673_Laurentiusschule_3_1Gleich zu Beginn stellte Lambert Lütkenhorst die Rolle der Stadt im Szenario einer Schulschließung klar. „Nicht die Verwaltung ist für die Schließung einer Schule verantwortlich, sondern es sind drei Faktoren, die zu einer solchen Veränderung führen: Demografie, Wahlverhalten der Eltern und die Schulverwaltung“, betonte Lambert Lütkenhorst.

Im Laufe des Frühjahrs habe sich die bittere Erkenntnis erhärtet, dass für das kommende Schuljahr kein neuer fünfter Jahrgang zustande kommen wird. Auch deshalb, weil Lembecker und Rhader Eltern ihre Kinder vermehrt nach Raesfeld und Reken zur Schule schicken. Diese „Auspendler“ fehlen unterm Strich, um den Erhalt der Laurentiusschule zu sichern. „Es ist eine Tatsache, der wir uns stellen müssen. Es wird keinen Sinn machen, im nächsten Jahr noch einmal eine neue Ausschreibung durchzuführen“, so Gerd Baumeister. Der Beigeordnete sagte ohne Umschweife, dass die Schule geschlossen wird.

Allerdings mit Einschränkungen: Die Verwaltungsspitze sichert Eltern und Lehrern zu, dass jeder Schüler, der jetzt zur Laurentiusschule geht, dort auch seinen Abschluss erwerben kann. „Ich mache allerdings auch an dieser Stelle eine Einschränkung: Wir haben das bei der Abwicklung der Josefsschule erlebt. Auch da stand diese Zusage im Raum, aber am Ende haben dann die Eltern selbst entschieden und wir haben dort früher schließen müssen, weil die Kinder zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule wechselten“, so der Bürgermeister.

Die Reaktionen der Eltern: Enttäuschung und gemäßigte Wut. Warum kommt keine Sekundarschule nach Lembeck? Es werde mindestens zwei Jahre dauern, bis ein Antrag für eine Sekundarschule positiv entschieden sei, hält Baumeister dem entgegen. Für dieses Szenario, das tatsächlich erwogen wird, kommt aus Sicht der Verwaltung nur das Schulzentrum an der Pliesterbecker Straße in Frage und nicht Lembeck. Es gab keinen Applaus für diese Perspektive. Es wurde dem Bürgermeister zwar eine Liste mit Unterschriften überreicht, doch bewirken wird sie wenig: Beim Antrag auf eine Sekundarschule sind gesetzliche Vorgaben zu beachten, als Standort kommt deshalb wohl nur Dorsten in Frage.

Auch die Lembecker Blasmusiker treibt die Sorge um die Zukunft der Schule um: Ob sich die Musiker einen neuen Übungsraum suchen müssen, wenn die Schule dicht macht, fragte einer. Der Bürgermeister konnte beruhigen: Noch stehe nichts fest und so lange das Gebäude bewirtschaftet wird, darf auch Musik gemacht werden. Sicher ist dabei wohl ebenfalls, dass im Kampf um den Erhalt der Laurentiusschule auch noch mancher schräger Ton erklingen wird.

Quelle: WAZ / Der Westen (Jo Gernoth)

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