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Ein Spiel mit Licht und Schatten

Lembeck. „Tage Andersen!“, Stolz und Bewunderung funkeln in den Augen von Josef Nottelmann, wenn ihm dieser Name über die Lippen kommt. Denn Tage Andersen hat nicht nur ein „Tage-Werk“ in der Empfangshalle des Restaurants vollbracht, sondern den gesamten rechten Flügel-Innenraum des Schlosses kurzerhand umgekrempelt. Mit dem Pächterwechsel in 2010 hatten Nottelmanns beschlossen, dem Gewölbekeller des Schlosses ebenfalls einen Neuanfang zu gönnen.

Foto: Archiv Lembecker.de
Foto: Archiv Lembecker.de

„Back to the roots“ hieß das Motto des schwedischen Designers, die Kellerräume sollten ihr altes Gesicht wieder bekommen, Schnickschnack und Krimskrams kamen ihm nicht an die Wände. „Wir sind hier schließlich in einem alten Schlosskeller und gerade das ist doch das reizvolle an diesen Räumen. Sie haben eine Persönlichkeit, und die soll auch beibehalten werden“ erklärt Nottelmann.

Mit viel Liebe zum Detail und schon längst vergessenen Techniken, wie der Herstellung alter Tinte, erweckte Tage Andsersen das alte Gesicht des Kellergewölbes neu. Besonders auf die Wirkung von Licht und Schatten legte Andersen bei der Umgestaltung viel Wert. Die spezielle Ausrichtung der handgefertigten Lampen sorgt für beeindruckende Schatten an den unebenen Wänden des Kellers. Auf Bilder wurde deswegen verzichtet. „Licht und Schatten wirken für sich, man darf nicht durch zu viel Dekoration vom Wesen der Räume ablenken“, so Nottelmann weiter. „Das Gefühl ist wichtig“, erklärt Nottelmann, „alles was man sieht, riecht, fühlt und schmeckt muss zusammenpassen.“

Dass Tage Andersen einmal im Schloss Lembeck tätig sein würde hätte sich Nottelmann vor 20 Jahren niemals vorstellen können. „Damals war ich mit meiner Frau in Stockholm und musste Eintritt bezahlen, um sein Geschäft betreten zu können“, erinnert er sich. Dass sich das Eintrittsgeld von damals und die Investitionen vor zwei Jahren gelohnt haben, beweist der Wiedererkennungswert, den die Arbeit von Andersen hat. „Wir haben hier schon Gäste gehabt, die den Raum betreten haben und direkt seinen Namen riefen.“

Einer der schwedischen Gäste fühlte sich sogar so sehr zu Hause, dass er sich seiner Schuhe entledigte und die Strapazen der Anreise vor dem gemütlichen Kaminfeuer abschüttelte. Aber nicht nur Gäste aus dem fernen Schweden nächtigen mittlerweile im Schloss Lembeck, sogar Gitarrist von „Smoke on the Water“ Ritchie Blackmore und ein Ballonfahrer aus Amerika gaben sich schon die Ehre. Auch der „Rote Salon“ mit dem gigantischen runden Tisch von knapp drei Metern Durchmesser ist ein beliebter Treffpunkt für Tagungen und Familienfeiern geworden. „Die Maserung des Tisches ist handgemalt, dass muss man sich mal vorstellen!“, sagt Nottelmann bewundernd.

Ein Zuckerschlecken waren die vergangenen zwei Jahre nach dem Pächterwechsel für die Nottelmanns nicht. Doch harte Arbeit und neues Konzept haben sich bewährt. Der Kundenstamm ist beständig geworden und Touristen aus den verschiedensten Teilen der Erde residieren regelmäßig in den Schlossgemächern. „Wir sind nach zwei Jahren endlich angekommen“, lautet das Fazit von Inga und Josef Nottelmann. Ein paar Körbe kommen noch an die Wände der Kellergewölbe, das hat Tage Andersen versprochen, dann aber ist der Umbau abgeschlossen und auch die neuen Pächter können sich „zu Hause“ fühlen.

Quelle: WAZ / Der Westen (Carola Steentjes)

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