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Tempo 20 auf der Kreisstraße – Blitzer nerven Autofahrer

Lembeck. Sie gilt als die „verrückteste Kreisstraße im Ruhrgebiet“: Auf der Heidener Straße in Dorsten, immerhin eine Kreisstraße, gilt wegen der zahlreichen Schlaglöcher nur noch Tempo 20. Geblitzt wird dort dagegen umso eifriger. Für manchen Autofahrer „dreiste Abzocke“.

heidenerstrasse1Der Boulevard hat die Heidener Straße (K55) vor ein paar Tagen als „verrückteste Kreisstraße im Ruhrgebiet“ verhandelt und das Fernsehen war auch schon da: Die Piste ist so von Frost zerfressen, dass dort statt früher 70 oder 100 teils nur noch Tempo 20 erlaubt ist. Dass nun auch noch geblitzt wird, nennt das Internetforum lembecker.de „dreiste Abzocke übelster Art“, sucht jetzt betroffene Autofahrer und ermuntert, gegen Knöllchen zu klagen.

Unbestritten bei Bürgern und Behörden ist dies: Die K55 kann man eigentlich nicht mehr als Straße bezeichnen. Große bröselnde Löcher klaffen im Asphalt. „Die Straße ist nicht mehr zumutbar“, schreibt ein Teilnehmer auf lembecker.de. Ein anderer urteilt, die Straße sei „nicht verrückt, sondern total kaputt. Verrückt sind nur Stadt und Kreis.“ Anstelle der Holperpiste wäre ein Schotterweg wie vor hundert Jahren besser.

Geblitzt haben allerdings weder Stadt noch Kreis, sondern die Polizei. Aktenkundig (bis einschließlich 24. Juli) bislang nur einmal – und das im Juni zwei Tage nach einem schweren Frontalzusammenstoß zweier Autos auf der Strecke. Neben etlichen Verwarnungen gab es an dem Tag zwölf Anzeigen für Spitzenraser. Der Schnellste war auf einem Tempo-30-Abschnitt mit 94 Sachen unterwegs.

„Verkehrsteilnehmer zu einem großen Teil uneinsichtig“

Geblitzt werde, weil „leider die Verkehrsteilnehmer zu einem großen Teil uneinsichtig sind“, urteilt Landrat Cay Süberkrüb. Der Unfall im Juni sei vermeidbar gewesen. Spitzer Kommentar eines Nutzers auf lembecker.de: „Der Unfall wäre vermeidbar gewesen, wenn man nicht regelmäßig die Schotterstrecke besichtigt, sondern endlich erneuert.“

Das – immerhin – soll in diesem Jahr noch passieren. „Da geht auch kein Weg dran vorbei“, sagt Dorstens Verkehrsplaner Dietmar Koch. Geplant ist eine Änderung des zwölf Meter breiten Querschnitts. Es soll künftig neben der Fahrbahn nur einen, aber breiteren und als Radweg geeigneten Randstreifen geben statt zwei schmaler Ränder. Koch: „Ohne Verbreiterung der Fläche ist mehr nicht drin. Von einem abgesetzten Radweg können wir die nächsten 20 Jahre nur träumen.“ Für die Lembecker höchste Zeit, dass etwas passiert: „Die Geduld derer, die diese Strecke täglich fahren müssen, ist am Ende.“

Sanierung verschoben

Jetzt droht auch noch politischer Streit um die Straße. Marc Liebehenz (für die FDP im Kreistag) sagt, die K55 hätte schon 2009 saniert werden können, wenn die CDU nicht auf dem Ausbau des Radwegs bestanden hätte und die Sanierung darum verschoben worden wäre.

Quelle: 02.08.2011 WAZ / Der Westen (Ludger Böhne)

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