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„Die mussten aus dem Verkehr gezogen werden“

Lembeck. Dass die 300 Stühle der Lembecker Sport- und Kulturhalle von der Stadt ersatzlos entsorgt wurden (siehe Lembecker.de-Bericht von Samstag) wollen die betroffenen Vereine nicht auf sich beruhen lassen.

Die blauen Stühle in der Sport- und Kulturhalle landeten teilweise ersatzlos auf den Müll. (Foto © : Lembecker.de - Frank Langenhorst)
Die blauen Stühle in der Sport- und Kulturhalle landeten teilweise ersatzlos auf den Müll. (Foto © : Lembecker.de – Frank Langenhorst)

Werner Kleine-Vorholt, Vorsitzender der Schützen und der Kolpingfamilie in Lembeck: „Wir müssen neue Stühle haben. Wie auch immer.“ 

Stadtsprecher Carsten Feldhoff indes erklärt, die Verwaltung könne die Aufregung nicht nachvollziehen, die Reaktion sei unangemessen.

Die Lembecker Halle bekommt in den Ferien einen neuen Boden. Die Stahlrohrbeine der 47 Jahre alten Stapelstühle würden sich (auch durch einen Schutzbelag) in diesen Boden bohren und Schrammen hinein stanzen. Darüber hinaus seien die alten Sitzmöbel ein Sicherheitsrisiko, einzelne seien bereits zusammengebrochen, so Feldhoff. „Die mussten aus dem Verkehr gezogen werden.“

Den Vereinen sei als Alternative angeboten worden, geeignete Stühle bei der Stadt oder im Gemeinschaftshaus auszuleihen. Ob dafür Transportkosten oder Miete berechnet würden, sei im Einzelfall zu prüfen. Feldhoff: „Wer mit einer Veranstaltung Geld verdienen will, dem ist das zuzumuten.“ Und: Die Bürger müssten nachvollziehen, dass Dorsten Notgemeinde ist und keine Ersatzstühle kaufen könne. „Wir müssen Prioritäten setzen. Es gibt auch kaputte Möbel in Schulen.“

Kleine-Vorholt indes hat für die Aktion überhaupt kein Verständnis. Er hat die Politik informiert und Vertreter von (mindestens) 16 betroffenen Lembecker Vereinen am Montag, 25. Juli, 20 Uhr, ins Pfarrheim eingeladen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Thomas Boos (FDP) hat inzwischen beantragt, das Thema im nächsten Schulausschuss nach den Sommerferien zu diskutieren. Dass die Entsorgung angeordnet wurde, ohne die Politik zu informieren, sei „ärgerlich. Da muss man doch vorher drüber reden.“ Keinesfalls dürfe die Lembecker Halle durch die Beseitigung von Sitzgelegenheiten zur reinen Turnhalle umdeklariert werden. Boos schätzt, neue Stühle würden 30 000 Euro kosten. „Und die alten Stühle sind jetzt weg. Das ist doch Mist.“

Möglicherweise gibt es auch stabile und lang haltende Stühle für ca. 30-50 € pro Stück, was bei 300 Stühlen dann 9.000 bis 15.000 € ausmachen würde (bei Mengenrabatt vielleicht noch wesentlich weniger). Die Unkosten auf Besucher kultureller Veranstaltungen umzulegen halten wir von Lembecker.de für absoluten Nonsens. Hier ist die Stadt Dorsten ganz ohne Zweifel zum Ersatz verpflichtet.

18.07.2011 WAZ (Ludger Böhne) & Lembecker.de (Frank Langenhorst)

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