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Bistum rudert zurück: Fusion muss nicht sein

DORSTEN Alle fünf katholischen Kirchengemeinden in Holsterhausen und Hervest können sich “irgendwie” auf eine gemeinsame Seelsorgeeinheit einlassen. Denn das Bistujm Münster hat überraschend Zugeständnisse gemacht.

Foto: Lembecker.de - Frank Langenhorst
Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

Dies haben die Pfarrer Lars Hofmann und Carsten Roeger (Holsterhausen) als Fazit aus der zweistündigen Versammlung mit Weihbischof Dieter Geerlings mit genommen, die am Montagabend hinter verschlossenen Türen stattfand. Eine überraschende Wendung angesichts der Proteste der Gemeindemitglieder, die vor den Toren des Gemeindehauses St. Josef mit Transparenten gegen die drohende Fusion von St. Bonifatius, St.Marien, St. Antonius, St. Josef und St. Paulus zu einer Großgemeinde demonstriert hatten (wir berichteten).

“Fusion ist kein Muss”

Der Meinungsumschwung kam nach Angaben von Versammlungsteilnehmern zu Stande, als der Weihbischof auf mehrmalige Nachfrage im Gegensatz zu früheren Erklärungen des Bistums erklärte, die Fusion sei kein “Muss”, sie “könne” lediglich am Ende des Diskussionsprozesses stehen. Das Bistum sei noch in der “Suchbewegung”. Pfarrer Lars Hofmann bestätigte die weihbischöfliche Aussage, dass die Fusion derzeit kein Thema sei: “Sie ist aber dennoch nicht vom Tisch.”

Carsten Roeger erklärte gestern, dass Vertreter von Pfarrgemeinderäten, Kirchenvorständen und Seelsorger ab Oktober “informelle Ausschüsse” bilden. “Da geht es darum, wie man andere Schwerpunkte setzt, wie man die Kräfte der jeweiligen Gemeinden bündelt.” Im April soll es dann neuerliche Gespräche mit dem Bistum geben, wie die Seelsorgeeinheit ausgefüllt wird.

Demokratische Wahlen

Sowohl Hofmann als auch Roeger wollten keine Prognose wagen, welche Gremien dann gebildet werden. “Es könnte durchaus sein, dass 2013 die turnusmäßigen Pfarrgemeinderatswahlen wie gehabt stattfinden.” Vielleicht seien die fünf Gemeinden aber auch schon bald soweit, einen gemeinsamen “Rat der Seelsorgeeinheit” zu bilden. “Der wird auch demokratisch gewählt”, so Roeger: “Das Ganze ist eine Frage der Organisation, nicht der Macht.”

Weihbischof Geerlings und Generalvikar Kleibold haben nach Angaben von Roeger und Hofmann erklärt, dass dem Bistum wichtig sei, dass das Gemeindeleben weiter vor Ort gestaltet werde: “Er hat Fehler in der Kommunikation eingeräumt.”

Quelle: Dorstener Zeitung (Michael Klein)

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