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Bischof will Pfarrgemeinderäte schon jetzt abschaffen

Den Pfarrgemeinderäten der katholischen Gemeinden im Dorstener Norden sowie in Hervest und Holsterhausen droht womöglich das vorzeitige Aus. Machthaber Bischof Felix Genn will sie schon vor den Pfarrgemeinderatswahlen im Jahr 2013 durch überpfarrliche Gremien ersetzen.

BischofDr.FelixGennDas geht aus dem “Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Münster” hervor, das vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Dort heißt es sinngemäß, dass bei Seelsorgeeinheiten, die im Laufe einer Wahlperiode gegründet werden, die Pfarrgemeinderäte vor Ort durch ein überpfarrliches Gremium ersetzt werden sollen. Für den Dorstener Norden mit den Gemeinden St. Matthäus, St. Laurentius, St. Urbanus, St. Barbara und Herz Jesu würde der Erlass von Bischof Felix Genn zum Beispiel bedeuten: nur noch ein Gremium mit echter Entscheidungsbefugnis für 16.000 Seelen. Das sollte eigentlich erst 2013 kommen.

Verbindliche Auskunft

“Wir sehen diese Verordnung gelassen. Schließlich haben wir eine verbindliche Auskunft des Leiters der Fachstelle Gemeindeberatung des Bischöflichen Generalvikariats, dass wir unsere Pfarrgemeinderäte neben einem überpfarrlichen Gremium bis zur regulären Wahl 2013 behalten dürfen”, sagt die Deutener Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Gober. Für diesen Lösungsweg habe sich die Planungsgruppe Seelsorgeeinheit einstimmig ausgesprochen. “Schließlich wollen wir nicht den Menschen vor den Kopf stoßen, die sich bis 2013 zur Wahl gestellt haben”, betont Gober. In Hervest und Holsterhausen gibt es so eine Abmachung nicht.

Auch Cornelia Grotehusmann aus der Pfarrgemeinde St. Matthäus meint: “Der Bischof würde ja bei den Menschen seine Glaubwürdigkeit verlieren, wenn eine schriftliche Zusage eines leitenden Mitarbeiters von ihm aus November 2010 keine Gültigkeit mehr hätte.”

Gemeinden arbeiten konstruktiv zusammen

Die konstruktiven Erfahrungen der letzten Monate mit den übrigen Gemeinden im Dorstener Norden haben nach Auffassung der Katholiken aus Wulfen und Deuten gezeigt, dass dem Bistum wie den Pfarrgemeinden an einer Entspannung der Lage liegen würde. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden in Lembeck, Rhade und Wulfen-Barkenberg sei ausgesprochen positiv.

Nur Personalchef Hans-Bernd Köppen, der im Hintergrund die Fäden für die Strukturveränderungen ziehe, würde ab und an den Konflikt mit den Gemeinden in Wulfen und Deuten suchen, heißt es. Viele andere Köpfe in der Bistumsleitung seien hingegen um eine gemeinsame Lösung bemüht. “Im Übrigen gilt: Pacta sunt servanda!”, so Bernhard Schürmann vom Wulfener Kirchenvorstand. Ein lateinischer Spruch, den sicherlich auch Bischof Genn kennt: “Verträge sind einzuhalten!” 

Quelle: Dorstener Zeitung (Stefan Diebäcker)

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