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Böllerschüsse halten Tauben fern (Update 01.06.)

Lembeck – So manch einer wird sich über die vielen Böllerschüsse tagsüber gewundert haben oder noch wundern. Das was so klingt wie eine frühmorgendliche Hochzeitsböllerei dient tagsüber zur Vertreibung von Tauben auf Rotkohlfeldern. 

Gefahrenzeichen explosionsgefaehrliche StoffeEs ist weder ein Hochzeits-Flashmob, noch eine wilde Jägerschießerei. Auf Anfrage von Lembecker.de erklärte Frau Sondermann von der Ziegenkäserei Sondermann in Endeln, dass dies eine vom Ordnungsamt genehmigte Maßnahme sei, um das Anfressen der Rotkohlernte von Tauben zu verhindern. Diese Maßnahme, die ausschließlich tagsüber ausgeübt wird, ist effektiv und zeitlich bis zum Heranwachsen der Rotkohlblätter begrenzt. Wildtauben (Columba palumbus) sind ein hoher landwirtschaftlicher Schadensfaktor und sie haben eine besondere Vorliebe für Frühjahrs- und Jungpflanzen.
Viele Lembecker waren verwundert und auch etwas genervt von der regelmäßigen Böllerei von morgens bis abends, die auch am gestrigen Sonntag mehrmals zu hören war. Die Kanonen auf den Feldern in den Bauernschaften von Lembeck werden mit zeitlichen Intervallen in der erlaubten Zeit von 6 bis 22 Uhr ferngezündet und verschrecken die Taubenscharen, die sämtliche Rotkohlpflanzen anfressen.

01.06.2011: Pauschalgenehmigung vom Ordnungsamt wird heute geprüft

Aufgrund unseres Berichtes (s.o.) vom Montag, hat auch die Dorstener Zeitung von unserer Recherche zur Böllerei in der heutigen Ausgabe berichtet. Reinhild Weßeling hatte sich neben weiteren Lembeckern für den Fall interessiert und auch beim Ordnungsamt angefragt, nachdem sie sich hier auf Lembecker.de informierte. „Ich selber habe auch einen Kirschbaum im Garten der von Vögeln geplündert wird. Darf ich auch eine Kanone zur Abwehr benutzen…?“
Das Ordnungsamt der Stadt Dorsten informierte über eine pauschale Genehmigung von „eingetragenen Knallgeräten“. Ob das umstrittene Gerät in Lembeck mit auf dieser Liste steht, will das Ordnungsamt heute noch einmal prüfen – dieses bestätigte auch Heinrich Sondermann heute auf Anfrage von Lembecker.de.
„Die Böllerei sei auf ca. 2-3 Wochen in der Rotkohlerntezeit beschränkt und man wundere sich, warum nach insgesamt ca. 20 Jahren gerade jetzt das Thema in aller Munde ist“. Ob es an ungünstigen Windverhältnissen in letzter Zeit gelegen hat, die den Schall verstärkt östlich in Dorfrichtung transportierte, konnte noch nicht geklärt werden.
Wir bleiben jedenfalls am Ball und bei Neuigkeiten gibt es an dieser Stelle was zu lesen – oder draußen zu hören.

30.05. + 01.06.2011 Lembecker.de (Frank Langenhorst)

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