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Heimatverein kritisiert Wildbrücke scharf

Deuten / Lembeck – Detlef Stoffel ist sauer. Dem Ehrenvorsitzenden des Heimatvereins Deuten ist der Bau der Wildbrücke über die Autobahn 31 zwischen Schermbeck und Lembeck ein Dorn im Auge. Für ihn ist das Projekt eine einzige Verschwendung an Steuermitteln – und obendrein schädlich für die Natur.

„Ich möchte hier auf einen Fall großer Verschwendung von Steuergeldern und Förderung der Naturzerstörung hinweisen“, kritisiert Detlef Stoffel das aktuelle Bauvorhaben an der A 31.

Der Wildbestand im Bereich Freudenberg und Deutener Moore war in den letzten Jahrzehnten immer wieder ein Streitpunkt, an dem sich Aufregung der Befürworter und Widersacher entzündete. 

Stoffel: Schwarzwild zerstört die Natur

Schon in den 1980er Jahren machte sich der Deutener Heimatverein mit seinem damaligen Vorsitzenden Detlef Stoffel und dem Leiter der Naturschutzgruppe, Klaus Ader, Gedanken über die Zerstörung der Natur durch die Überpopulation von Schwarzwild.

Das Waldgebiet zwischen Schermbeck und Rhade war damals ein „Eigenjagdbezirk“ der Mannesmann AG. Ganzjährige Fütterungen sorgten für einen rasanten Anstieg des Wildbestandes.

Mannesmann kümmerte sich zu gut um die Tiere

Detlef Stoffels Anliegen ist es, mitzuteilen, dass der Ursprung des aktuellen Wildbestandes „in der von Mannesmann betriebenen Überhege“ zu suchen sei. „Nachdem ich von Seite der örtlichen Naturschützer auf den Fall angesprochen worden bin, hat am 26. September 1989 eine Ortsbesichtigung mit dem Heimatverein und Vertretern der örtlichen Jägerschaft stattgefunden“, so der damalige NRW-Umweltminister Klaus Matthiesen in einem Brief an den Heimatverein Deuten.

Neben der Überhege sprach der Minister von einer „offensichtlich beabsichtigten Konzentration von Schwarzwild“. Weiter wurden damals sogar mit einem Total-Abschuss gedroht. Stoffel sieht bis heute einen zu großen Bestand an Schwarzwild.

Wirtschaftswege reichen aus

Sein Fazit: „Diese Brücke ist völlig überflüssig, dafür werden 3,5 Mio Euro ausgegeben. Vor und hinter dieser Brücke ist je ein Wirtschaftsweg über die A 31, über diese Brücken wechseln Hirsche und Wildschweine seit jeher die Seite, das war im Schnee gut sichtbar“, weiß Detlef Stoffel.

Stoffel ist auch der Meinung, dass wechselndes Wild die Zerstörung des Naturschutzgebietes fördert. Dem Heimatverein Deuten ist der Schutz des bedrohten Moorfrosches ein Herzensanliegen. 

Mindestens 3,5 Millionen € für eine mehr als überflüssige Brücke – und für die kaum noch befahrbare Heidener Straße, unsere Hauptverbindung zum Kreis Borken, fehlt das Geld für eine Reparatur bzw. Teerdeckenerneuerung.

Fazit: Wäre Steuerverschwendung genau so strafbar wie Steuerhinterziehung, würden etliche Köpfe der Bundes- und Landesregierung hinter Gittern sitzen.

Quelle: Dorstener Zeitung (Rüdiger Eggert) & Lembecker.de (Frank Langenhorst)

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