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Schrotthändler mit nervtötenden Melodien werden zur Volksplage

Dorsten / Lembeck – Seitdem die Altmetall-Preise heftig angezogen haben, fahren sie bis zu zwei bis drei Mal pro Tag durch die Wohngebiete: Schrotthändler mit klapprigen Kleinlastern, meist aus den Tiefen des Ruhrgebiets stammend.

Mit Schritt-Geschwindigkeit sind sie dabei unterwegs, dass man sie dabei meist nicht einmal überholen kann, ist das geringere Problem. Schlimmer findet manch Anwohner die Musik, die die Klüngelskerle begleitet und mit dem sie ihr Kommen ankündigen: Ein quäkendes Gedudel aus scheppernden Lautsprechern, mit schrillen Tönen vom Band. Meist immer wieder die selbe Melodie von morgens bis abends und das jeden Werktag. Ein Nervenkrieg der wütend macht. Was sagt eigentlich die GEMA, die zur Überwachung der Musikrechte zuständig ist, zu dieser kontinuierlichen Dauerbeschallung von tausenden Ortsbewohnern? Normalerweise müssten diese Gebühren den Schrotterlös vielfach überschreiten.

Gesetzliche Vorgaben

Alexander Höll aus dem Dorf Hervest ist neben unzähligen anderen schwer angenervt.„Seit mehreren Wochen errege ich mich über die ständige akustische Belästigung durch die diversen Schrotthändler“, schreibt er und fragt: „Gibt es eine bestimmte Richtlinie, wie oft diese Unternehmen durch einen bestimmen Ortsteil fahren dürfen?“ „Gibt es nicht“, sagen übereinstimmend Polizei und Stadtverwaltung.

Obgleich es gesetzliche Vorgaben gibt, die die fahrenden Händler einzuhalten haben: „Sie müssen einen Gewerbeschein vorweisen können, eine Reisegewerbekarte, die von ihrer Heimatkommune ausgestellt ist und die Kfz-Zulassungsstelle muss die Erlaubnis erteilt haben, dass die Beschallungsanlage am Fahrzeug angebracht werden darf“, erläutert Andreas Wilming-Weber von der Pressestelle der Polizei.

Bis jetzt keine Beschwerden

Nach seinen Angaben hat es bei der Dorstener Wache noch keine Anzeige wegen Ruhestörung gegeben: „In solchen Fällen würden wir rausgekommen, die Verfolgung der Sache läge dann aber in der Zuständigkeit der Stadt.“
Auch bei der Stadt hat sich nach Angaben von Pressesprecherin Lisa Bauckhorn noch kein Bürger beklagt: Auch nicht darüber, dass ein Schrotthändler die Mittags- und Abendruhe nicht eingehalten habe.
Übrigens: Es gibt durchaus ein paar Menschen, die die Töne originell finden: In Internet-Foren gibt es Anfragen, wo man die Schrotthändler-Melodien als Klingeltöne fürs Handy herunter laden kann. 

Quelle: Dorstener Zeitung (Michael Klein) & Lembecker.de (Frank Langenhorst)

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