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Gänsehautgefühl

Lembeck. Wer ein großes Konzert erfolgreich organisieren will, muss früh damit beginnen. Das war dem MGV Frohsinn vor eineinhalb Jahren klar, als die Idee reifte, einen Don Kosaken Chor nach Lembeck zu bringen.

don-kosaken-chor-serge-jaroffUnd zwar nicht irgendeinen der zahlreichen russischen Chöre, sondern den legitimen Nachfolger des ersten Chores dieser Art überhaupt.

So verpflichte man Wanja Hlibka mit seinem „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“, startete mit der Werbung und mit dem Vorverkauf der Karten und engagierte sich in der Organisation, kurz, tat alles, um den letzten Sonntag zu einem unvergessenen Moment der Lembecker Musikszene zu machen.

Und dann konnte sich Andreas Heiming, 1. Vorsitzender des MGV Frohsinn, denn auch für die Begrüßung vor eine restlos gefüllte St. Laurentius Kirche stellen. Es waren nicht nur Lembecker und Dorstener gekommen, auch Fans aus Düsseldorf, Duisburg und sogar aus den Niederlanden trugen dazu bei, dass keine der 450 Eintrittskarten übrig blieb.

Der Musiknachmittag begann mit zwei Darbietungen der Gastgeber. Unter der erfahrenen Leitung ihres Direktors Bernhard Holthaus hatte der Männergesangverein als Einstimmung auf das Konzert der Profis Stücke des russischen Komponisten Dmitri Stepanowitsch Bortnjanskis einstudiert. Ein wunderschönes „Herr der Herrlichkeit“ in deutscher Sprache und ein weiteres Lied in Originalsprache des wichtigen Musikers des 18. Jahrhunderts erklangen.

Danach war die Bühne frei für die lang erwarteten Don Kosaken Serge Jaroff. Die Stimmgewalt und Stimmbeherrschung der 16 Akteure wurde in jedem einzelnen der Lieder unter Beweis gestellt. Der erste Teil des Konzerts hatte traditionell geistliche Musik im Programm. Die Kompositionen des genannten Bortnjanski gaben abwechselnd einzelnen Sängern die Gelegenheit ihre Solistenqualitäten zu zeigen, ob Bässe, Baritone oder Tenöre, alle gaben im Moment ihres Auftrittes Einblick in die Hochkarätigkeit ihrer Stimme. Eingebettet in absolut saubere Akkorde und Harmonien der anderen schwang sich der jeweilige Solist zu Höchstleistungen. Wanja Hblibka zog an unsichtbaren Fäden die Sänger in Forte und Piano und in die Crescendi, gab vor jedem neuen Stück ohne Stimmgabel sicher die Töne an.
Spontaner Beifall

Nach der Pause gab es dem Laien bekanntere Stücke aus der russischen Volksmusik. „Mitternacht in Moskau“ stimmte die Zuhörer auf die Süße und Schwere der russischen Seele ein. „Freunde, wisst ihr denn, welchen Zauber weckt Moskaus trauliche Sommernacht?“ – eine Liedzeile, die durch die warmen Molltöne intuitiv verstanden wurde und keine Übersetzung in die eigene Sprache brauchte. Höhepunkt war dann auch selbstverständlich „Kalinka“, Lied das in keinem Don Kosaken Konzert fehlen darf. Die Zuhörer stimmten in ein spontanes Klatschen des Refrains ein und man konnte in begeisterte Gesichter schauen.

So hielt es niemanden auf den Sitzen, fünfminütige stehende Ovationen führten zu Zugaben und dann zu einem krönenden Abschluss: Der MGV Frohsinn Lembeck sang zusammen mit den Don Kosaken Serge Jaroff „Ich bete an die Macht der Liebe“.

Andreas Heiming ergriff noch einmal das Wort und bedankte sich bei allen, die dieses großartige Konzert in Lembeck möglich gemacht hatten, dem Pfarrer der St.. Laurentius Kirche, den Vorverkaufsstellen, den Mitgliedern, Freunden und Gönnern des MGV Frohsinn. Er beschrieb das „Gänsehautgefühl“ angesichts der Stimmgewalt der geladenen Künstler. Schmunzelnd versicherte er den Anwesenden „der Kitt ist noch in den Fenstern und der Marmor hat keine Sprünge“. 

Quelle: WAZ (Barbara Seppi)

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