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Lembecker fertigt Öko-Spielzeug aus Mais

Lembeck – Für eine kreative Idee erhält der Lembecker Unternehmer Hubert Loick den Initiativpreis NRW von WGZ-Bank und WAZ-Mediengruppe.

Unternehmer Hubert Loick (rechts) und sein Geschäftsführer Klaus Schuppan (links) baden in Bio-Chips. Foto: Matthias Graben
Unternehmer Hubert Loick (rechts) und sein Geschäftsführer Klaus Schuppan (links) baden in Bio-Chips. Foto: Matthias Graben

Verpackungsmaterial ist aus Mais, Spielzeug aus Pflanzenfasern, Einweggeschirr aus Palmblättern. Alle Produkte haben eines gemein: Sie sind biologisch abbaubar. Wegen ihres Engagements für die Umwelt haben WGZ-Bank und WAZ-Mediengruppe die Lembecker Loick AG mit dem „Initiativpreis NRW 2010“ ausgezeichnet.

Als Hubert Loick den ursprünglich rein auf Landwirtschaft spezialisierten Betrieb 1994 von seinem Vater übernahm, suchte er nach zusätzlichen Einnahmequellen. Und so kam er auf die Idee, Verpackungsmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Loick wollte seinen Mais von Dorstener Feldern mahlen und zu Chips verarbeiten, die zum Beispiel Versandhändler als Polstermaterial in Pakete stecken. Der große Unterschied zu Styropor- oder anderen ölbasierten Packstoffen: Die 2,5 mal 1,5 Zentimeter Mais-Zylinder sind biologisch abbaubar. Loick: „Sie können die Chips aufessen oder kompostieren. Es entstehen keine Entsorgungskosten.“

1995 weihte der Landwirt seine Produktionsanlage, in die er 1,5 Millionen Mark investierte, in Lembeck ein. Erste große Kunden waren die RAG Umwelt GmbH in Bottrop und der Edel-Versandhändler Manufactum in Waltrop. 1999 kam eine Biogasanlage hinzu, um den Entsorgungsnachweis zu liefern. Die gebrauchten Chips leisten inzwischen in Lembeck ihren Beitrag zur Dünger-, Strom- und Wärmeproduktion.

Das Unternehmen wuchs – auf heute 45 Mitarbeiter allein in NRW. In Teterow bei Rostock baute Loick eine moderne Fabrik auf. Hier wird auch das Mais-Granulat für die Verpackungschips hergestellt. 40 Großhändler vertreiben in­zwi­schen die Bio-Chips. Der Chef schätzt die Zahl der Un­ternehmen, die umweltschonend verpacken, auf „bis zu 4000“, darunter der Elektronikriese Conrad. Den Markt­anteil für umweltfreundliche Verpackung beziffert Loick auf „rund ein Drittel“.

Aktiv beim Papst-Besuch 2005

Loick produziert das Verpackungsmaterial auf Wunsch auch in den Farben des jeweiligen Firmen-Logos. Dabei kam dem Landwirt die Idee, die Chips als formbare, weiche Legosteine auch für Kinder herzustellen. Auf der Spielwarenmesse 2000 präsentierte der Dorstener erstmals sein „Play Mais“-Sortiment, das inzwischen in allen Fachgeschäften zu kaufen ist.

Das Konzept: Kinder können die bunten schaumartigen Einzelteile formen und mit Wasser oder Speichel zusammen kleben. „Wir entwickeln immer neue Spielwelten. Die Formung von Tieren und Figuren fördert die Kreativität“, meint Loick. „Play Mais“ soll auch bei der Behandlung von Schlaganfall-Patienten und bei der Betreuung von Senioren zum Einsatz kommen.

Neue Märkte sucht der Landwirt auch für seine Catering-Schiene. Als Papst Benedikt im Jahr 2005 den Kölner Weltjugendtag besuchte, rüstete Loick die Veranstaltung mit Einweggeschirr aus. Das Besteck aus Mais, die Schalen aus Zuckerrohr und die Becher aus Maisstärke – nach dem Jugendtag landete das gebrauchte Geschirr in der Dorstener Biogasanlage und wurde in Energie verwandelt.

Biologisch abbaubar

Aktuell verhandelt Loick über eine Ausstattung der Schalke-Arena mit Einweggeschirr. Für den Bierbrauer Erdinger liefert der Unternehmer bereits transparente Becher aus Poly-Milchsäure. Sie verrotten im Garten – wie die neueste Innovation von Loick: Einweggeschirr aus Palmblättern, in dem man zum Beispiel Sushi servieren kann.

Wer übrigens wissen will, ob die Verpackungschips in einem Paket biologisch abbaubar sind, kann das ganz einfach testen. Löst sich ein Chip nach einigen Minuten in Wasser auf, ist er aus Mais. Styropor behält die Form.

Quelle: WAZ (Frank Meßing)

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