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Ein Ast verbindet zwei Lembecker Bäume

LEMEBCK “Dass zwei Bäume so zusammenwachsen, habe ich noch nie gesehen”, sagte Stadtförster Clemens von Dieckmann, als er die Fotos des “Wunderbaums von Lembeck” sah. Denn ein Ast verbindet dort zwei Bäume miteinander.

Der »Wunderbaum von Lembeck« als Symbol: Ole Taube (links), der das Phänomen entdeckt hat, und Nicolai Million sind Freunde, Nachbarn, Schüler am St. Ursula-Gymnasium. (Foto: privat)
Der »Wunderbaum von Lembeck« als Symbol: Ole Taube (links), der das Phänomen entdeckt hat, und Nicolai Million sind Freunde, Nachbarn, Schüler am St. Ursula-Gymnasium. (Foto: privat)

Als vor wenigen Tagen im Fernsehen über den „Wunderbaum von Leichlingen“ berichtet wurde, blieb der zehnjährige Lembecker Gymnasiast Ole Taube ganz cool. „Ist doch nichts Besonderes“, sagte er zu seiner Mutter. „So etwas haben wir doch auch im Garten stehen.“

Richtig, durfte Marion Taube am nächsten Tag feststellen. Zwei kleine Buchen stehen dort mit ihren Stämmen nebeneinander. Was erstmal noch nichts Besonderes ist. Wäre da nicht der gemeinsame Ast, der sich von einem Baum zum anderen schlängelt und somit für eine feste Verbindung zwischen den beiden Exemplaren sorgt.

Natürliche Veredelung

„Dass zwei Bäume so zusammenwachsen, habe ich noch nie gesehen“, sagt Stadtförster Clemens von Dieckmann, als er die Fotos des „Wunderbaums von Lembeck“ sah: „Und das ohne eine erkennbare Narbe.“ Weil ihn das Phänomen auch interessierte, suchte er nach Antworten, wurde auch fündig.

„Bei einer Berührung können sich Äste physiologisch, also auf der Zell-Ebene, verbinden“, erklärt er. Clemens von Dieckmann spricht „natürlicher Veredelung“, im Gegensatz zur künstlichen, die durch Pfropfen oder Okulieren geschieht.

Schade eigentlich, dass er diese wissenschaftliche Antwort geben musste. Und nicht etwa Ovids „Metamorphosen“ als Erklärung heranziehen durfte.

Ärmliche Hütte am Stadtrand

Darin wird ein Besuch des verkleideten Göttervaters Zeus und seines Sohnes Hermes bei den Menschen beschrieben. Allein Philemon und seine Frau Baucis, ein altes Ehepaar, das in einer ärmlichen Hütte am Stadtrand lebt, nimmt die beiden auf und bewirtet sie mit allem, was es hat.

Die Götter belohnen das Ehepaar, das immer noch in tiefer Liebe verbunden ist, für seine Gastfreundschaft, indem sie ihm den Wunsch gewähren, sich nie trennen zu müssen: Und verwandeln die beiden Menschen in zwei miteinander verbundene Bäume.

Quelle: Dorstener Zeitung (Michael Klein)

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