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Er will doch nur spielen

Lembeck. Oft wird geschmunzelt, wenn der ein oder andere Familienvater noch mit seiner alte Eisen- oder Carrera-Bahn im Hobbykeller spielt. Aber nicht Carrera oder Eisenbahn haben es dem Lembecker Stefan Breuer angetan, seine Leidenschaft sind Brettspiele aller Art. Und das schon seit vielen Jahren. Mittlerweile hat er auch über 15 Spiele selber geschrieben, allesamt verpackt in Zigarrenschachteln.

Stefan Breuer entwickelt Gesellschaftsspiele. Und sammelt für den eigenen Bedarf: 350 Spiele hat der Vater von drei Töchtern.
Stefan Breuer entwickelt Gesellschaftsspiele. Und sammelt für den eigenen Bedarf: 350 Spiele hat der Vater von drei Töchtern.

„Das ist mein Markenzeichen“, erklärt der Lembecker. Raucher ist der Jugendamtsmitarbeiter allerdings nicht (nicht immer): „Die Kisten stammen allesamt aus dem Bestand meines Schwiegervaters, ich habe sie nur vor dem Feuer gerettet.“

Regelmäßig schickt Stefan Breuer die von ihm geschriebenen Spiele an Verlage und Wettbewerbe. „Manchmal hat man Glück, manchmal nicht“, beschreibt er den bisher durchwachsenen Erfolg.

Einen Volltreffer landete der Familienvater am 22. September in der Steiermark. Mit „Anagrammeln“ belegte er den dritten Preis beim „Internationalen Landespreis für Spielkultur“. Ein großer Erfolg für den hobbymäßigen Spieleautor. Dabei sorgte er bei vielen Österreichern mit seinem Titel für das Spiel zunächst für große Verwirrung. „Das Wort ‘Grammeln’ bedeutet dort so etwas wie ‘Speck-Klößchen’. Dass mein Spiel aber etwas mit Anagrammen zu tun hat und nicht mit Klößen, musste ich ziemlich oft klar stellen“, sagt der Lembecker. Drei bis acht Spieler ab 12 Jahren müssen aus Namen Prominenter Anagramme erstellen. Die Gegenspieler haben dreißig Sekunden Zeit, herauszufinden, welcher Promi sich hinter dem Buchstabensalat versteckt. So wird aus der Dorstener Autorin „Cornelia Funke“ das Anagramm „Rocenlia Knufe“. Für so viel Kreativität bekam der Jugendamtsmitarbeiter sogar einen schicken Glaspokal mit einem pinken Panther. Auf die Trophäe muss Breuer allerdings noch ein bisschen warten: „Der Drummer von der Band auf der Gala hat meinen Pokal leider voll erwischt. Aber ich bekomme einen neuen nachgeschickt.“

Bis dahin freut sich der Familienvater über die 1000 Euro Preisgeld, mit denen der dritte Platz dotiert war. Auch wenn er sein Hobby gerne zum Beruf machen würde, Millionär wird man vom Spielerfinden nicht. 30 bis 40 Cent bekommt man durchschnittlich pro verkauftes Spiel, wenn es erst einmal in den Regalen steht. Sein erstes Brettspiel hatte Breuer mehr aus dem Frust heraus erfunden. „Das war so eine Art Ausgleich für die harte und oft deprimierende Arbeit im Jugendamt“, berichtet Breuer. Im Jugendamt ist er zwar immer noch tätig, jedoch nicht mehr in Dorsten. Jetzt kümmert er sich um Spielplätze in Oberhausen. Fachkundige Tester für seine neuesten Ideen hat Stefan Breuer auch direkt vor Ort. Seine drei Töchter sind nicht nur Fans von Brettspielen, sie tüfteln auch schon an eigenen Ideen. „Murmel hin und her, das war mein erstes Spiel, das ich erfunden haben“, sagt die achtjährige Judith stolz.

Falls den Breuers mal langweilig wird, stehen noch 350 Spiele von verschiedensten Autoren im Wohnzimmerschrank. Auch der Keller ist voll von Würfel- und Brettspielen. Momentan liegen noch fünf Spiele von Stefan Breuer bei Verlagen und warten auf ihre Veröffentlichung. Ein Krimikartenspiel aus seiner Feder soll im Laufe des nächsten Jahres in den Geschäftsregalen zu finden sein.

Quelle & Foto: WAZ (Carola Steentjes)

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