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5. Bierfassrennen 2010 in heißer Planungsphase

Wulfen/Lembeck. Der alte Wettstreit Wulfen gegen Lembeck geht weiter. So erlebt das Bierfass-Rennen dank der Initiative einiger Feuerwehrleute und Heimatfreunde am 25. September eine Renaissance. 4 mal 50 oder 100 Liter Bier werden mit Muskelkraft von Wulfen nach Lembeck geschafft.

Foto: Lembecker.de - Frank Langenhorst
Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

raditionen muss man pflegen. Das dachte sich wohl auch ein Kreis Wulfener und Lembecker Feuerwehrleute und Heimatfreunde, als die Idee aufkam, das Bierfassrennen zwischen Wulfen und Lembeck zu neuem Leben zu erwecken. Am 25. September 2010 wird diese Mords-Gaudi eine Renaissance erfahren. Wie sich am letzten Dienstag heraus stellte, gab es neben 1962, 1974 und 1977 noch ein viertes Bierfassrennen, dass 1981 statt fand (Fotos und Videos auf Lembecker.de).

„Wir haben von Dr. Fritz Geisthövel umfangreiches Material erhalten. Sein Vater (Dr. Fritz Geisthövel sen.) hat die Rennen in den 1960er und 1970er Jahren auf 8mm gefilmt. Der Heimatverein Lembeck hat diese und viele andere Filmschätze digitalisieren lassen und Lembecker.de brachte die Meisterwerke ins Internet. Das ist so schön anzusehen, dass sich eine Neuauflage aufdrängt“, sagt Michael Langenhorst, der so etwas wie die Rennleitung in diesem Heimatspaß übernommen hat.

Worum geht es? Natürlich darum, dass ein Dorf dem anderen Dorf die Fersen zeigt und die 100 Liter gewinnt. Sieger ist, wer den Gerstensaft als erster unter einer Stunde von Wulfen nach Lembeck gekarrt hat. Hört sich leicht an, ist aber mit Tücken verbunden. „Wir werden wohl auf zeitgenössische 50-Liter-Fässer zurück greifen müssen, denn die schönen Holzfässer, die bei der Urform des Rennens von der Rose-Brauerei geliefert wurden, gibt es nicht mehr. Und wir wollen schon Bier nach Lembeck fahren“, sagt Michael Langenhorst voller Überzeugung. In dem Zusammenhang brechen die etwas älteren Rennexperten noch einmal quasi posthum eine Lanze für das Rose-Pils. „Das war echt lecker. Aber nur vom Fass (Geschmackssache). Rose musste laufen, bis der Hahn glühte“, wissen die Experten zu erinnern.

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Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

Dem Sieger gehört das Bier

Beim Rennen wird es auf jeden Fall um einen anderen Gerstensaft gehen, denn das Wulfener Rose-Pils ist längst Geschichte. Eine Geschichte für sich sind auch die Überlegungen, welche Wegstrecke genutzt werden soll. „Wir haben uns definitiv noch nicht festgelegt, denn es stehen noch Verhandlungen mit den zuständigen Stellen aus. Wir wollen natürlich auch die Sponsoren mit ins Boot nehmen“, sagt Langenhorst. Auf jeden Fall wird wieder Volksfeststimmung aufkommen, wenn die Protagonisten der Lembecker und Wulfener Feuerwehr zum Rennen antreten werden. „Es wird ein Rahmenprogramm ab 13 Uhr am Wulfener Feuerwehrgerätehaus geben und um 16 Uhr wird dann der Startschuss fallen. Das Finale wird mit Siegerehrung und stimmungsvollem Rahmenprogramm am Lembecker Feuerwehrgerätehaus ausklingen. Dem Sieger gehört das Bier. Wir wollen uns aber noch nach persönlichen Aufmerksamkeiten für die Akteure umschauen“, sagt Michael Langenhorst, der sich mit seinem Bruder Frank Langenhorst bemüht, am Renntag eine Vorführmöglichkeit für die digitalisierten Filme aus der Sammlung Geisthövel zu bekommen.

Es wird sicher bei gutem Wetter ein Vergnügen für die Menschen in Wulfen und Lembeck sein, dieses kuriose Rennen zu verfolgen. Manchmal sind es die kleinen Vergnügen unser Altvorderen, die unser Leben gemütlich machen können. Ein Bierchen mit Freunden nach dem Rennen ist sicher Gemütlichkeit. Und auf Lembecker.de gibts im Anschluss reichlich Foto- und Filmmaterial vom aktuellen Bierfassrennen wie auch von den alten Rennen ab den 1960er Jahren.

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Rolf Köllmann und Bernhard Nottebohm vor der Planungskarte zur Wegstrecke. Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

Ein solches Event für alle Beteiligten sicher zu Planen hat es aber richtig in sich. Laut Ordnungsamtleiter Rolf Köllmann, der die Planung am letzten Dienstag in Lembeck besuchte, herrscht nach den Vorfällen der Duisburger Loveparade eine regelrechte Hysterie bei allen möglichen Verantwortlichen. Ob und wie die alte Strecke (B 58 / Wulfener Straße) laufbar wäre, hängt von zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen ab. Eine vorgeschlagene Alternativstrecke über die Kippheide schlug bis jetzt auf wenig Gegenliebe, weil ein schweres Bierfass auf einer Sackkarre über die Schlaglöcher der Kippheide dieser Straße im wahrsten Sinne des Wortes alle Ehre machen könnte.

Quelle: WAZ (Jo Gernoth) & Lembecker.de (Frank Langenhorst)

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