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Zwei neue Häuser am Heimathof

Lembeck. Mit zwei (naja, eigentlich zweieinhalb) neuen alten Gebäuden will der Heimatverein Lembeck sein Gelände am Krusenhof erweitern und zu einem wirklichen Heimathof machen.

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Foto: WAZ FotoPool

Die Katastrophe, dass der Spieker mit der Vereinswerkstatt abgebrannt ist, erweist sich dabei fast als Glücksfall. „Noch sind das nur Pläne”, sagt Vereinschef Franz-Josef Loick. Die der Verein aber recht zügig Realität werden lassen möchte.

Für das Projekt: Helfer gesucht

Für den Ab- und Wiederaufbau von zwei historischen Gebäuden sucht der Heimatverein jetzt verstärkt neue Helfer, die die Baugruppe verstärken. Mitglieder müssen nicht Lembecker sein. Wer Spaß an der historischen Aufgabe hat, wende sich an Franz-Josef Loick,
s 0160 / 843 09 54.

Nach dem Brand des Spiekers wird außerdem Lagerplatz gesucht, um historische Gerätschaften unterzustellen. Wer eine Scheune frei hat, wende sich an die gleiche Rufnummer.

Im Mai brannte der Spieker ab. Brandstiftung oder technischer Defekt – das konnten die Ermittler nicht mit letzter Sicherheit klären. „Mit dem technischen Defekt als Erklärung können wir alle besser leben”, sagen Loick und sein Stellvertreter Ludger Strock. Gebäude und Inventar sind restlos weg. Viereinhalb Tonnen Schrott hat der Heimatverein von einem Händler abholen lassen. Ein Amboss, ein paar gusseiserne Fenster sind übrig geblieben. Und die Bodenplatte. Noch mitten im Gelände. Sie kommt auch noch weg. Hier soll der Heimathof künftig ein echter Hof sein, hier soll Platz sein und Mittelpunkt eines historischen Gebäudeensembles.

Das soll wachsen. Zwei alte Gebäude kann der Heimatverein an den bisherigen Standorten abreißen und auf seinem Gelände neu errichten. Eine alte Fachwerk-Remise („Schirm-Schoppe”) vom Bauernhof Jungblut in Deuten, 8 mal 16 Meter groß, als neue Werkstatt für die Baugruppe, die nach dem Spiekerbrand ohne Bleibe ist. Das alte Gemäuer soll einem Neubau weichen, müsste also recht kurzfristig versetzt werden. Hinterm neuen Backhaus soll es seinen Standort finden.

Das zweite, deutlich größere Projekt, ist der Umzug eines doppelstöckigen „Querdeelenhauses”, knapp 200 Jahre alt, vom Lippramsdorfer Hof Uhlenbrock nach Lembeck. Es handelt sich um ein klassisches Landwirtschaftsgebäude, Wohn- und Wirtschaftshaus in einem, 14 mal 26 Meter groß. Hinterm hölzernen Museschoppen soll es in Lembeck stehen.

Ein mächtiger Bau ist das und auch für den 600 Mitglieder starken Verein eine Herausforderung. „Wenn Sie das sehen, dann fallen ‘se hinten rüber. Da kriegen Sie Angst”, sagt Franz-Josef Loick. „Das stemmen wir auch nicht allein. Da brauchen wir Hilfe.” Mit einer Zimmerei hat der Heimatverein schon Kontakt aufgenommen. Die Profis sollen vor allem bei Ab- und Wiederaufbau des historischen Fachwerks helfen. Weitere Helfer für das Projekt sind willkommen.

Zwei Jahre veranschlagen Loick und Strock für den Umzug des gewaltigen Hauses. Ein Aufwand, der sich lohnt. Im Erdgeschoss möchte der Verein gern ein Museum für Landgeräte einrichten. Die stehen jetzt teilweise im überfüllten Schauraum unterm Dach des Lembecker Schlosses, kommen da aber nicht recht zur Geltung. Im Obergeschoss möchte der Heimatverein Gruppenräume einrichten.

Finanziert wird der Umbau des Heimathofes aus der Versicherungssumme, die von der Provinzial nach dem Brand des Spiekers an den Verein überwiesen wird.
Der Platz in der Mitte des Heimathofes, wo früher der Spieker stand, soll künftig frei bleiben. Der Platz in der Mitte des Heimathofes, wo früher der Spieker stand, soll künftig frei bleiben.

Mit dem zwei Bauvorhaben soll das Gelände zudem dauerhaft gesichert werden. 2014 läuft der Pachtvertrag für das städtische Grundstück aus. Loick möchte über einen neuen Vertrag mit 99 Jahren Laufzeit verhandeln.

Zwei Bauvorhaben. Und ein halbes. Das kleine alte Backhaus, früher am Kindergarten aufgestellt, ist mittlerweile auch zum Heimathof gezogen. Zumindest das alte Fachwerk. Es soll vorm neuen Backhaus aufgestellt und wieder ausgemauert werden. Vielleicht als Domizil für eine kleine Handwerktatt. Umgezogen ist das Fachwerk nicht als Bausatz, sondern am Stück. Loick: „Vorn ein Trecker, hinten ein Trecker, unterwegs ‘ne halbe Stunde Angst.” So ging’s über die Straße.

Zwei neue alte Häuser. Wie schafft man’s, die geschenkt zu bekommen? Franz-Josef Loick lacht. Nachdem der Spieker ganz und ein Jahr zuvor der Mäuseschuppen durch Brandstiftung fast abgebrannt ist, haben „alle im Moment ‘n bisschen Mitleid mit uns. Die Hilfsbereitschaft ist sehr, sehr groß.”

Die Brandkatastrophe am Spieker als, naja, Glücksfall eben . . .

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