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Honigsüßes Erlebnis

Lembeck. Es sind schon ein paar ganz süße, die sechs Herren vom Heimatverein Lembeck. Den ganzen Tag verbringen sie im Keller von Heinz Liesen und schleudern Honig.

bienenZweimal im Jahr – im Frühjahr und Sommer – versammeln sich die Ehrenamtlichen hier um den Imker Willi Wietholt, gleichfalls ehrenamtlich im Einsatz, für ihren süßen Job. „Das ist schon eine Kunst für sich“, erklärt Heinz Liesen, warum es dem Imker vorbehalten bleibt, die vollen Waben aus den Bienenstöcken zu holen. Gemeinsam kratzen die Helfer dann die Wachsdeckel herunter, mit denen die Bienen ihre Waben verschlossen haben. Der reine Bienenwachs wird weiterverarbeitet, zum Beispiel zu Kerzen,

Sind die Waben frei von Wachs, kommen sie in die Schleuder, wo mittels Zentrifugalkraft der Honig herausgeschleudert wird. Anschließend muss der Honig dreimal gesiebt werden – einmal grob, dann mittel, schließlich fein – um auch kleinste Teilchen zu entfernen.

Der Honig kommt in große Eimer, wo er sechs Wochen lang zweimal täglich drei Minuten lang gerührt werden muss: „Einmal morgens, einmal abends“, erklärt Heinz Liesen seinen „Nebenjob“ für die nächsten Wochen. Das Lagern dient dem Zweck, dass das Wasser aus dem Honig verdunsten kann. Der darf am Ende nämlich nur noch einen Wassergehalt von unter 18% haben. Gerührt werden muss, damit der Honig geschmeidig bleibt.

Schließlich wird der Honig in Gläser abgefüllt und verkauft, zum Beispiel im Dorfcafé im Alten- und Pflegeheim St. Laurentius. Das kriegt aber schon in den nächsten Tagen zwei bis drei Pakete mit Honiggläsern (und dem Hinweis „frisch abgefüllt“ wegen des Wassergehaltes), weil der Honig bereits seit Wochen ausverkauft, die Nachfrage aber groß ist.

Warum alle diesen Honig so gerne mögen, ist für Heinz Liesen sonnenklar: „Das ist der leckerste Honig weit und breit.“ Schließlich ist der Esstisch der fleißigen Bienen reich gedeckt. Das Bienenhaus mit sechs Völkern und einem Schaukasten mit einem kleinen Volk steht hinter der Don-Bosco-Schule, wo der Heimatverein auch eine Streuobstwiese und einen Bauerngarten hat. Es gibt hier viele alte Obst- und Gemüsesorten und zusätzlich an diesem entlegenen Fleckchen auch viele private Gärten mit einer bunten Blumenvielfalt.

Dass die Ernte dieses Mal dennoch nicht so üppig ausfällt, liegt am heißen Juli. „Es war zu trocken, da haben sich keine Früchte und Blüten gebildet. Die Bienen konnten keinen Nektar holen und nicht bestäuben“, klagt Heinz Liesen. Fünf bis sechs Eimer Honig, rund 50 Pfund, erwartet er als Ausbeute.

Für die vielen kleinen und großen Gäste, die gestern mal zum Zugucken kamen, war es auf jeden Fall ein Erlebnis. Und ein süßes noch dazu: Naschen war nämlich unbedingt erlaubt.

Dorsten, 02.08.2010, WAZ (Ute Hildebrand-Schute)

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