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Stiftskapelle erhält neues Bleidach

Lembeck. Bumm, bumm, bumm – Im monotonen Takt durchdringt das Klopfgeräusch die Stille. Bumm, bumm, bumm. Gedämpft prasseln die Schläge nieder. Immer wieder unterbrochen von kleinen Pausen. Die müssen sein. Das, was wir hier machen, ist Schwerstarbeit“, sagt Oliver Heidkamp. Schwerst- und Handarbeit dazu.

Foto: Lembecker.de - Frank Langenhorst
Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

Heidkamp und sein Team decken gerade das Dach der Lembecker Stiftskapelle neu ein. Allerdings nicht mit handelsüblichen Dachziegeln oder mit Schiefer, der zuvor 80 Jahre lang drauf lag, sondern mit Blei. „Das hält mindestens die nächsten 250 Jahre“, ist sich der 48-jährige Bauklempner aus Isselburg-Anholt sicher. Oliver Heidkamp ist einer von wenigen Fachleuten, die dieses Material noch an Bauten einsetzen. So etwa auch am Schloss Lembeck: „Drei Türme haben wir dort schon gemacht. Auch da hat der Schiefer zuvor nicht gehalten und der Graf hat sich deshalb für Blei entschieden. Wie hier an der Stiftskapelle.“

400 Quadratmeter Dachfläche müssen die Männer eindecken. Am Donnerstag seit langem mal wieder unter angenehmen Witterungsbedingungen. „In den letzten Tagen sind wir stets früher angefangen, weil wir spätestens mittags Schicht machen mussten“, erklärt Heidkamp: „Das Blei heizt sich enorm auf, kommt schnell auf 70 Grad Celsius. Da kann man es dann nicht mehr verarbeiten.“ Aber noch mehr als die Sonne fürchtet der 48-Jährige den Regen: Die Decke der Kapelle wurde erst kürzlich neu gestaltet – da könnten Wassertropfen viel zerstören. Bislang ist aber alles gut gegangen. „Ich schätze, dass wir im August fertig sind“, so Oliver Heidkamp.

Mitte Mai hatte der Handwerker mit der Vorproduktion angefangen. Die einzelnen Bleiplatten, 2mm dick, müssen geschnitten und gekantet werden. 14 Tonnen schwer ist das gesamte Material, das verhämmert wird. Viele Unternehmen, die dieses Gewerk beherrschen, gibt’s im Umfeld nicht: „Ich glaube, wir sind die Einzigen“, vermutet Heidkamp. „Bis nach Holland werden wir gerufen.“ Und Richtung Süden runter. „Man muss nur schauen, wie viel Blei inzwischen auf dem Kölner Dom liegt“, sagt Heidkamp. Da aber hämmern andere dran rum: „Das sind vom Volumen und von den Platten her schwerere Brocken.“

Quelle: WAZ (Susanne Menzel)

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