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Diskussion über Selbstjustiz am Schluerweg

WAZ-Bericht vom 14.07.: Lembeck. Seit gut einem Jahr ist der Schluerweg zwischen Zum Holtberg und Kaisersweg keine Autostraße mehr, sondern ein Fuß- und Radweg. Um die beruhigte Piste ist im Dorf in den letzten Monaten ein bizarrer Streit entbrannt.

schild_radwegAuf der Internetseite lembecker.de wird in einem überaus lebendigen Diskussionsforum ein Anwohner als „Möchtegern-Dorfsheriff” angegangen. Er fotografiere Autos, die durch das gesperrte Stück fahren und zeige sie an. „Übertriebene Selbstjustiz und absolut überflüssig”, heißt es dort.

Die Polizei bestätigt, dass für diesen Bereich eine Vielzahl von Anzeigen erstattet wurde; die meisten zum Verkehrsverstoß „Autofahrt auf Fußgängerweg”, mittlerweile aber auch einige wegen Beleidigung. Es wird offenbar mit harten Bandagen gekämpft. Insgesamt handelt es sich bisher um rund 100 Verfahren.

Die Familie, die auf lembecker.de im Blick steht, legt im WAZ-Gespräch Wert auf die Feststellung, dass nicht sie allein Fußweg-Sünder fotografiert, sondern auch weitere Anwohner auf Einhaltung der neuen Regel achten. „Wir kämpfen für den Fußweg. Und seit einige Leute fotografieren, ist es hier ruhiger geworden”, sagen sie. Und: Es gehe nicht um Autofahrer, die den lang geübten Schleichweg zur Umgehung der Ampel in der Dorfmitte vorsichtig und rücksichtsvoll befahren. „Die haben nie ‘ne Anzeige erhalten.” Vielmehr gebe es einige Unbelehrbare, die den Weg nur befahren, um weiteren Streit zu provozieren.

Die Polizei sieht den Streit durchaus mit gemischten Gefühlen. Natürlich werde jede Anzeige durch Halterfeststellung und Versand eines Anhörungsbogens verfolgt, sagt Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber. Aber die Polizei habe durchaus genug Präsenz, um den Verkehr zu überwachen. Keinesfalls sollten Anwohner Autos anhalten. Das provoziere Streit und könne auf der schmalen Fahrbahn sogar gefährlich sein.

Dem halten die Anwohner entgegen, dass die Polizei eben keine Präsenz zeige. „Wie auch, wenn nur zwei Streifenwagen für Wulfen, Lembeck und Rhade zur Verfügung stehen.“

Vielleicht müsste das Problem keines sein, wenn die Stadt die Umwidmung der Straße anders gelöst hätte: Im lembecker.de-Forum wird diskutiert, ob eine Sperrung der Straße durch einen simplen Pfosten nicht wirksamer gewesen wäre. Das ginge aber nicht, weil der Weg für die Landwirtschaft freigehalten werden müsse, erklärt Rolf Köllmann, Chef des Ordnungsamtes. Besser wäre, die Straße auch baulich zum Fußweg umzugestalten. Das aber könne die Stadt nicht bezahlen.

So wird es wohl weitergehen. „Dass es immer wieder Leute gibt, die man auf ihre Fehler hinweist und die es dennoch nicht verstehen, dass dieser Geh- und Radweg keine Straße mehr ist, lässt doch glauben, dass hier mit Vorsatz gehandelt wird. Wer sich so verhält, gehört angezeigt”, schreibt einer auf lembecker.de.

Lembecker.de-Fotoaktion – Wer fotografiert die Fotografierenden?

Wir suchen Fotos von der umstrittenen Selbstjustiz und würden uns um Zusendungen an info@lembecker.de freuen.
Desweiteren suchen wir ständig alte und neue Fotos aus Lembeck: Skurriles, Historisches, Sturmschäden, WM-TV-Gemeinschaften u.s.w.

Quelle: WAZ (Ludger Böhne)

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