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Don Bosco Schule: Perfektion ist nicht das Ziel

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Foto: Lembecker.de – Frank Langenhorst

Lembeck. Mozart und die Zauberflöte: Ein Kapitel für sich. Mit diesem deutschen Singspiel setzte der Genius Maßstäbe und bis zum heutigen Tage ist diese Oper um Papageno, Sarastro und der Königin der Nacht allgegenwärtig.

An der Lembecker Don Bosco-Schule hat diese heiter-düstere Oper ein Jahr lang den vierten Jahrgang in ein Projekt geführt, das bei den Kindern viel mehr als Musik, Musikverständnis und Schauspielkunst bewirkte.

„Wir sind eine „Yeki-Schule“ und leben hier einen künstlerischen Schwerpunkt aus. Der Weg ist wohl angenommen worden, denn die diesjährige Präsentation des Projektes war ausgesprochen erfolgreich“, sagt Johanna Walt, die als Schulleiterin diesen Ast am Baum der Don-Bosco-Schule hat wachsen lassen. Wie sehr die Wichtigkeit der Projektarbeit in den Köpfen der Elternschaft der Lembecker Grundschule verankert ist, zeigt die Tatsache, dass die finanzielle Ausstattung der Arbeit durch Spenden erfolgt ist. „Wir haben ja in den vergangenen Jahren Geld aus dem Topf „Kultur und Schule“ erhalten. Mit diesem Projekt mussten wir auch die Finanzierung bewerkstelligen, um Theaterpädagogen und Tanzpädagogen zu beschäftigen“, sagt Johanna Walt nicht ohne Stolz, denn die Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung ist auch immer ein Signal, dass so ein Projekt auch etwas wert ist.

Tanz, Singspiel, die Kulissen und ganz viele kleine Arbeitsschritte: In Lembeck haben sie Synergien ausgelöst und Generationen zusammengeführt. Da hat die Oma Kostüme vor Ort in der Schule genäht und mit den Fähigkeiten überrascht, die sie als junge Frau beherrschen musste, um den Alltag der Nachkriegszeit zu bewältigen. Verständnis durch Annäherung: Was fremd ist, macht Kinder neugierig und bildet die wohl beste Basis für den Aufbruch zu neuen Ufern. Inspiriert wurde Johanna Walt durch ein berühmtes Projekt des britischen Tanzpädagogen Royston Maldoom: Der inszenierte mit Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern „Sacre du printemps“ mit Schulabbrechern, Straftätern und suchtgefährdeten Jugendlichen zu einem Welterfolg. „Es geht doch nicht um die Qualität im Detail. Es geht doch darum, dass ein kleines Mädchen als Papageno verkleidet sein Selbstbewusstsein so geformt hat, dass es sich den Auftritt zutraut“, sagt die Schulleiterin voller Leidenschaft für die Sache.

Allerdings: Die ewigen Klänge der Zauberflöte und der Spaß, die leichte Fröhlichkeit des Mozart-Singspiels kommen über und begeistern die 350 Zuhörer. Tamino mit der Zauberflöte und Papageno mit dem Glockenspiel: Köstlich, mit welch unterschiedlichen Gesichtspunkten die so verschiedenen Protagonisten ihre Mission erledigen wollen. Tamina aus der Macht Sarastros zu befreien, ist Taminos Panier. Papageno bleibt auch in solchen ernsten Momenten der liebenswerte Luftikus, der in erster Linie an sein Vergnügen denkt. Das pralle Leben ist die Oper halt – und die Kinder haben es vorzüglich umgesetzt. Ein ganzes Jahr, das jetzt ein Ende mit der Aufführung gefunden hat. Ein gutes Ende, das Rüstzeug für einen guten Anfang in den schulischen Himmelsrichtungen, in die es Papageno, Tamino, Tamina und Sarastro verschlagen wird. Das Selbstbewusstsein, das sie getankt haben, wird ihnen niemand nehmen können. „Es siegte die Stärke und krönet zum Lohn – die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron“, lautet der Schlusschor und sagt doch alles, oder?

Quelle: WAZ

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