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Spieker am Heimathof abgebrannt

LEMBECK Vollkommen ausgebrannt ist in der Nacht das „Spieker und Timmerkammer“-Gebäude des Lembecker Heimatvereins. Die Feuerwehr rückte gegen 0.30 Uhr heute Nacht zu einem Großeinsatz aus.

1349_spiekerbrand_06052010_01Als die Einsatzkräfte an der Straße Am Krusenhof eintrafen, stand das „Spieker und Timmerkammer“-Gebäude, eine größere Scheune hinter Museschoppen und neuem Backhaus, bereits in hellen Flammen.

Die Feuerwehr versuchte, den Brand in Schach zu halten und setzte mehrere C-Rohre ein, um die weiteren Gebäude vor dem Feuer zu schützen. Das „Spieker und Timmerkammer“-Gebäude brannte jedoch trotz der schnellen Brandbekämpfung vollständig aus.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde der Vorsitzende des Heimatvereins Franz-Josef Loick aus dem Bett geklingelt. Eine Anwohnerin hatte den Brand bemerkt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Der Dachstuhl des Spiekers ist aus noch ungeklärter Ursache in Brand geraten; die Flammen ließen nur wenig vom Gebäude stehen. Einbruchspuren sind durch die Kripo bisher nicht festgestellt worden. „Angesichts der erheblichen Schäden können noch keine genauen Aussagen getroffen werden“, so der Vorsitzende des Heimatvereins weiter.

Feuerwehr rettete die anderen Gebäude

Die anderen Gebäude auf dem Grundstück konnten von der Feuerwehr gerettet werden. Wasser wurde von den Einsatzkräften aus einem Brunnen in der Nähe zur Einsatzstelle gepumpt.
Vor rund einem Jahr, Ende Juni 2009, wurde der Museschoppen in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Brandherd durch ein Feuer stark beschädigt (Lembecker.de berichtete). Dieser wurde in der Zwischenzeit aber wieder aufgebaut.
Fassungslos standen gestern Mittag Mitglieder des Heimatvereins vor den Überresten. „Hier haben wir viele Stunden drin gearbeitet. Und viel Spaß gehabt“, sagte ein älterer Herr – die Betroffenheit steht nicht nur ihm ins Gesicht geschrieben.

Kaum etwas hat den Brand überstanden. Vorsitzender Franz-Josef Loick zählt auf, was für immer vernichtet ist: Eine alte Dreschmaschine aus Holz, Tische, Bänke, die Werkbank und der Werkzeugschrank, die Schweißmaschine. Oder der Holzpflug, dessen Restaurierung wochenlange Arbeit bedeutete. „Da haben wir tolle Fotos von“, sagt Loick. Bitterkeit schwingt mit.

Enormer Schaden

Die Flammen waren so heiß, dass selbst ein schweres Transmissions-Gestänge für ein altes Riemengetriebe sich durchgebogen hat. „Das ist bestimmt 45 Millimeter dicker Stahl“, sagt Loick. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 100 000 Euro, Loick und seine Mitstreiter glauben, dass es mehr sein wird. Denn ein historisches Gebäude oder historische Werkzeuge kann man nicht im Laden nachkaufen.
Ob es sich um Brandstiftung oder etwa um einen Kabelbrand handelte, konnten die Spezialisten der Polizei gestern nicht feststellen. Ein Sachverständiger soll zusätzlich eingeschaltet werden.

Zweiter Brand in einem Jahr

Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Brandstifter den Museschoppe angezündet haben. Das Schadensausmaß sei damals geringer gewesen als jetzt, sagt Loick. „Wenn es wieder Brandstiftung war, fängt man natürlich an zu überlegen.“

Wenn die Polizei das Gebäude freigegeben hat, die Versicherungsfragen erledigt sind, soll es aber weitergehen, verspricht Loick. „Unser Bautrupp, der sich jeden Dienstag trifft, braucht einen Platz zum Arbeiten und für Werkzeug. Da müssen wir irgendwo etwas Passendes finden.“

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