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Kois, Küken und wenig Sonne

LEMBECK Janus duckt sich und quiekt, Sekunden später gleitet der Schreiseeadler knapp über seinen Blondschopf hinüber. Die Flugschau der Greifvogelstation Hellenthal war eines der Highlights beim Tiermarkt in Lembeck. Janus` Papa kennt sich aus bei dem alljährlichen Spektakel, deswegen positionierte er sich mit seinen drei Kindern genau in der Flugschneise – es soll schließlich aufregend sein.

Foto: Frank Langenhorst / Lembecker.de
Foto: Frank Langenhorst / Lembecker.de

Das regnerische Wetter hielt ihn nicht davon ab zum Tiermarkt zu kommen. “Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.” Die hatte seine kleine Rasselbande wahrlich nicht. Alle waren eingepackt in bunten Regenjacken. Auch bei den tausenden anderen Besuchern fehlte der Regenschirm nicht – und er bekam seine Einsätze. Die Flophouse String Band hatte es mit Bestechung versucht, allerdings vergeblich: “Der Regen ist jetzt vorbei, wir haben gerade 50 Euro hochgeworfen, das hat geholfen”, versicherte der Sänger und stimmte Country Musik an, die die Besucher sofort zum Tanz bewegte.

Küken waren Anziehungspunkt

Dem vierjährigen Simon wurde das schnell langweilig: “Mama, das ist doof, können wir jetzt endlich zu den Tieren?” Besonders die Küken waren ein Anziehungspunkt. Duzende kleine gelbe Wollknäule tummelten sich in einer Kiste – da wurde so manches Mutterherz schwach. Auch Kaninchen, Hühner und Wachteln wechselten die Besitzer.

Fische tummeln sich in der Wanne

Bei Dirk Hüsken am Koibecken diskutieren Emma und Manfred Heitmar aus, welche Prachtstücke in diesem Jahr ihren Gartenteich bereichern sollen: “Damit die Katzen was zu fressen haben”, witzelt Manfred Heitmar und versucht seine Frau zu überzeugen, dass der Schwarz-Gefleckte eindeutig zu klein ist. Rund 300 bunte Fische tummeln sich in der blauen Plastikwanne. “In den vergangenen Jahren haben wir immer Goldfische hier gekauft”, so Emma Heitmar, in diesem Jahr darf sich jeder einen Koi aussuchen. “Meistens klaut der Fischreiher unsere Teichbewohner.” Dirk Hüsken schnappt sich die zappelnden Fische und zeigt sie dem Ehepaar aus der Nähe. Er hat große Pavillons über seinen Stand gestellt, der nächste Schauer bringt ihn nicht aus der Ruhe.

Weniger Tiere also sonst

Die Lembecker Franz-Josef Onnebrink und seine Frau nutzen den Schauer um eine Pause von dem anstrengenden Marsch einzulegen. Warum sie hierher gekommen sind? “Wir kommen aus Lembeck, da ist es doch klar, dass wir uns das Spektakel hier nicht entgehen lassen.” In den vergangenen Jahren sei der Tiermarkt deutlich größer geworden, aber es gebe immer weniger Tiere. Die Auflagen seien so hoch geworden, dass es sich für die meisten kaum noch lohnt – zurecht. Die Tierschützer hätten sich in den vergangenen Jahren für eine bessere Haltung eingesetzt. Laut Onnebrink müsse man den Tiermarkt eigentlich umbenennen. Verkaufsstände und Imbissstände sind jetzt deutlich in der Mehrzahl. Andererseits sei er als Tiermarkt bekannt und zieht damit die Besucher an. “Früher hat es hier auch Schweine gegeben”, erinnert sich Onnebrink.

Fotos & Videos vom Tiermarkt finden Sie in unseren Galerien.

Quelle: Dorstener Zeitung

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