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Angeklagtem mangelt es an Einsicht

Dorsten / Lembeck – Der 23-Jährige blieb dabei: „Ich war es nicht!“ Die ihm vorgeworfenen Unterschlagungen an der Avia-Tankstelle in Lembeck „könnte auch jemand anderes vorgenommen haben“, vermutete er.

Die Videoaufnahmen, die das Gericht gestern zum Beweis vorführen ließ, „könnten auch manipuliert sein. Technisch ist heute Vieles möglich“, erklärte der Beschuldigte weiter.

Dem Amtsgericht unter Vorsitz von Richterin Regine Heinz ging die Leugnerei und Spekulation des 23-Jährigen eindeutig zu weit: „Sie sind absolut uneinsichtig“, warf, auch die Staatsanwältin ihm vor. „111 Stornobuchungen an einem Tag oder Pfandbuchungen in Höhe von 605 Euro – da hätten ganze Container von Flaschen angeliefert worden sein müssen – die sind doch nicht normal. Und niemand anderes war zu der Zeit an der Kasse.“ Die Staatsanwältin sah die Beweise als eindeutig – und forderte vier Monate Haft.
„Selten ist mir ein Plädoyer so schwer gefallen“

Der Verteidiger („Selten ist mir ein Plädoyer so schwer gefallen“) plädierte letztlich auf Freispruch, weil sein Mandant darauf beharrte, die Taten nicht begangen zu haben.

Richterin Heinz und ihre beiden Schöffen berieten eingehend – und entschieden dann, den Antrag der Staatsanwältin sogar noch zu erweitern: Für die Unterschlagung in sieben Fällen mit einem Schaden von rund 2800 Euro verhängten sie eine Strafe von sechs Monaten, auszusetzen zur Bewährung. Heinz: „Das Strafmaß soll eine Warnung an Sie sein. Es ist eine Ausnahme, jemanden, der nicht vorbestraft ist, mit einer Haftstrafe zu versehen.“ Außerdem muss der Angeklagte den angerichteten Schaden wieder gut machen und 1000 € an den Kinderschutzbund zahlen.

Quelle: WAZ

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