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ToT Lembeck macht Schule

LEMBECK – Ab dieser Woche ändern sich die Öffnungszeiten des ToT Lembeck. Außerdem kooperiert die Einrichtung jetzt mit der Laurentiusschule.

jk-logoMontags öffnet das ToT Lembeck schon um 13 Uhr und bietet Schülern und anderen Besuchern die Möglichkeit, die Mittagszeit zum Beispiel mit Kickern, Internet, Billard oder auch Dart zu nutzen. Im Anschluss ab 14.30 Uhr wird eine Kreativ-AG im ToT angeboten. Hier kann gebastelt und gemalt oder Schmuck hergestellt werden. Natürlich können auch eigene Ideen eingebracht werden.
Dienstags ist das ToT weiter von 16 bis 20 Uhr geöffnet, mittwochs ab sofort ab 17.30 Uhr. Die Selbstverteidigungskurse laufen dann parallel weiter wie bisher.

Jeden Donnerstag bietet das ToT-Team ab sofort von 13 bis 14.30 Uhr ein Schülercafe im Spielraum der Laurentiusschule an. „Dort werden wir den Raum und die Mittagszeit schülergerecht gestalten“, sagt die pädagogische Leiterin Jutta Kleine-Vorholt. Freitags findet weiterhin von 15.30 bis 17.30 Uhr ein integrativer Treffpunkt im ToT (behinderte und nicht behinderte Jugendliche) statt, anschließend ist das Haus noch bis 20 Uhr geöffnet.
Die ganze Zeit stehen natürlich allen Scatern die Minirampe am Pfarrheim zur Verfügung.

Lange Tradition

Das Jugendkomitee ist nun seit über 40 Jahren eine Möglichkeit kirchlicher Jugendarbeit der Pfarrgemeinde St. Laurentius Lembeck.
Bereits im Jahre 1967 setzten sich aufgeschlossene Frauen und Männer für eine lebendige Pfarrgemeinde ein, die den priesterlichen Dienst unterstützen und ergänzen wollten. Ein “Pfarrkomitee” wurde gegründet. Sein Arbeitskreis Jugend und Familie startete u.a. eine Fragebogenaktion. Zu den wichtigen Ergebnissen dieser Aktion gehörte die Herausgabe von “Aktuell” und die Entwicklung ergänzender Angebote der Jugendarbeit neben der anerkannten Jugendarbeit von Kolping, Landjugend, Messdienern.

Im Oktober 1968 wendet sich eine Jugendinitiative an das Pfarrkomitee und bittet um Gruppenräume. Am 11.12.1968 beschließt der Sachausschuss Jugend und Familie zu helfen. Zunächst gab es kaum einen Ausweg. Die Hütte im Pfarrgarten stand nicht mehr zur Verfügung; die Jugendräume im alten Pfarrhaus waren zum Abbruch bestimmt; der alte Kindergarten war zu baufällig; Gruppenarbeit in Vereinslokalen und Privatkellern war kaum durchführbar.
Im November 1969 machten etwa 150 Jugendliche im Saal Driks Bürken ziemlich deutlich auf ihr Problem aufmerksam. Sie brauchten Räume. Kirchenvertreter und auch Bernhard Loick als Bürgermeister von Lembeck sagten Hilfe zu. Die Jugendlichen wählten einen ersten Vorstand und nannten ihn, in Anlehnung an das Pfarrkomitee, Jugendkomitee.
Gewählt wurden: Klemens Hortmann, Michaela Stachauer, Ludger Cosanne, Heinz Mast, Willi Olbing.

Kolping und Landjugend waren im Jugendkomitee sofort vertreten

Die Evangelische Kirchengemeinde stellte ihre Kellerräume im Gemeindezentrum den Jugendlichen zur Verfügung. Mit viel Eigeninitiative und mit Unterstützung von Eltern und der Gemeinde wurden die Räume hergerichtet. Mit den Räumem entfaltet sich die Jugendarbeit. Bereits 1970 können die neuen Räume im ev. Gemeindezentrum der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 

Mut und Vertrauen von Bürgermeister Bernhard Loick und auch Baronin von Twickel sind grenzenlos.
In flotter “Beatle-Aufmachung” setzten sie sich als Sozius auf die Mopeds von Lembecker Jugendlichen und fuhren nach dem Hochamt für die Stereoanlage der Jugendlichen sammelnd durch die Gemeinde. Das Ergebnis übertraf viele Erwartungen und das Jugendkomitee wurde ermutigt, sich weiter für die Jugendlichen einzusetzten.

Die kommenden Monate und Jahre beweisen es: Für Kinder und Jugendliche werden immer mehr interessante Angebote präsentiert: Jede Woche treffen sich viele Jugendliche, haben Spaß, hören Musik, führen Aktionen für die dritte Welt durch; organisieren Theaterfahrten; führen öffentliche Diskusionsrunden durch; setzten sich mit verschiedenen Partnern über aktuelle Themen auseinander.

Im Jahr 1972 organisiert das Jugendkomitee mit zahlreichen Vereinen die erste Dorf Olympiade als Pfarrfest. 
Jeden zweiten Dienstag im Monat ist die offene Sitzung des Jugendkomitees, bei der jeder Anwesende mitberät, mitarbeitet und mitbeschließt.

Das Jugendkomitee übernimmt die Mitverantwortung für die “Teiloffene Tür”

Nach diesen Entwicklungen konnte diese Form der Jugendarbeit vom Landesjugendamt als “Teiloffene Tür” anerkannt werden. Das erste Halbjahresprogramm 1972 beginnt mit folgendem Grußwort:

“Liebe Mitbürger!

Viele Erwachsene und Jugendliche der Gemeinde Lembeck haben sich für die neuerrichtete Teiloffene Tür im ev. Gemeindezentrum eingesetzt und damit bessere Grundlagen für die Jugendarbeit geschaffen. Allen sagen wir Dank und legen das erste Halbjahresprogramm vor.”

Das Land stellt seitdem jährlich 6000,- DM für die Jugendarbeit zur Verfügung, das Jugendamt der Stadt Dorsten 8800,- DM. Im Jahr 1977 werden vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendkomitees in den Pfarrgemeinderat gewählt.
Im Jahr 1978 gibt das Jugendkomitee zum zehnjährigen Bestehen eine
Informationszeitschrift heraus. Im gleichen Jahr beschließt das Jugendkomitee, den Erlös einer Disco im Monat dem Kinderheim in Puerto Montt in Südchile zur Sicherung einer täglichen, warmen Mahlzeit für zahlreiche Kinder zur Verfügung zu stellen. 

Obwohl das Jugendkomitee ohne feste organisatorische Formen viele
Veranstaltungen, Gespräche, Aktionen durchführte, obwohl es im Jahr etwa 25000,- DM laut Prüfungsberichte korrekt verwaltete, obwohl die deutsche Bischofskonferenz eine solche neue Form kirchlicher Jugendarbeit begrüßte, musste das Jugendkomitee ausdauernd um Vertrauen werben.
Viele Eltern vertrauten wohl ständig ihren Kindern und Jugendlichen den Angeboten des Jugendkomitees an, ließen die Verantwortlichen jedoch oft alleine. Die rechtliche Absicherung der Arbeit war zunächst garnicht so leicht.
Um so mehr war zu begrüßen, dass der Pfarrgemeinderat seit Oktober 1978 auch diese Form kirchlicher Jugendarbeit durch einen Beschluss mit verantwortet.

Weiter mit der offenen Jugendarbeit als TOT im neuen Pfarrheim am Pastorat

Sehr lebendige Gespräche gab es dann noch zu der Frage, ob die bisherige, offene Jugendarbeit auch im neuen Pfarrheim (Am Pastorat 1) fortgesetzt werden sollte. Es wurde, Gott sei Dank, so entschieden und die erste Sitzung des Jugendkomitees im neuen Pfarrheim war dann am 19.08.1980.
Pastor Bonse zeigte sich erfreut über die Lebendigkeit der über 60 anwesenden Jugendlichen. Für die Einrichtung des Regieraumes stellte das Jugendkomitee 10000,- DM zur Verfügung, die während der bisherigen Arbeit durch Einsatz und Aktionen erspart wurden. Über die erste Sitzung berichtete Hubert Einhaus in “Aktuell” vom 07.09.1980.

Quelle: Dorstener Zeitung & Lembecker.de

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