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Mit dem Trecker ins Wohnheim

Lembeck – Elmar Reimann liebt Trecker. Deshalb ließ er es sich auch nicht nehmen, seine Koffer mit diesem Gefährt samt Anhänger ins „Haus der Lebenshilfe“ in Lembeck zu fahren.

Foto: lebenshilfe-dorsten.de
Foto: lebenshilfe-dorsten.de

Zehn Jahre ist das jetzt her. Klaus Ostgathe, Leiter der Wohnstätte, kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen seit Reimann und die anderen 19 Bewohner am 1. April 2000 ihre Zimmer in der Schulstraße bezogen haben. „Die Zeit ist wie im Flug vergangen“, sagt er. Am Freitag beginnen die Geburtstags-Feierlichkeiten. Vier Tage wird die Wohnstätte dann mit Nachbarn, Freunden und Angehörigen feiern.

Die Idee, neben der „Villa Keller“ in Feldmark und der Außenwohngruppe in Holsterhausen noch eine weitere Wohnstätte für Behinderte zu errichten, hatte die Lebenshilfe Dorsten schon viele Jahre vor der Eröffnung vor zehn Jahren. Der Bedarf im Dorstener Umland war da, „nur viele Eltern trauen sich nicht, ihre Kinder in einer Wohnstätte unterzubringen“, erklärt Geschäftsführerin Birgit Stifter. Dabei ist das oft der beste Weg zur Selbstständigkeit. „Wir sind kein Hotel“, sagt Ostgathe. „Jeder Bewohner muss, gemessen an seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten, auch Aufgaben und Arbeiten übernehmen.“ Dazu gehört der Küchendienst ebenso wie das Bügeln der eigenen Hemden. Das Ziel der Wohnstätte ist es, „die Leute selbstständig zu machen und ihnen ein Zuhause zu bieten“, betont Stifter.

Ein Zuhause haben hier auch Danielo Starke und Bernhard Evers gefunden. Ihr Alltag sieht unter der Woche so aus: „Wir stehen auf, frühstücken und um viertel nach sieben kommt der Bus, der uns zur Arbeit in die Werkstatt nach Wulfen bringt“, erklärt Danielo Starke, der auch Vorsitzender des Bewohnerbeirates ist. „Um halb vier sind wir wieder zurück. Dann wird Kaffee getrunken und ein Plausch gehalten“, sagt er und lacht. „Oft arbeiten wir auch im Garten oder schauen fern“, ergänzt Evers.

Zu den festen Angeboten in der Wohnstätte gehören auch Kegeln, Schwimmen oder Töpfern. Einige sind sogar im Schützenverein aktiv. „Wem das immer noch zu wenig ist, kann spezielle Angebote in der VHS wahrnehmen“, erzählt Ostgathe.

Die meisten der Bewohner bekommen ihren Alltag in der Wohnstätte gut geregelt, in eine eigene Wohnung ziehen könnten sie deshalb aber nicht. „Es gibt Menschen, die eine 24-Stunden-Betreuung brauchen und welche, die nur wenig Hilfe benötigen. Aber 90 Prozent der Bewohner im Haus der Lebenshilfe könnten nicht alleine leben“, sagt Birgit Stifter. Und so haben sich diese Menschen ihr Leben in der Schulstraße eingerichtet.

Ihre 12 bis 16 Quadrameter großen Zimmer haben sie selbst gestaltet, einen Tisch, einen Schrank, ein Bett und ein Stuhl hat die Lebenshilfe zur Verfügung gestellt.

Quelle: WAZ

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