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Brandstifter geben Rätsel auf

Lembeck. Die Täter haben Schlösser geknackt, aber nichts geklaut. Die Aufräumarbeiten im Heimathaus Lembeck haben begonnen.

hv-museschoppenbrandFranz-Josef Loick schüttelt den Kopf. „Ich kann nicht verstehen, warum hier Leute aus blankem Vandalismus eindringen und etwas kaputt machen, was einem ganzen Dorf Freude macht. Aber wir bauen wieder auf”, erklärt Loick schon fast trotzig.

Der Maschinenbaumeister und seine Freunde aus dem Oldtimer-Club scheuen keine schwere Arbeit und organisieren können sie erst recht. Wie gehen die Männer der Tat vor? „Wir haben jetzt erst einmal Unverwertbares von den Dingen getrennt, mit denen man noch etwas anfangen kann. Der Webmaster von unserer Homepage hat eine Excel-Datei erstellt, wo wir das alles sehr genau erfassen. Merke: Versicherungen muss man mit Fakten konfrontieren”, sagt Loick und kneift ein Auge in die Runde.

Vertrauen ist gut, aber Fakten sind halt besser. Das was jetzt in liebevoller Kleinarbeit restauriert werden muss, lagert in einem Container. Den hat man mal „eben” auf dem ganz kleinen Dienstweg hinter den Museschoppen gefahren. „Darin kann alles lagern. Wir haben den Container mit Regalen ausgestattet und man kann sogar in ihm arbeiten. Eine funktionierende Werkstatt ist die halbe Miete. Wir wissen, wovon wir sprechen”, verrät der rührige Trecker-Freak.

In der Tat ist es so, dass die Herren vom Lembecker Oldtimer Club unter „Kongo-Bedingungen” auch mal eben eine größere Reparatur an einem der uralten Trecker, die sie so heiß und innig lieben, vornehmen können. Und wer so ein altes Schätzchen zum Tuckern bringt, der kommt auch mit anderen Bemühungen des Lebens klar.

Ein vom Russ rabenschwarz gefärbter Oldtimer-Freund hält in den an ganz andere Dinge erinnernden riesigen Händen ein Vogel-Küken. „Den armen Kerl habe ich gefangen und jetzt kann er zu seinen Geschwistern ins Netz”, erklärt der Riese fast schon rührend und brummelt noch eine nicht ganz salonfähige Bezeichnung für die Herren Brandstifter hinterher.

Die Täter geben Rätsel auf. „Es ist nichts weggekommen. Nicht mal unser Pils und die anderen Getränke, die in einen Haushalt aus dem Münsterland gehören. Die Schlösser sind geknackt worden, aber sie sind von den Tätern mitgenommen worden. Sie waren in jedem Gebäude und haben Gott sei Dank nur in einem gezündelt. Das Backhaus, das ja noch in Arbeit ist, hat nichts ab bekommen”, gibt sich Loick ermittelnd.

Wie auch immer: Am 30. August ist Treckertreff und da wollen die Oldtimer-Freunde mit ihrem Heimatverein den Museschuppen wieder nutzen. 60 historische Schlepper haben sich angemeldet. Das motiviert aber längst nicht so wie die Heimatverbundenheit zu Lembeck: Watt mutt, dat mutt.

Quelle: WAZ – Jo Gernoth

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