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Freudenbergrennen könnte nach 70 Jahren wieder belebt werden

LEMBECK Das Freudenbergrennen war einst eines bedeutendsten regionalen Motorsportereignisse. Doch das ist knapp 70 Jahre her. Nun haben einige Oldtimer-Fans aus Dorsten Archivmaterial der letzten Rennen wieder entdeckt. Und planen, das rasante Rennen durch das Dreieck Schermbeck, Dorsten, Erle wieder aufleben zu lassen.

„Und als die Zeit des Startes sich näherte, war kein Durchkommen mehr. Zwischen 70 000 und 100 000 Zuschauer verfolgten das zweite Rennen“, so euphorisch klang 1929 die lokale Presse. Trotz des riesigen Besucherstromes war es das letzte große Rennen im Dreieck Schermbeck, Dorsten und Erle. Die Zeit der tollkühnen Männer in ihren knatternden Kiste war vorbei.

Nicht ganz, die Autos von damals gibt es noch. Liebevoll gepflegt, fahr- und startbereit. In der Herrlichkeit Lembeck gibt einen Kreis von Oldtimer-Freunden, die das historische Rennen wieder beleben möchten. Federführend hat sich Manfred Hürland, leidenschaftlicher Freund alter englischer Fahrzeuge daran gemacht, für dieses Traditionsrennen die Startflagge zu schwingen. Gemeinsam mit Oldtimerfahrer Achim Kubiak hat Hürland Informationen über das Rennen zusammengetragen. Schnell war Manfred Hürland klar: Mit viel gutem Willen und Wissen über ein historisches Rennen kann man noch lange keine Veranstaltung wie das Freudenbergrennen durchführen.

Namhafte Veranstalterin hat Unterstützung zugesagt

Einen Namen in der Szene historischer Fahrzeuge genießt Corinna Illia. Ihr Mann Ewald Rehberger ist Fachmann für Restauration und Wartung historischer Fahrzeuge. Corinna Illia konnte als Veranstalterin gewonnen werden. Veranstaltungen mit historischen Fahrzeuge, wie die Oldtimer-Rallye „Rund um Landsberg“ sind ihre Spezialität.

In Italien haben Veranstaltungen mit Oldtimern großen Zuspruch. Zum Beispiel die „Mille Miglia Storica“, eine jährliche Neuauflage des legendären 1000 Meilen-Rennens, ein absoluter Zuschauermagnet. Für das Freudenberg-Dreieckrennen kommt indes nur ein Rennen mit Vorkriegsfahrzeugen in Frage. Und der Dreieckkurs Schermbeck, Dorsten, Erle wäre ein idealer Rundkurs.

Zwischen 1925 und 1929 war das Freudenberger Dreieckrennen das bedeutendste Rennereignis in Westdeutschland nach dem Nürburgrennen. Busse aus der Umgebung brachten die Zuschauer an die Rennstrecke, an der Lippebrücke wurde für damalige Verhältnisse die gewaltige Zahl von 800 Kraftfahrzeuge gezählt. So tauchten Fahrzeugtypen auf der Siegerliste auf, die heute noch Motorsportfreunde aufhorchen lassen: Bugatti, Fiat,
Austro-Daimler oder Mercedes.

Heute führt der Kurs über die Autobahn

Heute würde der Kurs über Landes- und Bundesstraßen führen. Besonders brisant: Die Rennstrecke würde die Autobahnanschlussstelle Schermbeck tangieren. Gespräche mit Behörden und zuständigen Ämtern waren dennoch viel versprechend. Allerdings müsste die Autobahnanschlussstelle für die Dauer des Rennens gesperrt werden.

Einen Termin für das Rennen haben Corinna Illia und Manfred Hürland auch schon anvisiert, die Tage ab Christi Himmelfahrt 2010. Der geringe Berufsverkehr würde durch die Umleitung nur wenig behindert. Das verlängerte Wochenende würde für eine große Anzahl an Zuschauern sorgen.

Rennen wäre ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor

Bei den Zuschauern ist auch mit einer großen Zahl von Oldtimerfans aus den Niederlanden zu rechnen. Aus Erfahrung weiß Corinna Illia, dass Veranstaltungen dieser Art einen beträchtlichen Wirtschaftsfaktor ausmachen. Alle drei beteiligten Gemeinden würden profitieren. Hotels, Gastronomie sind auf den ersten Blick die Hauptnutznießer, doch auch die Region rückt in den Mittelpunkt.

„In Landsberg habe ich die Erfahrung gemacht, dass Veranstaltungen, die nicht unmittelbar mit der Oldtimer-Rallye in Verbindung stehen, plötzlich höhere Besucherzahlen hatten“, so Illia. „Alles ist machbar, die Sponsoren signalisieren Bereitschaft. Nur wie wir mit dem Autobahnanschluss verfahren, ist noch offen“, hofft sie auf einen positiven Bescheid. Sonst wird in der Chronik auf ewig stehen: Im Jahr 1929 wurden zum letzten Mal tausende Zuschauer an den Rundkurs gelockt.

Quelle: Dorstener Zeitung

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