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Biostation nagt am Hungertuch

LEMBECK Die Zahl der Biologischen Stationen in NRW schmilzt. Die Station des Kreises Recklinghausen im Dorstener Norden scheint nicht gefährdet, doch die finanzielle Situation geht an die Schmerzgrenze der Mitarbeiter.

„Wir kommen mit den Geldern nicht klar, es fehlen ungefähr 55 000 pro Jahr“, so Georg Tenger, stellvertretender Leiter der Biologischen Station Kreis Recklinghausen. Die jetzige Landesregierung kürzte die Mittel um 20%, die Vorgängerregierung hatte seinerzeit den Ursprungbetrag schon um 10% reduziert.

Seit einiger Zeit lautet die Devise: eine Biostation pro Kreis. Im Raum Paderborn sind so drei Stationen zusammen gelegt worden. Auch die beiden Ruhrgebiets-Stationen müssen fusionieren. Von den einmal 42 Stationen sind 35 übrig geblieben.

Festbetrag reicht nicht mal für die Personalkosten

Die 1992 in Dorsten etablierte Station funktionierte 15 Jahre lang gut. „Mit dem Festbetrag für die Station können wir nicht einmal die Personalkosten decken“, so die ernüchternde Feststellung Georg Tengers. Die Mittel für die Station werden zu 80% vom Land NRW überwiesen, 20% kommen von den Kooperationspartnern. Das sind der Kreis Recklinghausen, der RVR (Regional-Verband-Ruhrgebiet) und die Stadt Dorsten. Dorsten, weil sich die Station auf deren Stadtgebiet befindet.

Die 4,5 Stellen teilen sich in Dorsten sechs Mitarbeiter. Daraus ergibt sich eine nicht gerade rosige finanzielle Situation der Beschäftigten. „Wir putzen unsere Büros schon selbst, um die Kosten so gering wie möglich zu halten, an Fortbildungen ist gar nicht erst zu denken“, erzählt Tenger. „Durch Zusatzprojekte sollen wir Geld in die Kasse bringen.“ Seine Kollegen und er versuchen zum Beispiel, durch das Erstellen von Kartografischen- oder Bildungsmaterialien die finanzielle Lücke zu verkleinern. „Nur dauerhafte Finanzpartner wären eine längerfristige Lösung“, weiß Tenger, doch die sind nicht in Aussicht.

Vor drei Jahren machte die CDU eine landesweite Umfrage zu den Biostationen. Das Ergebnis: „Die Stationen sind gut in den Regionen verankert.“ Tenger hofft weiter auf ein Signal von Seiten der Politik.

Quelle: Dorstener Zeitung

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