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Sprungbrett

Der Lembecker Alvaro Caresani vertritt mit seiner Band “Curanderos” Deutschland beim Musikwettbewerbs-Finale in London und erhofft sich damit den Durchbruch.

Lembeck. – Vom Erscheinungsbild her könnte sich Alvaro Caresani locker in angesagte die Riege der Latino-Schmusesänger einreihen. Doch halt, der 25-jährige Lembecker zieht an dieser Stelle gleich die Bremse: “Ich bin zwar in Uruguay geboren, mit unserer Band “Curanderos” singen wir auch vorzugsweise in Spanisch – aber wir sind garantiert nicht so glatt gebügelt wie die Sänger oder Gruppen in den aktuellen Charts.” Und damit wäre die musikalische Ausrichtung der Band – mit Hauptsitz in Köln – auch schon klar umrissen: “Wir verbinden spanische Elemente mit Rockmusik. Wir machen eher Hard- als Softrock.”

Ein Konzept, das aufzugehen scheint. Denn das Nachwuchstrio hat auf seinem Weg zu den neuen Superstars eine wichtige Hürde erreicht: Die Band konnte sich bei der “GBOB Challange 2008” jetzt gegen 570 Mitstreiter aus ganz Deutschland durchsetzen und vertritt nun am 14. und 15. Dezember die Bundesrepublik musikalisch beim internationalen Finale in London. Für “Curanderos” der erste Auftritt vor großem Publikum, der erste Auftritt überhaupt jenseits der NRW-Grenzen.

“Bisher haben wir nur ein paar Auftritte in Köln oder auch in Bergisch Gladbach gehabt. Das jetzt ist unsere große Chance”, setzen Alvaro Caresani und seine Kollegen Lukas Strunk und Diego Mendoza alles auf eine Karte. Obwohl die Probestunden momentan knapp bemessen sind. Denn während Strunk und Mendoza in Köln residieren, ist Alvaro Caresani seit vier Jahren in Lembeck beheimatet. Über Uruguay und Argentinien hatte es den 25-Jährigen zunächst nach Köln verschlagen, wo Caresani seine musikalischen Wurzeln entdeckte, gemeinsam mit seinen Klassenkameraden und heutigen Bandkollegen erste Gesangs- und Instrumentenversuche unternahm. “Ich bin dann 2004 zu einem Freund nach Lembeck gezogen, habe hier in Dorsten meine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger begonnen”, umreißt der Weltenbummler knapp seinen Lebenslauf. Momentan steckt er im Anerkennungsjahr, das er im Integrativen Kindergarten Pusteblume absolviert und Ende Juli nächsten Jahres abgeschlossen haben wird. Wenn nicht der musikalische Durchbruch dazwischen kommt.

Zurzeit setzt sich Alvaro Caresani jedes Wochenende in den Zug gen Köln, dann heißt es zwei Tage lang nur proben, proben und nochmals proben. “Anfangs haben wir gecovert, inzwischen schreiben wir Texte und Musik selbst”, ist Alvaro Caresani stolz auf die erkennbare Entwicklung der Band.

Ein erster Versuch, internationale Bühnenluft zu schnuppern, zeichnete sich für die Gruppe schon vor zwei Jahren ab: “Damals hatten wir das interessante Angebot, durch China zu touren. Der Veranstalter wollte alles stellen: Hotels, Instrumente, Ausrüstung. Als wir aber dann aussagefähige Papiere dazu sehen wollten, damit wir etwas schriftliches in der Hand haben, haben wir nie wieder von dem Mann gehört, der uns angesprochen hat”, liegt schon ein wenig Enttäuschung in der Stimme von Caresani. Aber vielleicht klappt’s ja nun.

Für das übernächste Wochenende hat sich der Lembecker Urlaub genommen. “Ich weiß, dass mich die Erzieher im Kindergarten bei dieser Aktion unterstützen, dass sie mitfiebern”, freut sich Alvaro Caresani. Eine stimmliche Kostprobe hat der Heilerziehungspfleger in der Einrichtung bisher noch nicht gegeben. Das kann ja noch kommen. Wenn nicht zuvor der B Abschneiden der “Bekanntheitsgrad der “Curanderos” so sehr in die Höhe schnellt, dass sie vom Fleck weg für eine Tour verpflichtet werden. In diesem Fall wäre für Alvaro Caresani die Entscheidung klar: “Wir würden den Sprung wagen, hauptberuflich Musik zu machen. Ich würd’s ohne Bedenken annehmen. Solch eine Chance bietet sich garantiert nicht noch einmal.”

Quelle: WAZ

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