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“Der Spaß ist es wert”

Für eine neue Kunstschule wird derzeit das Ev. Gemeindezentrum Lembeck renoviert. Ein erstes Programm wird im August vorgestellt. Initiatoren wollen Angebote für Jugendliche machen.

Lembeck. Die Klage ist vermutlich so alt wie Lembeck selbst: Es gibt zuwenig für Jugendliche. Daran wollen Bernd Wiemeyer (58), Musiklehrer an der Laurentius-Schule, und Künstler Udo Sewz (55) etwas ändern mit der Gründung der “Kunstschule Lembeck” im Ev. Gemeindezentrum. Wiemeyer: “Ich sehe so viele Talente, die nicht gefördert werden. Das kann auch die Laurentius-Schule nicht leisten. Aber bei den Jugendlichen ist wirklich Interesse da. Man trifft auf offene, wache Augen . . .”

Idee und Trägerverein sind älter als nun das Projekt im Gemeindehaus. Sewz arbeitet schon seit Jahren künstlerisch mit bis zu 50 Kindern und Jugendlichen. Als die Gruppe die Räume nach Abzug der Ev. Kirche verlassen musste, zog sie um in die Laurentius-Schule. Vor knapp einem Jahr riefen die beiden einen “Kulturstammtisch” in Lembeck ins Leben, aus dem schließlich der Verein “Kunstschule Lembeck” entstand. Zugleich begann die Suche nach Räumen: Eine Scheune, eine alte Werkstatt. Dass die Initiatoren das ideal gelegene und zugeschnittene Gebäude anmieten konnten, ergab sich kurzfristig. Im April unterschrieben Sewz und Wiemeyer den Vertrag, im Mai begann die Renovierung.

Die wird derzeit unterstützt von Laurentius-Schülern. Abgänger ackern auf der Baustelle, streichen, schleifen, bringen die verwilderten Außenanlagen auf Vordermann.

Für Kulturarbeit zur Verfügung stehen im Erdgeschoss der alte Kirchensaal (gut geeignet für Theater, Tanz, Gymnastik) sowie ein Seminarraum, im Keller gibt’s drei weitere große Zimmer. Insbesondere der Saal soll mit Spiegelwand und frischer Farbe das Herz des Hauses werden. “Ein Schmuckstück”, schwärmt Wiemeyer.

Im August will der Verein sein erstes Kursprogramm präsentieren. Wer selbst Kursangebote machen will, kann sich melden: Tel: 02369 / 799 630. Mit der Vorstellung soll auch die Eröffnung gefeiert werden. Starten sollen die ersten Angebote dann ab September.

Um die Kunstschule zu betreiben, braucht der Verein jährlich 30 000 E. Bernd Wiemeyer lacht: “Das Projekt ist selbst schon ein Kunstwerk. Auch die Finanzierung.” Mindestens ein Drittel der Kosten sollen durch Mitgliedsbeiträge und Kursgebühren eingenommen werden. Ein Drittel der Kosten von Kunstschulen trägt das Land, wenn sich auch die Stadt finanziell engagiert.

Gar nicht zu beziffern sind Zeit und Optimismus, die alle Mitmacher in das Projekt stecken. “Aber der Spaß”, sagt Wiemeyer, “ist es uns wert. Und ich bin sicher, wenn alles fertig ist, dann läuft das auch.” Sewz spürt schon jetzt Rückhalt in Lembeck: “Viele finden unsere Initiative super.”

Weitere Infos im Internet www.kunstschule-lembeck.de

Quelle: WAZ – 05.06.2008

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