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2000 Buchen für die Ur-Enkel

Lembeck – Als vor einem Jahr Kyrill mit 147 km/h an ihrem Haus rüttelte, erlebte die Familie Schwenk eine Nacht voller Schrecken und Ängste – ihr Hof wird von großen, alten Bäumen umstanden.

Zwar blieb das Wohnhaus verschont, dafür fanden Heinz Schwenk und sein Sohn Michael am nächsten Morgen an anderer Stelle ein Bild der Verwüstung vor. Ihrem Fichtenwald im Midlicher Mühlenbachtal hatte der Sturm mächtig zugesetzt – gut ein Fünftel der Bäume waren entwurzelt: “Wie bei einem Domino-Effekt hatten umstürzende Bäume auch ihre Nachbarn umgerissen.”

Zwar lebt die Familie von den Erträgen der Landwirtschaft und die Forstfläche war eher ein Zuschussgeschäft, aber der Wald ist den Schwenks dennoch nicht gleichgültig. Denn ihr Hof ist seit fast fünf Jahrhunderten in Familienbesitz und ebenso lang gehörte der Wald stets dazu. Ehrensache also, dass es bald ans Aufräumen ging. Feuerholz wurde für den Eigenbedarf gebraucht, ansonsten ließ sich, so die Auskunft des Stadtförsters, die “Kyrill-Ernte” wegen weltweiter Nachfrage wenigstens halbwegs rentabel vermarkten.

Dass dies jedoch in gewisser Weise eine Milchmädchen-Rechnung ist, weiß Heinz Schwenk als Vorsitzender der Dorstener Forstbetriebsgemeinschaft ganz genau: “Dem Ertrag stehen viele, viele Jahre gegenüber, in denen der Forstbestand gepflegt werden muss.”

So wird von seiner Entscheidung, die Fichten jetzt durch junge Buchen zu ersetzen, zwar die Ökologie profitieren, aber die Familie Schwenk erst Generationen später: “Frühestens die Urenkel haben auch finanziell etwas davon.” Künftigen Sturmwarnungen sieht Heinz Schwenk trotz allem gelassen entgegen: “Vorher können wir kaum etwas dagegen tun – wir müssen hinterher darauf reagieren.” – kdk

16. Januar 2008 | Quelle: Dorstener Zeitung

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