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Teure Schweinerei

Lembeck – „So schwierig wie jetzt war es noch nie.“ Jeden Tag verliert Bernhard Heiming einen dicken Batzen Geld.

Daran sind gleich mehrere Faktoren schuld. Zum einen sind die Futter- und Energiepreise innerhalb des vergangenen Jahres horrend gestiegen. Auf der anderen Seite haben die Preise für Ferkel ein historisches Tief erreicht. Dennoch steckt der Landwirt aus Lembeck den Kopf nicht in den Sand: „Aufhören gibt es für mich nicht. Ich bin gerne Landwirt und sicher, dass es auch wieder besser wird.“

Weise Voraussicht

Momentan zehrt er auch davon, dass es noch vor einem Jahr besser war. „Ein Landwirt ist auch Unternehmer und muss jederzeit auf solche Situationen vorbereitet sein“, erklärt der 41-Jährige, dass man auch in seinem Bereich immer ein wenig vorausschauen sollte. „Da muss man jeden Tag auf dem Laufenden bleiben“, so Heiming weiter. Dazu gehöre es auch, immer zu vergleichen. Wie kann man die Produktions-Technik verbessern, wo kann man im Bereich der Futterpreise sparen. „Es gibt zahlreiche Info-Veranstaltungen für Landwirte. Dort können wir uns auch untereinander austauschen“, erklärt der Lembecker. Dennoch müsse man auch Realist bleiben. „Wenn ein Landwirt merkt, dass er im Vergleich zu anderen unter dem Durchschnitt liegt, dann sollte er auch überlegen, ob es nicht besser ist, aufzuhören.“

Für Heiming kommt das nicht in Frage. Neben der Schweinezucht hat er mit der Milchwirtschaft ein zweites Standbein. Zudem gibt es für ihn weitere gute Gründe, ein Landwirt zu sein. „Es ist schön, den ganzen Tag bei der Familie zu sein. Und für meine Kinder ist das Leben hier toll.“

Preise wie vor der Pest

Auch Direktvermarkter haben es momentan nicht gerade leicht. „Bei diesen Futter- und Energiepreisen müssen wir alle schlucken“, sieht sich Marie Große-Boes von „Bußmann’s Bauernlädchen“ in Lembeck ebenfalls in einer schwierigen Situation. Gerade im Bereich der Mastschweine gäbe es eine Tendenz, die „so nicht weiter gehen kann.“ Momentan erhalte sie 1,40 Euro pro Kilo Schlachtgewicht. Um aber kostendeckend zu arbeiten, seien mindestens 1,52 Euro notwendig. „Solche Preise hatten wir aber zum letzten Mal vor der Schweinepest“, blickt die Lembeckerin zu- rück. – DM

06. Dezember 2007 | Quelle: Quelle: Dorstener Zeitung

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