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Neue musikalische Epoche

Lembeck – Kleine Trommeln stehen in der Ecke des Klassenraumes, doch für das Schlagwerk haben die Erstklässler der Don Bosco-Schule jetzt keinen Blick.

Sie malen begeistert Quinten in ihr Notenheft, während Musik-Pädagogin Solveig Schlue den Kindern das musikalische Intervall am Klavier vorspielt. “Das macht hier ganz großen Spaß”, sagt die sechs-jährige Maike. Sie ist eines von 44 Kindern, die an der Lembecker Grundschule im August zum Projekt-Start “Jedem Kind ein Instrument” (JeKi) angemeldet worden sind. “Das ist ein Riesenerfolg”, meint Schulleiterin Brigitte-Johanna Walt.

Bei 56 Schulneulingen beläuft sich die Teilnehmerquote damit auf gut 80 Prozent. “Ich bin gespannt, wie viele Kinder und Eltern sich im nächsten Schuljahr dann wirklich für ein Instrument entscheiden.” Die Rektorin begrüßt das JeKi-Projekt: “Es ist für die Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig, dass Kinder sich künstlerisch erleben können.”

Einmal die Woche treffen sich die Erstklässler der Don-Bosco-Schule in zwei Gruppen, um gemeinsam die Musik, ihre Grundlagen und Instrumente kennen zu lernen. “So wie die Kinder Zahlen und Buchstaben lernen, erfahren sie hier die für sie neue Welt der Noten”, so Solveig Schlue von der Musikschule Dorsten, die gemeinsam mit Rektorin Walt und Lehrerin Gaby Zürlein die Kinder im “Team-Teaching” betreut.

Für Solveig Schlue bedeutet Jeki eine “neue musikalische Epoche”: Musiklehrer der Musikschulen kommen in die Klassen der Don-Bosco-Schule, stellen den Kindern die unterschiedlichsten Instrumente vor, außerdem dürfen die Kleinen auch mal selbst ihrer Kreativität freien Lauf lassen. An den Trommeln beispielsweise, denn die sind schön laut und vor allem sehr robust.

Freitags in der fünften und sechsten Stunde laufen die musikalischen Zusatz-Stunden, und obwohl die Kinder bereits vier Schul-Stunden und eine harte Schulwoche hinter sich haben, ist es auffallend, wie interessiert und motiviert die Kleinen sind. Spielerisch bringt ihnen Solveig Schlue Rhythmen und Melodien nahe. Im Halbkreis stehen die Sechsjährigen, hüpfen im Takt, tanzen miteinander, machen Klatsch-Übungen, singen Silben und lernen so ganz nebenbei Viertel-, halbe und ganze Töne voneinander zu entscheiden.

Schul-Orchester

Klar, dass die meisten Kinder die Frage bejahen, ob sie ein Instrument lernen wollen: Friederike möchte eine Querflöte, Samira eine Geige. Die Jungs stehen mehr auf Schlagzeug und Keyboard. Doch das wird nichts werden: Es werden nur solche Instrumente verliehen, mit denen ein richtiges klassisches Schul-Orchester gebildet werden kann. – MK

30. November 2007 | Quelle: Dorstener Zeitung

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