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CDU setzt viele Fragezeichen hinter das Heimprojekt

Lembeck – Die CDU-Fraktion geht auf Distanz zum Bau eines Heims für chronisch Suchtkranke in der Lembecker Ortsmitte.

So lässt sich zumindest das Fazit der letzten Fraktionssitzung interpretieren, das gestern Vorsitzender Bernd Schwane zog. Dabei summierten sich die Fragezeichen hinter dem LWL-Vorhaben derart, dass gegenwärtig eine Ablehnung der Christdemokraten wahrscheinlicher erscheint als eine Zustimmung für den Bau des Heims mit 24 suchtkranken Insassen.

Besteht Bedarf?

Zwar betont Schwane, dass die CDU-Fraktion sich noch keine abschließende Meinung gebildet habe und vorher noch eine vergleichbare Einrichtung in Marl besuchen wolle. Aber eine Reihe von Fragen, so der Fraktionschef, müssten generell zwingend beantwortet werden. So sei der Bedarf überhaupt noch nicht nachgewiesen. Es gebe sogar Hinweise, dass der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) anderswo Plätze abbaue. Auch, falls sich bestätigen sollte, dass der LWL in erster Linie seinen „Marktanteil“ von fünf Prozent halten wolle, sei dies für die CDU nicht gerade ein Argument für die Notwendigkeit der Einrichtung.

Fehlt Akzeptanz?

Wichtiger dürften zwei weitere Vorbehalte sein. „Da die Eingliederung der Patienten in ihr örtliches Umfeld ausdrücklich erwünscht ist, wäre die Akzeptanz der Bevölkerung Voraussetzung“, meint Schwane, „darauf hat der LWL bisher keine zufrieden stellende Antwort gegeben.“

Außerdem vermisst die CDU eine klare Aussage des Grundstücksverkäufers: „Die evangelische Kirche muss Farbe bekennen, ob sie das Heim für sinnvoll hält.“ Man verlange offenbar von der Politik, was man selbst nicht bereit zu tun sei. So etwas nennt man auch Scheu vor dem „Schwarzen Peter“. – kdk

16. Oktober 2007 | Quelle: Dorstener Zeitung

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