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Bald ist die Stille vorbei

Lembeck – Ruhe – das ist das erste, was einem auffällt, wenn man momentan mitten auf der “Schlossallee” steht. Wo sonst hunderte von Autos das Schloss Lembeck passieren, herrscht nun Stille.

Das hat natürlich einen Grund. Die “Schlossallee”, eigentlich Wulfener Straße, ist seit dem 24. September bis zur Rekener Straße (K 48) voll gesperrt. Aus der ehemaligen “Buckelpiste” mit zahlreichen Schlaglöchern ist mittlerweile eine glatt asphaltierte Straße geworden, die Deckschicht ist bereits aufgetragen. Auf 2,8 Kilometern wird die Allee saniert, es fallen Kosten von 320 000 Euro an. Initiator ist Landesbetrieb Straßen.NRW.

Überall Einbußen

Auf Höhe des Schlosses Lembeck durchbricht das leise Knattern eines Treckers die Stille. Daneben steht Landwirt Ludger Giese, der die Milch-Tankstelle am Schloss betreibt. Normalerweise verkauft er 50 bis 60 Liter Milch pro Tag, seit die Baustelle eingerichtet wurde, sind es noch zwei. “Ich bin froh, wenn die Straße wieder freigegeben wird. Das ist schon ärgerlich. Viele Kunden kommen einfach nicht durch.” Stille herrscht auch im Schloss. Kaum einer verirrte sich in den vergangenen Tagen dorthin. “Sicherlich haben wir finanzielle Einbußen, aber die Straße muss ja nun einmal saniert werden”, wägt Verwalter Benno Gohmann ab. Er betont aber auch, dass “nicht alles so gelaufen ist, wie es abgemacht war”.

Ins gleiche Horn stößt Josef Stelting. Der Gastronom des Schloss-Restaurantes wird aber noch deutlicher. “Teilweise waren die Maßnahmen eine Frechheit.” Und meint damit die Tatsache, dass zeitweise beide Wege zum Schloss voll gesperrt gewesen seien. “Da hätte man das Schloss nur noch mit einem Hubschrauber erreichen können”.

Trotz der Sperrung sollte zumindest von einer Seite der Weg zum Schloss immer frei sein, so war der Plan. “Entgegen der eigentlichen Planung hat die Firma am Freitag falsch begonnen. Da waren beide Seiten tatsächlich kurz gesperrt. Das wurde aber schnell wieder behoben”, erklärt Andreas Risthaus, Sachbearbeiter des Dorstener Ordnungsamtes. Gastronom Stelting betont aber, dass es auch am Samstag kein “Durchkommen” gab. “Davon habe ich nichts gehört, das kann ich mir nicht vorstellen”, so Risthaus.

Empfindliche Einbußen hatte Stelting so oder so. “Die Bude ist leer, ich habe jetzt schon seit Tagen keinen Umsatz”, ärgert sich Stelting. Einen leicht ironischen Tipp hat der Gastronom auch noch parat: “Bei Baustellen kann man Ampeln benutzen.” Das hätte die Lage seiner Ansicht nach leichter gemacht.

Jetzt sind diese Ampeln aber nicht mehr nötig. “Ich habe Rücksprache mit dem Bauleiter gehalten, ab Montagvormittag wird die Straße wieder freigegeben”, verspricht Risthaus. Dann ist es mit der Ruhe allerdings wieder vorbei. – Daniel Maiß

02. Oktober 2007 | Quelle: Dorstener Zeitung

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