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Streitschlichter bringt Unternehmen an einen Tisch

Lembeck – Den Studenten an der Fachhochschule Gelsenkirchen pflegt Ulrich Sick eine Familiengeschichte zu erzählen, um ihnen zu erklären, was er denn so macht: Eine fünfköpfige Familie sitzt an der Kaffeetafel. Doch die Mutter hat nur noch drei Stücke Kuchen; Ärger und Enttäuschung scheinen programmiert. Die gute Seele des Hauses greift deshalb zu einem Trick: Sie holt eine Packung Kekse, ein paar Gummibärchen ebenso und fragt pfiffig: „Wer möchte was?“

„Die Vergrößerung des Kuchensd“ nennt Ulrich Sick dieses Vorgehen, das er in seinem Beruf regelmäßig anwendet. Der 49-jährige Jurist ist seit einem Jahr selbstständiger Anwalt und Wirtschaftsmediator. Ein Streitschlichter mit über 20-jähriger Berufserfahrung bei großen Unternehmen, der vermittelt und neue Ideen entwickelt, wenn es zwischen Mitarbeitern und der Chefetage knirscht. Oder Geschäftspartner über Kreuz liegen, weil es bei einem gemeinsamen Projekt nicht vorwärts geht. Oder – wohl der häufigste Fall – Käufer und Lieferant den Zustand einer Ware unterschiedlich beurteilen. „Ich helfe den Partnern, in einer geführten Diskussion eine Lösung zu erarbeiten“, sagt der gebürtige Stuttgarter, der längst in Lembeck heimisch geworden ist.

In seinem Büro an der Bahnhofstraße oder direkt „in der Höhle des Löwen“ im In- und Ausland bemüht sich Ulrich Sick im Dialog mit den Konfliktparteien um ein Ergebnis, mit dem beide Seiten leben können. Kein einfaches Unterfangen, denn oft sind sie „in Positionskämpfen festgefahren“. Und doch gelingt es Ulrich Sick mitunter in vier Stunden, meist aber in ein bis zwei Tagen, „den Kuchen zu vergrößern“. Dann hat er die gesamte Geschäftsbeziehung durchleuchtet, hat neue Aspekte einbezogen und vor allem die gemeinsamen Interessen ausgelotet. „Das ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Ulrich Sick ist in dieser Zeit Analytiker und Erfinder, Seelenarzt und natürlich Kaufmann. „Als Hofnarr, der die manchmal aufgeheizte Atmosphäre mit Witzen und Anekdoten auflockert, eigne ich mich nicht.“ Immerhin in gut 80 Prozent der Fälle gelingt es dem Juristen, den Streit hinter verschlossenen Türen aus der Welt zu schaffen, ohne dass eine Partei ihr Gesicht verliert. Solche „win-win-Situationen“ stehen seiner Ansicht nach niemals am Ende eines (öffentlichen) Gerichtsverfahren. „Da gibt es Gewinner und Verlierer, außerdem dauert es mitunter Jahre, bis ein Urteil gefällt ist.“ Der Wirtschaftsmediator ist nicht nur schneller, sondern auch preiswerter. Seinen Teil vom „Kuchen“ bekommt Ulrich Sick aber natürlich auch. – dieb

>> www.ra-dr-sick.de

09. August 2007 | Quelle: Dorstener Zeitung

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