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Neun Meter Lembeck

Lembeck – „Du suchst dir deinen Verein nicht aus, er wird dir gegeben!“

lembeckbanner_grossMarc Raiwa ist der beste Beweis für die alte Nick-Hornby-Weisheit. Wie sollte man anders erklären, dass sich der Lembecker ausgerechnet im grauen Zweitliga-Alltag mit dem Schalke-Virus infizierte?

Ende Februar 1990 nahm sein Onkel den damals Zwölfjährigen zum ersten Mal mit ins Parkstadion. Schalke gegen Wattenscheid, Endstand 1:1. Kein Spiel zum Verlieben, doch die Leidenschaft hatte Raiwa gepackt – und sollte ihn bis heute nicht mehr loslassen. Regelmäßige Besuche auf Schalke, die erste Dauerkarte und Vereinsmitgliedschaft folgten zwangsläufig.

Bis hierhin ist Raiwas Geschichte nicht außergewöhnlich, eher typisch für viele königsblaue Anhänger. Doch im Jahr 1995 ändert sich das. Marc Raiwa wird zum „Allesfahrer“. Zusammen mit einigen Freunden besucht er auch in der Fremde fast jedes Spiel seines Lieblingsvereins. Nicht nur die großen Duelle in München oder Dortmund, sondern auch die Partien in Ulm oder Unterhaching.

lembeckbannerstadion_kleinMehrere hundert Spiele in der Bundesliga und im Europapokal hat Raiwa bis heute live vor Ort gesehen. Da fällt die Antwort auf die Frage nach dem schönsten Erlebnis nicht leicht. „Die Champions-League-Fahrten nach Mallorca oder zu Arsenal London waren absolute Highlights. Aber auch das 4:0 in Dortmund 2000 war einmalig“, erklärt der heute 29-Jährige.

13 Spiele in 11 Tagen

Ein kleines Stück seiner Leidenschaft schenkte Raiwa auch der Nationalmanschaft. Zusammen mit drei Freunden legt er bei der Europameisterschaft 2004 ein irres Tempo vor, sieht 13 Spiele in elf Tagen. Immer mit dabei: Seine neun Meter lange Lembeck-Fahne, die ihn bis 2006 auch zu allen Schalke-Spielen begleitete. Vor einigen Jahren investierte Raiwa zusammen mit Kumpel Markus Heckmann 350 D-Mark in das Stück Stoff, das jeder Schalke-Fan kennt.

Dauerkarte

Die ganz wilden Zeiten sind seit gut einem Jahr vorbei. Sein Job als Diplom-Betriebswirt bei einer Düsseldorfer Bank lässt nur noch wenig Zeit für regelmäßige Auswärtstripps. Die Dauerkarte für die Arena wird aber bleiben. Und auch heute Nachmittag wird Raiwa in Dortmund auf der Nordtribüne stehen, um seine Schalker zur Meisterschaft zu schreien. Sollte bedingungsloser Einsatz in Erfolg ausgezahlt werden, kann eigentlich nichts schief gehen. – gg

11. Mai 2007 | Quelle: Dorstener Zeitung

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