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Nichtrauchen stinkt Wirten

Das Feierabendbier bald ohne Zigaretten zu genießen, scheint für einige Dorstener unvorstellbar. Auch Wirte wittern angesichts des Rauchverbotes nichts Gutes. Aber es gibt auch die Sorge um nichtrauchende Mitarbeiter.

Der 26-jährige Peter Horstkamp, Gast im Chiby´s Culture, fühlt sich als Raucher diskriminiert. Nichtraucher könnten selbst entscheiden, ob sie in einer verrauchten Kneipe arbeiten oder sitzen wollten. Auch einige Nichtraucher schlagen sich auf die Seite der Raucher.

Selbst Wirte, die dem Nikotin privat ansonsten nichts abgewinnen können, fürchten zusätzliche Kosten und Umsatzverlust. Hildegard Nordendorf vom alteingesessenen Haus Nordendorf in Lembeck ist aufgebracht: „Die Politiker haben immer gut reden. Aber bei uns hängen Existenzen davon ab.“ Probleme mit den Gästen scheinen vorprogrammiert: „Man kann doch nicht alle Raucher bei einer Hochzeit nach draußen schicken.“ Sie hält eine freundliche Bitte um Rücksicht auf die Nichtraucher für angemessener.

Probleme

Auch in Betrieben mit jüngerer Zielgruppe fürchtet man Probleme und Zusatzkosten. Ein Mitarbeiter des Chiby´s Culture: „Das ist eine Existenzgefährdung für alle. Auch Zulieferbetriebe sind betroffen.“ Des Weiteren gibt es auch Wirte, die die Frage nach einem Rauchverbot nicht pauschal mit pro oder contra beantworten wollen. Umsatzeinbußen halten die meisten an der Theke für wahrscheinlicher als im Restaurant.

Anette Hülsdünker vom Haus Hülsdünker in Rhade sieht aber eine Trendwende: „Raucher sind weniger geworden und nehmen mehr Rücksicht. Auch der Thekenbetrieb hat sich gewandelt. Vor 15 Jahren wäre ein Verbot schlimmer gewesen.“ Bernd Langenhorst, Inhaber der Gaststätte „Stenen Hues“, befürchtet Umsatzeinbußen, falls Ausnahmeregelungen getroffen werden. Der vielzitierte Flickenteppich im Nichtraucherschutz könne Probleme verursachen.

Gewöhnen

Der Inhaber des Eiscafés San Remo, Joao Nunes Caneiras, fühlt sich als Nichtraucher in einer rauchfreien Umgebung sehr wohl. Außerdem sieht er sich in der Verantwortung für seine nichtrauchenden Mitarbeiter: „Es ist nicht schön, in einem verqualmten Raum zu arbeiten.“ Aus Erfahrung weiß er, dass eine positive Entwicklung möglich ist: „In Italien akzeptieren die Menschen das Rauchverbot. Auch Deutschland wird sich daran gewöhnen.“ – mstu

02. März 2007 | Quelle: Dorstener Zeitung

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