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Zeremonie bewegte

Lembeck – “Wandle die tiefe Sehnsucht in Heimat”, sangen die Mitglieder der evangelischen Gemeinde am Silvestermorgen in Lembeck.

Und noch nie war der Ruf nach Heimat so aktuell wie an diesem Morgen, dem Morgen des letzten Gottesdienstes im evangelischen Gemeindezentrum am Schluerweg. Mit der Zusammenlegung der evangelischen Gemeinden in Lembeck und Rhade musste auch die Entscheidung getroffen werden, eines der Gemeindezentren zu schließen.

In einer bewegenden Zeremonie feierte die Gemeinde von Pfarrer Münker den letzten Gottesdienst in ihrer “Heimat”, bevor die Gläubigen zum Abendmahl in die Kapelle des Seniorenzentrums St. Laurentius zogen. “2006 bleibt in leider schmerzvoller Erinnerung”, fasste Superintendent Muks-Büker zusammen und sprach damit den Mitgliedern der Gemeinde aus der Seele. Es waren neben Pfarrer Münker und dem Superintendenten auch noch Pfarrer Overrath und Pfarrer Deppermann von der Martin-Luther-Gemeinde anwesend. Die beiden Holsterhausener evangelischen Gemeinden teilen das Schicksal der Gemeinden in Lembeck und Rhade. Auch sie wurden zusammengelegt, teilen sich nun ein Gemeindehaus. Wie auch so viele andere Gemeinden in ganz Nordrhein-Westfalen, der Landeskirche fehlt einfach das Geld, überall muss eingespart werden.

Neuerungen

So beginnt das neue Jahr für die evangelischen Gemeinden in Dorstener Norden mit einigen Neuerungen.

Einmal im Monat wird der Gottesdienst nun in der Kapelle des Seniorenzentrums gefeiert. “Willkommen in der Kapelle, ich hoffe, dass sie sich bald auch hier zuhause fühlen”, begrüßte Pfarrer Voss von der katholischen St. Laurentius Gemeinde die evangelischen Schwestern und Brüder. Zwar ermutigte er sie, “im Abschied auch ein Neubeginn zu sehen”, doch sprach aus seinen Zügen auch eine gewisse Wehmut, ist die Zusammenlegung der Gemeinden mehr als ein ökonomisches Zeichen. Es ist ein gesellschaftliches Omen.

Mit Fahrdienst

Die weiteren Gottesdienste der nun zusammengelegten Gemeinden werden im Gemeindezentrum in Rhade gefeiert, jeden Sonntag wird ein Fahrdienst eingerichtet, damit auch nicht motorisierte Mitglieder der Gemeinde eine Möglichkeit haben, am Gottesdienst an neuer Stelle teilzunehmen. Als Superintendent Muks-Büker die Gläubigen am Sonntag mit der Friedensbotschaft verabschiedete, klang es ernster als sonst. Es war diesmal eben nicht nur eine Botschaft der Hoffnung, denn Gehen heißt für die evangelische Gemeinde in Lembeck zum Jahreswechsel auch Verlassen. – maj

01. Januar 2007 | Quelle: Dorstener Zeitung

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