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Verhängnisvoller Filmriss

Lembeck – Sturzbetrunken trat ein 47-jähriger Lembecker am 1.4.2006 den Heimweg von der Stadtmühle in Haltern in einem Halterner Taxi an.

„15 bis 20 Bierchen und ein paar Schnäpschen“ hatte der Mann nach eigenem Bekunden beim geselligen Herrenabend geschluckt. Die Taxifahrt hatte Folgen. Denn der Fahrgast bezichtigte den Fuhrmann aus Haltern im Anschluss, ihn überfallen und beraubt zu haben. Das Schöffengericht konnte die Umstände, unter denen dem Mann seine prallgefüllte Geldbörse abhanden gekommen war, gestern nicht klären. Denn die Erinnerung des vermeintlichen Opfers waren aufgrund des hohen Alkoholkonsums in jener Nacht von Anfang an äußerst nebulös. „Bei der polizeilichen Vernehmung konnten Sie kaum Einzelheiten beitragen, sechs Wochen später auch nicht und jetzt erzählen Sie uns eine Variante, wie sich der Überfall exakt abgespielt haben soll“ – Richterin Regine Heinz und ihre Schöffen hatten offenbar so erhebliche Zweifel an der Schuld des 46-jährigen Taxifahrers nach der Beweisaufnahme, dass sie ihn freisprachen. Dabei hatte die Verhandlung zunächst einen guten Verlauf für das Opfer genommen.

Einzelheiten

Denn es schilderte in vielen Einzelheiten den Tathergang: „Er ließ mich in Lembeck mitten im dunklen Wald aussteigen, umfasste mich von hinten, warf mich zu Boden und kniete auf mir. Dann nahm er mir das Portemonnaie weg.““Ich war heilfroh, ihn loszuwerden“, hielt der Angeklagte dagegen. Denn der Fahrgast soll laut seinen Angaben „unverständliches Zeug gebrabbelt haben, so dass er nicht herausfinden konnte, wo er überhaupt hinwollte. Am Haaneweg in Lembeck instruierte der Betrunkene seinen Chauffeur anzuhalten. Zuvor habe er den Fahrpreis von 28 Euro und zwei Euro Trinkgeld freiwillig bezahlt. Warum der Lembecker dann Anlieger des Haaneweges mitten in der Nacht aus dem Bett holte und um Benachrichtigung der Polizei bat, blieb im Dunkeln. „Möglicherweise sind Sie wirklich überfallen worden, vielleicht von anderen“, hielt die Richterin dem 47-Jährigen zu Gute. Zu seiner Zufriedenheit ging das Verfahren dennoch nicht aus. – eng

21. Dezember 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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