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Zu wenig Spielraum

Foto: Archiv Lembecker.de

Lembeck – Jetzt ist es Fakt: Der Bolzplatz am Schluerweg wird eingezäunt. Somit darf der Fußball nur noch zu den gesetzlich festgelegten Nutzungszeiten fliegen.

Vor allem steht der schwelende Nachbarschaftsstreit am Schluerweg. Streitpunkt: Die Lärmbelästigung durch das Spielen auf dem angrenzenden Bolzplatz. Nach Beschwerden einiger Anwohner, ging dort ein Wachdienststreife, ein Platzverweis für einen Siebenbjährigen folgte. Der schwelende Streit erreichte mit einer Demonstration „Pro Bolzplatz“ seinen bisherigen Höhepunkt (wir berichteten).

Die Konsequenz ist die komplette Einzäunung des Geländes und die Nutzung ausschließlich zu den gesetzlichen Zeiten, welche vor allem das Fußballspielen am Wochenende unmöglich machen.

Traurige Botschaft

Diese Botschaft überbrachte Lambert Lütkenhorst beim Treffen mit den Anwohnern am Montagabend. Und über diese Botschaft war der Bürgermeister selbst nicht glücklich, hatte jedoch keine Alternative: „Ein Bolzplatz in dieser Form kann in einem Wohngebiet nicht genehmigt werden“, sagt er und verweist auf ein bestehendes Gesetz zum Lärmschutz und dem damit verbundenen fehlenden Handlungsspielraum.

Bislang wurde am Schluerweg nur gebolzt, weil sich niemand beschwerte. „Sobald auch nur einer sich darüber aufregt, war es das“, so Lütkenhorst.

Dass die Familien, deren Kinder keine Spielalternative mehr samstags und sonntags haben, mit der Einzäunung nicht glücklich sein können, ist verständlich. Dem schloss sich auch der Bürgermeister an und regte eine andere Diskussion an: „die gemeinsame Suche nach einer Lösung“.

Tatsächlich lieferten die Anwohner die Anregung, nur ein paar hundert Meter weiter den privaten Spielplatz „mit zwei Toren zu bestücken“. Auch das Spielen auf dem alten Bolzplatz unter Aufsicht wäre eine Alternative.

„Wir werden uns das anschauen“, versicherte Lütkenhorst, machte jedoch deutlich, dass man in beiden Fällen auf die Zustimmung aller Nachbarn angewiesen sei. Regeln müssen festgelegt werden, eine offizielle Genehmigung kann es auch hier nicht geben. Die Anwohner reagierten mit Gesprächsbereitschaft, auch untereinander: „Wir müssen schauen, wo und wie das möglich ist.“

Die Wogen scheinen sich zu glätten, der erste Schritt in Richtung Nachbarschaftsfrieden ist getan. – arn

22. November 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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